Ausstellung 1968 - Straßen im Aufstand

加藤好弘 バラモン 1971-1976年 デジタル(16mm)Brahman ©Zero Dimension-Yoshihiro Kato Archive

28.05. bis 03.06.2018
und 11.-17.6.

Goethe-Institut Tokyo, Foyer

Anfahrtsbeschreibung
7-5-56 Akasaka, Minato-ku
107-0052 Tokyo

Kuratiert von Go Hirasawa

Die Ausstellung zeigt Dokumente von Straßenprotesten und Performances im urbanen Raum in Japan und Deutschland aus den späten 1960er Jahren:
 
Shinichi Iwata: “The Walking Man”
Japan / 1969 / Single Channel Video (16mm, Digital) / Farbe & Schwarz-Weiß / mit Ton / 15 min
Sammlung des Aichi Prefectural Museum of Art
 
Der Film von Shinichi Iwata, einem führenden Mitglied des Avantgarde-Künstlerkollektivs Zero Dimension, zeigt Iwata auf einer Straße in Nagoya gehend, während die Kamera in derselben Geschwindigkeit parallel mitläuft. Szenen, in denen anzugtragende Männer auf extravagante Weise hinfallen, ändern Iwatas Gehrichtung, wohingegen sein Gehtempo beständig gleich bleibt.
 
 
Yoshihiro Kato: “Baramon”

Japan / 1971-1976 / Single Channel Video / (16mm, Digital) / Farbe / ohne Ton / 71 min
© Zero Dimension, Yoshihiro Kato Archive
 
Das Avantgarde-Künstlerkollektiv Zero Dimension führte in den 60er Jahre kontinuierlich eine große Zahl von Körperperformances auf Straßen im Stadtraum durch. 1968 erreichten diese Aktivitäten eine Hochphase, die in den Arbeiten von Katsu Kanai und Michio Okabe filmisch dokumentiert ist. In Ablehnung der EXPO, die 1970 in Japan ausgerichtet wurde, schloss sich Zero Dimension mit anderen Gruppierungen zusammen und stellte alle weiteren Aktivitäten unter das Motto des „Kampfes gegen die EXPO“.
 

Motoharu Jonouchi: “Nihon Hakusan Street”
Japan / 1968 / Single Channel Video (16 mm, Digital) / Schwarz-Weiß / ohne Ton / 10 min
© Mineko Jonouchi
 
Motoharu Jonouchi, der dem Film Study Club und dem VAN Film Research Center der Nihon University angehörte, hielt in „Document 6-15“ (1961) die Proteste gegen den US-japanischen Sicherheitsvertrag filmisch fest. Nach gemeinsamen Aktivitäten mit Künstlern des Neodada und Fluxus begann er um 1968, seine Kamera auf die Studentenproteste zu richten.

Thomas Giefer: „Happening der Kommune 1 bei der Trauerfeier für Paul Löbe“
BRD / 1967 / Single Channel Video (16mm, Digital) / Schwarz-Weiß / ohne Ton / ungeschnitten / 1 min
©Thomas Giefer/con voi film
 
Diese Dokumentation zeigt ein Happening, das unter dem Titel „Trauerfeier für Paul Löbe“ im Januar 1967 in West-Berlin von der Kommune 1 ‚zu Ehren‘ des SPD-Politikers Löbe veranstaltet wurde. Unter den Teilnehmern ist Andreas Baader zu erkennen, ein späteres Mitglied der RAF.
 
 

ROSTA (Gerd Conradt, Holger Meins, Thomas Giefer, Caspar Streiff):
"Mobilisierungs-Spot für die Demonstration am Tegeler Weg (Ehrengerichtsverfahren gegen Horst Mahler)“
BRD / 1968 / Single Channel Video (16mm, Digital) / Schwarz-Weiß / ohne Ton / 6 min
 
Der Flugblatt-Film von ROSTA dokumentiert eine Solidaritätsdemonstration für den Anwalt des Sozialistischen Studentenbundes Horst Mahler, die im November 1968 am Tegeler Weg stattfand. Die Aktion markiert einen geschichtlichen Wendepunkt der 1968er-Bewegung in Deutschland.
 
Ernst Schmidt jr: „Kunst & Revolution“ 
Österreich / 1968 / Single Channel Video (16mm, Digital) / Farbe & Schwarz-Weiß, / ohne Ton / 2 min
Der experimentelle Dokumentarfilm zeigt die von Günter Brus, Otto Muehl, Peter Weibel und Oswald Wiener im Juni 1968 an der Universität Wien veranstaltete Aktion „Kunst und Revolution“. In Folge einer Serie von Aktionen, die als einer der Höhepunkte der 1968er Bewegung in Wien gelten können, wurden Mühl und Brus verhaftet - Wiener musste Österreich verlassen. Der Film ist Teil von Schmidts „20 Aktions und Destruktionsfilme“ (1965 – 1979).
 
Gerd Conradt: „Farbtest – Rote Fahne“
BRD / 1968 / Single Channel Video (16mm, Digital) / Farbe / ohne Ton / 12 min
© Gerd Conradt
 
Die Arbeit zeigt eine auf einer viel befahrenen Straße stattfindende Staffel mit insgesamt 15 Läufern, bei der eine rote Fahne weitergereicht wird. Sie startet in der Schloßstraße in Steglitz und endet auf dem Balkon des Berliner Rathauses in Schöneberg, wo die Fahne schließlich gehisst wird.

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