Adéla Grimes empfiehlt
Daheim

Daheim © S. Fischer Verlage, Frankfurt am Main, 2021 Die Handlung des zweiten Romans der renommierten Schriftstellerin Judith Hermann (geb. 1970) spielt an der Küste im Norden Deutschlands – in einem einsamen Haus versucht hier die namenlose Ich-Erzählerin zu sich selbst zu finden, nachdem sie ihren Mann verlassen hat und ihre Tochter zu einer Seereise aufgebrochen ist. Das Buch beginnt mit der Darstellung einer bizarren Begegnung, die die Erzählerin vor 30 Jahren beinahe nach Singapur als die „zersägte Frau“ verschlagen hätte und sie zum Nachsinnen über ihre Lebensentscheidungen bewegt.

Daheim ist kein Roman über die Nestwärme, sondern über den Aufbruch, das Freiheitsbedürfnis und die Furcht vor Einsamkeit. In der rauen Landschaft am Wattenmeer und mit Hilfe einer einheimischen Künstlerin wird die Erzählerin widerstandsfähiger, geht eine Liebesaffäre ein und öffnet sich für einen neuen Anfang.

Hermann bleibt ihrem Stil treu – ihr Text ist von lakonischen Sätzen und Leerstellen durchwoben, die zum Nachdenken anregen. Das Ungesagte, das Existenzielle sowie die überraschenden Wendepunkte garantieren eine intensive Lektüre und brachten dem Roman eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse ein.


S. Fischer Verlag

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