Tereza Semotamová empfiehlt
Luna Luna

Maren Kames, Luna Luna © 2019 Secession Verlag für Literatur, Zürich Hatten Sie auch schon einmal Lust, Pop zu hören und dabei Gedichte zu lesen? Und was wäre, wenn jemand einen Shaker nehmen und beides mixen würde, bis ein erfrischendes Getränk entsteht? Maren Kames ist eine junge deutsche Dichterin, deren zweite Gedichtsammlung Luna Luna für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden ist. Übrigens wird die Nominierung von Poesie für den wichtigsten Buchpreis nach Jahren ohne Berücksichtigung in Literaturkreisen beinahe als politische Entscheidung wahrgenommen.

Kritiker ordnen Luna Luna der lunatischen Poesie zu. Falls Sie nicht wissen, was das ist, kann es Ihnen vielleicht helfen, Annie Lennox und ihr Lied No More I Love You‘s einzuschalten. Die Gedichtsammlung ist eine Anbetung der Liebe, die Verse werden in die Nacht herausgeschrien, handeln von verlorener Liebe und sind in einer spielerischen, leichten Form geschrieben. Darin unterscheidet sich Kames vom Großteil der zeitgenössischen Poesie. Sie schreibt nicht in Zaum'-Sprache, gleichzeitig biedert sie sich aber auch niemandem an. Die Texte der Lieder vermischen sich mit einem Strom lunatischer Besinnung, es entsteht ein natürlicher Fluss, in dem es erlaubt ist, sich zu verlieren und wiederzufinden. Im Internet ist übrigens der Soundtrack zum Buch zu finden, ein interessanter Mix, passend für die, die gerade ein gebrochenes Herz haben oder schon einmal etwas solches erlebt haben.

Secession Verlag für Literatur

Maren Kames
Luna Luna
Secession Verlag für Literatur, Zürich, 2019
ISBN 978-3-906910-67-3
112 Seiten

Rezensionen in den deutschen Medien:
Perlentaucher
Deutschlandfunk Kultur

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