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18:30–20:00 Uhr

Lorenz Hemicker: Mein Großvater, der Täter

Lesung und Diskussion|Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: “Zwischen den Zeilen – Kultur und Politik im Dialog”

Grafische Veranstaltungseinladung mit farbigen, übereinanderliegenden Karteikarten. Auf einer gelben Karte steht in der lettischen Sprache „Starp rindiņām – Kultūra un politikā dialogā“. Daneben befindet sich eine grüne Karte mit dem Hinweis auf eine Lesung und ein Gespräch mit Lorenz Hemicker mit dem Titel in der lettischen Sprache „Mein Großvater, der Täter“, ergänzt durch die Beschreibung in der lettischen Sprache „Gespräch: Familiengeschichte und Aufarbeitung“. Unten stehen Datum und Uhrzeit: „11.02.“ und „18:30“. Rechts ist ein stilisiertes Foto von Lorenz Hemicker im Porträtformat zu sehen. Illustration: © Goethe-Institut Riga / Ingus proģis; Foto: © F.A.Z.-Foto Lucas Bäuml

Grafische Veranstaltungseinladung mit farbigen, übereinanderliegenden Karteikarten. Auf einer gelben Karte steht in der lettischen Sprache „Starp rindiņām – Kultūra un politikā dialogā“. Daneben befindet sich eine grüne Karte mit dem Hinweis auf eine Lesung und ein Gespräch mit Lorenz Hemicker mit dem Titel in der lettischen Sprache „Mein Großvater, der Täter“, ergänzt durch die Beschreibung in der lettischen Sprache „Gespräch: Familiengeschichte und Aufarbeitung“. Unten stehen Datum und Uhrzeit: „11.02.“ und „18:30“. Rechts ist ein stilisiertes Foto von Lorenz Hemicker im Porträtformat zu sehen. Illustration: © Goethe-Institut Riga / Ingus proģis; Foto: © F.A.Z.-Foto Lucas Bäuml

Am 11. Februar 2026 laden wir zu einer Lesung und einem Gespräch mit dem deutschen Schriftsteller und Journalisten Lorenz Hemicker und dem lettischen Historiker Iļja Ļenskis ein.  Der Abend wird moderiert von Gints Grūbe, lettischer Regisseur und Filmproduzent.

Ausgangspunkt des Abends ist Hemickers aktuelles Buch „Mein Großvater, der Täter“. Darin setzt sich der Autor mit den Fragen auseinander, wie ein Mensch zum Täter wird- und wie ein Verbrechen aus der Vergangenheit eine Familie bis in die Gegenwart hinein prägen kann. Er folgt den Spuren seines Großvaters bis nach Lettland, der als Mitglied der SS an einem der größten Massaker an europäischen Juden in Rumbula beteiligt war.

Aus dieser Recherche entstand eine eindringliche, persönliche Erkundung der deutschen Geschichte vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit: ein Familienporträt, das zugleich ein vielschichtiges Bild einer ganzen Gesellschaft zeichnet.

Wenn Familiengeschichte auf gesellschaftliche Verantwortung trifft, stellt sich die Frage, wie Menschen mit belastenden Erzählungen ihrer Herkunft umgehen. Welche Verantwortung entsteht, wenn private Erinnerungen plötzlich Teil eines größeren historischen Zusammenhangs werden? Und wie verändert sich das eigene Selbstbild, wenn man sich der Rolle früherer Generationen stellt?

Fragen um Wechselwirkungen zwischen individueller Erinnerung und kollektiver Verantwortung widmen sich Lorenz Hemicker, Iļja Ļenskis im Gespräch mit Gints Grūbe

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich an! „Mein Großvater, der Täter” ist ein autobiografisch‑journalistisches Buch des Schriftstellers Lorenz Hemicker, das im April 2025 im Verlag Rowohlt Berlin erschien.

Die Veranstaltung wird von Goethe-Institut Riga und Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert.
 

Teilnehmer der Lesung und der Diskussion

  • Lorenz Hemicker wurde 1978 in Gummersbach geboren und ist im Sauerland aufgewachsen. In Aachen studierte er zunächst Architektur, dann Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2014 war er Chef vom Dienst des sicherheitspolitischen Magazins "Loyal". 2014 wechselte er zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und schrieb seit 2017 in der Politikredaktion. Seit Juli 2023 ist er Chef vom Dienst von FAZ.NET.
     

  • Ilja Ļenskis ist ein lettischer Historiker und Direktor des Museums „Ebreji Latvijā“ in Riga. Als ausgewiesener Experte für jüdische Geschichte in Lettland beschäftigt er sich mit jüdisch‑lettischen Beziehungen und Erinnerungskultur. Ļenskis prägt die öffentliche Debatte über Antisemitismus, historische Verantwortung und trägt mit seiner Arbeit dazu bei, die jüdische Geschichte Lettlands sichtbar und verständlich zu machen.

  • Gints Grube, geboren 1972 in Cēsis, ist ein lettischer Journalist, Regisseur und Filmproduzent. Als Gründer der Produktionsfirma Mistrus Media hat er zahlreiche preisgekrönte Dokumentar- und Spielfilme realisiert, darunter „Escaping Riga“ und „My Father the Spy“. Mit seinem Hintergrund in Philosophie und Politikwissenschaft bringt er eine tiefgehende Perspektive auf historische und gesellschaftliche Entwicklungen in Osteuropa mit.