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18:30 Uhr

Dmitrij Kapitelman: Russische Spezialitäten

Lesung und Diskussion|Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: “Zwischen den Zeilen – Kultur und Politik im Dialog”

  • Goethe-Institut, Riga

  • Sprache Lesung: Deutsch mit lettischer Übersetzung. Diskussion: Simultanübersetzung Deutsch-Lettisch, Lettisch-Deutsch, Lettische Gebärdensprachdolmetschung
  • Preis Kostenlos
  • Teil der Reihe: Zwischen den Zeilen – Kultur und Politik im Dialog

Grafik mit zwei farbigen Ordner Elementen. Links ein gelber Ordner mit dem Titel „Starp rindiņām – Kultūra un politika dialogā“. Rechts ein violetter Ordner mit Informationen zur Veranstaltung: „Dmitrijs Kapitelmans – ‘Preces no Krievijas’. Saruna par valodas dilemmu. Sarunu vada Gints Grūbe. 04.03. 18:30“. Daneben ein schwarz weißes Porträtfoto von Dmitrij Kapitelman. © Goethe-Institut Riga; Graphik: Ingus Sproģis. Foto: Paula Winkler

Grafik mit zwei farbigen Ordner Elementen. Links ein gelber Ordner mit dem Titel „Starp rindiņām – Kultūra un politika dialogā“. Rechts ein violetter Ordner mit Informationen zur Veranstaltung: „Dmitrijs Kapitelmans – ‘Preces no Krievijas’. Saruna par valodas dilemmu. Sarunu vada Gints Grūbe. 04.03. 18:30“. Daneben ein schwarz weißes Porträtfoto von Dmitrij Kapitelman. © Goethe-Institut Riga; Graphik: Ingus Sproģis. Foto: Paula Winkler

Am 04.März 2026 laden wir herzlich zu einer Lesung und anschließenden Diskussion mit dem deutschsprachigen Autor Dmitrij Kapitelman und dem Schauspieler Aleksandrs Bricis ein. Der Abend wird moderiert von Gints Grūbe, lettischer Regisseur und Filmproduzent.

Ausgangspunkt des Abends ist Kapitelmans aktuelles Buch „Russische Spezialitäten“, in dem er die Geschichte seiner ukrainisch‑jüdischen Familie erzählt, deren Zusammenhalt durch den russischen Angriffskrieg und die Macht der Propaganda gefährdet ist. Im Zentrum steht Kapitelman, der versucht, die zunehmende Entfremdung zwischen ihm und seiner Mutter zu überwinden – einer Mutter, die den Narrativen des russischen Staatsfernsehens folgt und den Krieg unterstützt, während er selbst zwischen seiner Liebe zur russischen Sprache, seiner Herkunft aus Kyjiw und der politischen Realität des Krieges zerrissen wird.

Dieses Spannungsfeld zwischen Sprache als Identität, als politisches Statement und als alltägliches Kommunikationsmittel bildet den Hintergrund für Kapitelmans literarische Auseinandersetzung. Sein Buch zeigt, wie Sprache Zugehörigkeit stiften kann, aber auch Grenzen zieht, wie sie verbindet und spaltet und wie sie zum Schauplatz politischer Loyalitäten wird. Zugleich veranschaulicht es wie globale Konflikte in das Innerste von Familien hineinwirken, wie Identität und Sprache zu Kampfzonen werden und wie schwer es ist, Brücken zu bauen, wenn Wahrheiten auseinanderdriften.

Wenn Herkunft, Sprache und politische Konflikte miteinander kollidieren, wie lässt sich dann an seiner Identität festhalten? Diese und weitere Fragen zum Thema „Dilemma Sprache”, widmen sich Dmitrij Kapitelman, Aleksandrs Bricis  und Gints Grūbe.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich an!
„Russische Spezialitäten“ ist ein Roman von Dmitrij Kapitelman, erschienen 2024 im Hanser Verlag.

Die Veranstaltung wird von Goethe-Institut Riga und Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert. 
 

Lasījuma un diskusijas dalībnieki

  • Dmitrij Kapitelman wurde 1986 in Kyjiw geboren, kam im Alter von acht Jahren als „Kontingentflüchtling“ mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein erstes Buch Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, für das er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte Eine Formalie in Kiew, für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde. Der Roman Russische Spezialitäten (2025) wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert.
     

  • Aleksandrs Bricis studierte Schauspielkunst an der Kulturakademie Lettlands. Er ist ein lettischer Schauspieler, der am Mihaila Čehova Rīgas Krievu teātris mit vielseitigem Spiel und prägnanter Bühnenpräsenz überzeugt. Zu seinen jüngsten Rollen zählen Auftritte in „Vecās dāmas vizīte“ (Der Besuch der alten Dame) und „Robins Huds“ (Robin Hud). Neben seiner Theaterarbeit wirkt er bei Projekten wie dem Valmieras vasaras teātra festivāls mit. Zudem assistiert er mehreren lettischen Regisseuren, darunter Matīss Kaža, Elmārs Seņkovs und Vladislavs Troickis.

    Seit seiner Kindheit ist Russisch die Familiensprache, und auch seine Grundschulzeit verbrachte er an einer russischen Minderheitenschule.

  • Gints Grube, geboren 1972 in Cēsis, ist ein lettischer Journalist, Regisseur und Filmproduzent. Als Gründer der Produktionsfirma Mistrus Media hat er zahlreiche preisgekrönte Dokumentar- und Spielfilme realisiert, darunter „Escaping Riga“ und „My Father the Spy“. Mit seinem Hintergrund in Philosophie und Politikwissenschaft bringt er eine tiefgehende Perspektive auf historische und gesellschaftliche Entwicklungen in Osteuropa mit.