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18:30 Uhr
Inga Žolude “Tēvs”
Lesung und Diskussion|Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: “Zwischen den Zeilen – Kultur und Politik im Dialog”
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Goethe-Institut, Riga
- Sprache Sprachen: Lesung: Lettisch mit deutscher Übersetzung. Diskussion: Simultanübersetzung Lettisch-Deutsch, Deutsch-Lettisch, Lettische Gebärdensprachdolmetschung
- Preis Kostenlos
- Teil der Reihe: Zwischen den Zeilen – Kultur und Politik im Dialog
Ausgangspunkt des Abends ist Žoludes aktuelles Buch „Tēvs“ (Vater). Eines der zentralen Motive des Buches ist das Vergessen. Die Autorin rekonstruiert die Erinnerungen ihres an Alzheimer erkrankten Vaters sowie die ihrer Familie und verwebt sie auf eindrucksvolle Weise mit historischen Ereignissen der Sowjetunion und der Lebensrealität des Homo sovieticus. Die Schriftstellerin sucht nach Antworten auf Fragen des Erinnerns und Vergessens: Was machen Erinnerungen mit uns?
Was machen wir mit Erinnerungen? Was wählen wir bewusst und unbewusst aus, um es aus unserem Gedächtnis zu verdrängen? Wie beeinflussen individuelle Erinnerungs- und Vergessensprozesse die Gesellschaft als Ganzes – und umgekehrt? Wie prägen Individuum und Gesellschaft die im Laufe der Geschichte entstandenen Traumata?
Žoludes „Tēvs“ lädt dazu ein, Parallelen zwischen dem „Homo sovieticus“ und ostdeutschen Sozialisationserfahrungen zu ziehen und regt damit eine Reflexion darüber an, wie politische Systeme, Familiengeschichten und gesellschaftliche Narrative unser Gedächtnis formen und prägen.
Inga Žolude über ihr Buch:
„Dies ist ein Lebensroman, denn er erzählt die Geschichte meiner Familie. Meine zweisprachige lettisch-russische Familie wurde zum Gegenstand meiner Überlegungen in dem Versuch, die Wahrheit unter dem Schleier der Geschichte freizulegen, die vom aktuellen militärischen Konflikt hier in Europa überschattet wird. Bei der Erforschung der Familienerinnerungen waren mir viele davon nicht mehr zugänglich, da bei meinem Vater Alzheimer, die Krankheit des Vergessens, diagnostiziert wurde – eine Form der Demenz, die derzeit die am weitesten verbreitete Erkrankung ist und in Zukunft immer mehr Menschen weltweit betreffen wird. Es ist beängstigend zu erkennen, dass das Vergessen global werden wird, doch noch erschütternder ist die Erfahrung, wie innerhalb von nicht einmal hundert Jahren das historische Vergessen die durch den Totalitarismus verursachten Tragödien begraben hat.“
(www.dgramata.lv)*
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich an!
„Tēvs“ ist ein Roman von Inga Žolude, erschienen 2025 im Verlag „Dienas Grāmata“.
Die Veranstaltung wird vom Goethe-Institut Riga und Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert.
Teilnehmende
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Inga Žolude
Schriftstellerin
Die Schriftstellerin und Doktorin der Philologie Inga Žolude (1984), Trägerin des Literaturpreises der Europäischen Union (2011), ist inzwischen Autorin von insgesamt elf Prosabüchern und lehrt kreatives Schreiben. Für ihren Roman DIE ROTEN KINDER (Sarkanie bērni, 2012) erhielt sie zudem den den Preis „Dienas Gada balva kultūrā“ (Kulturjahrespreis der Zeitschift „Diena“). Für den Roman VENDE(N)ES LOTOSBLUME (Vendenes lotospuķe) aus der Reihe Ich bin … (2021) wurde ihr der Egon-Līvs-Gedächtnispreis „Küstenmenschen“ (Krasta ļaudis) verliehen.
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Ingvilda Strautmane
Moderatorin
Strautmane ist eine profilierte Stimme des lettischen Kulturbetriebs. Sie moderiert die Radiosendungen "Kultūras Rondo" und "Radio mazā lasītava" beim Lettischen Rundfunk und beschäftigt sich im Rahmen ihres Doktoratsstudiums an der Rīgas Stradiņa Universitāte mit den komplexen Beziehungen zwischen Macht und Medien. Ihre journalistische Erfahrung reicht von Fernsehen und Presse bis hin zur kuratorischen Arbeit in Museen. Seit ihrer Schulzeit am Rigaer Staatlichen Deutschen Gymnasium (ehemals Zentas Ozolas Rigaer 5. Vidusskola) begleitet sie ein besonderes Interesse für den deutschsprachigen Kulturraum, welches durch ihr Masterstudium in Kultur- und Medienmanagement an der Lettischen Kulturakademie in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg weiter vertieft wurde. Als Übersetzerin hat sie unter anderem Dorothea Kühl-Martinis Buch„Merilina – An Papst Johannes XXIII., Briefe zwischen Himmel und Hölle“ ins Lettische übersetzt.
Links zum Thema
Ort
Marijas iela 13 k-1
(Bergs Basars)
LV-1050 Riga
Lettland
Die Veranstaltung findet in barrierefreien Räumlichkeiten statt, die gut für Rollstuhlfahrer zugänglich sind.
Ort
Marijas iela 13 k-1
(Bergs Basars)
LV-1050 Riga
Lettland
Die Veranstaltung findet in barrierefreien Räumlichkeiten statt, die gut für Rollstuhlfahrer zugänglich sind.