Das Programm der „Academy of Care“ (AoC) für den dritten Jahrgang umfasst die folgenden Phasen:
1. Das Einführungsseminar
Das Programm beginnt mit einem dreitägigen Seminar, das grundlegende Konzepte zum Bewusstsein über eine psychische Gesundheit und eine traumasensible Betreuung vermittelt. Diese Grundlage stattet die Teilnehmenden mit dem notwendigen Wissen aus, um die nachfolgenden Programmphasen erfolgreich zu meistern.
2. Workshops für kreative, expressive therapeutische Interventionen und „Facilitation“
In den folgenden vier Wochen führen internationale Therapeut*innen und erfahrene Trainer*innen die Teilnehmenden durch eine intensive, praxisorientierte Ausbildung in Dramatherapie, Kunsttherapie und Musiktherapie.
Diese Workshops, die jeweils zwei Wochen dauern, kombinieren interaktive Seminare, praktische Übungen und „peer-supervisierte“ Praxissitzungen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich auf die Kunsttherapie oder Musiktherapie spezialisieren, während alle eine umfassende Ausbildung in Dramatherapie erhalten.
3. Die Ausbildung zur Entwicklung von Projektvorschlägen
In dieser Phase konzentrieren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Entwicklung von Vorschlägen für gemeindebasierte Projekte. Unter der Anleitung von Mentoren und Mentorinnen beginnen sie, Pilotprojekte zu entwerfen, die eine oder mehrere der erlernten kreativen Therapietechniken nutzen. Ziel dieser Vorschläge ist es, nach Abschluss des Programms psychische Gesundheitsförderungen und kreative Therapien in lokale Gemeinschaften zu bringen.
4. Die praxisorientierte Woche mit einer „Peer-Supervision“
In der letzten Phase setzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fähigkeiten in die Praxis um, indem sie kreative Therapiesitzungen innerhalb ihrer Gruppen leiten. Diese praxisorientierte Woche, begleitet von „Peer-Supervisionen“, ermöglicht es ihnen, ihre „Facilitation“-Techniken zu verfeinern und in einer unterstützenden Lernumgebung Feedbacks zu erhalten.
Die Startfinanzierung
Das Startfinanzierungsprogramm der „AoC“ bietet eine finanzielle Unterstützung und ein Mentoring an, um Teilnehmenden die Umsetzung eigener gemeindebasierter Initiativen zu ermöglichen. Diese Projekte erweitern die Wirkung des „AoC“-Trainings, indem sie kreative therapeutische Techniken wie Kunst-, Musik- und Dramatherapie nutzen. Für die psychischen Herausforderungen in lokalen Kontexten.
Die Ziele der startfinanzierten Projekte:
Die Förderung des mentalen Wohlbefindens und der Bewusstseinsbildung durch Workshops, Aufklärungskampagnen und durch praxisorientierte therapeutische Verfahren in unterversorgten oder gefährdeten Gemeinschaften.
Die Anpassung der Initiativen an die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Regionen, um sicherzustellen, dass die kreativen Ansätze kulturell relevant und zugänglich sind.
Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Empfänger*innen der Startfinanzierung ein kontinuierliches Mentoring von „AoC“-Trainer*innen und „Peers“. Das Mentoring hilft ihnen, ihre Projekte zu verfeinern, Herausforderungen zu bewältigen und ihre Wirkung zu maximieren.
Durch die Unterstützung dieser Projekte befähigt das Startfinanzierungsprogramm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur dazu, Veränderungen voranzutreiben. Es trägt darüber hinaus zur Förderung nachhaltiger Initiativen im Bereich der psychischen Gesundheit bei, welche weit über den Abschluss des Programms hinaus fortbestehen.
Die Höhepunkte des zweiten Teils (Mai bis Juli 2024):
Die Teilnehmenden des zweiten Teils der „Academy of Care“ (AoC) durchliefen eine intensive Ausbildung, die von acht erfahrenen Psychiater*innen und internationalen Therapeut*innen mit Spezialisierungen auf kreative Therapien geleitet wurde. Experten und Expertinnen aus Singapur („Lasalle College of the Arts“), Deutschland (Universität für Musik und Theater Hamburg), Israel, Pakistan, Sri Lanka („Research Institute for Dramatherapy“) und Myanmar brachten vielfältige Perspektiven und Ansätze in die kreative Therapie ein. Wodurch das Lernen der Teilnehmenden bereichert wurde.
Die dreizehn Teilnehmer*innen, die alle ein Vollstipendium erhielten, kamen aus verschiedenen Regionen Myanmars. Darunter Myitkyina (Kachin), Hpa-An (Kayin), Loikaw (Kayah), Taunggyi (Süd-Shan), Lashio (Nord-Shan), Kyein Tone (Nord-Shan), Maungdaw (Rakhine), Gwa (Rakhine), Hlegu, Kawt Hmu (Yangon) und Hakha (Chin). Sie repräsentierten eine Vielzahl von beruflichen Hintergründen. So zum Beispiel Lehrkräfte, frühkindliche Pädagog*innen, Jugendleiter*innen, Anwält*innen, Berater*innen, Künstler*innen, Gemeindeleiter*innen und Pflegekräfte. Gemeinsam bauten sie ein starkes Netzwerk auf, das es ihnen ermöglichte, die einzigartigen Herausforderungen in den verschiedenen Regionen besser zu verstehen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Nach den ersten sechs Wochen intensiver Schulung mit lokalen und internationalen Experten und Expertinnen nahmen die Teilnehmenden an praxisorientierten Workshops und Sitzungen teil, um ihr Verständnis für kreative Therapien zu vertiefen und sich auf die Anwendung dieser Ansätze in ihren Gemeinschaften vorzubereiten.
Die praxisbasierte Woche und das „Open House“:
Während der praxisbasierten Woche setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr erlerntes Wissen ein, indem sie kreative Therapie-Sitzungen innerhalb ihrer Gruppen leiteten. Zunächst übten sie intern, um das Erlernte zu verarbeiten, bevor sie im Rahmen einer „Open House“-Veranstaltung am Goethe-Institut Myanmar Workshops für externe Gäste durchführten und ihre Wissen weitergaben.
Vor der Rückkehr in ihre Heimatorte erhielten die Teilnehmenden ein Training zum Schreiben von Projektvorschlägen, um sich für Startfinanzierungen zu bewerben. Ziel war es, gemeindebasierte Initiativen zu starten, die das Bewusstsein für psychische Gesundheit fördern und durch kreative Therapieansätze das Wohlbefinden und die Heilung in ihren Gemeinschaften stärken.
Die Startfinanzierung und ausgewählte Projekte:
Fünf Teilnehmer*innen, die vier Projekte repräsentieren, wurden erfolgreich durch ein Pitching- und Auswahlverfahren des Programmjury-Teams für eine Startfinanzierung ausgewählt. Die ausgewählten Projekte konzentrieren sich auf die Unterstützung von Jugendlichen, älteren Menschen und Hauptpflegekräften in den Regionen Chin, Shan, Yangon und Bago. Diese Projekte werden über dreieinhalb Monate umgesetzt, und die Abschlussberichte werden bis Dezember 2024 erwartet.
Durch diese praxisorientierte Erfahrung und die Projektunterstützung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin das Bewusstsein für eine psychische Gesundheit fördern und Heilung durch kreative Therapien in ihren jeweiligen Gemeinschaften erleichtern.
Die Höhepunkte des Programms des dritten Teils: Der Welttag der psychischen Gesundheit (vom 10. bis 12. Oktober 2024):
Während dieser Woche wird die „Academy of Care“ mit internationalen Therapeuten und Therapeutinnen zusammenarbeiten, um öffentliche Vorträge und Interventionsverfahren durchzuführen. Die Teilnehmer*innen des dritten Teils werden praktische Erfahrungen sammeln und gemeinsam mit den Alumni der „AoC“ die Öffentlichkeit aktiv einbinden, um das Bewusstsein für eine psychische Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern.
Die „World Mental Health Days“ (WMHD) 2024: Der „Mindful October“ - Kreative Wege zu mentalem Wohlbefinden und Heilung
Anlässlich der „World Mental Health Days“ (WMHD) 2024 präsentieren wir mit Stolz den „Mindful October“: Kreative Wege zu mentalem Wohlbefinden und Heilung. Eine dreitägige Veranstaltung, die sich der Förderung des mentalen Wohlbefindens durch kreative und kulturelle Aktivitäten widmet. Vom 10. bis 12. Oktober 2024 laden wir Sie herzlich ein, im Goethe-Institut Myanmar an einer bereichernden Erfahrung teilzunehmen. Sie wird die Resilienz, emotionale Heilung und ein persönliches Wachstum fördern - insbesondere für die Jugend Myanmars und die breitere Gemeinschaft.
Die Höhepunkte der Veranstaltung:
Während dieser drei Tage haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich an den folgenden Angeboten zu beteiligen:
- Die Workshops: Kunsttherapie, Musiktherapie und Dramatherapie, geleitet von lokalen und internationalen Experten und Expertinnen.
- Theateraufführungen und Poesie-Lesungen: Begleitet von musikalischen Darbietungen, die Themen wie emotionales Wohlbefinden und psychische Gesundheit im Blick haben.
- Kurzfilmvorführungen und Jugenddialoge: Offene Diskussionen über mentales Wohlbefinden und emotionale Resilienz.
- Diese interaktiven Angebote helfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die psychische Gesundheit durch kreative Ansätze zu erforschen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, Stress zu handhaben und Emotionen in einer unterstützenden Umgebung auszudrücken.
Unsere Kooperationspartner:
Diese Veranstaltung wird gemeinsam vondem Goethe-Institut Myanmar, der „Academy of Care“ (AoC), dem „British Council“, der Europäischen Union, dem „Institut Français de Birmanie“ und unseren lokalen Partnern ausgerichtet. Gemeinsam möchten wir mentale Herausforderungen angehen, indem wir die Kraft des kreativen Ausdrucks nutzen. Mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Traumabewältigung.