© Goethe-Institut Mexiko
© Goethe-Institut Mexiko
Im Jahr 2005 war das Goethe-Institut Mexiko weit mehr als nur ein Sprachlernzentrum. Seine Unterrichtsräume, die Bibliothek, Galerien, Gärten und Begegnungsräume bildeten einen Treffpunkt für Studierende, Künstler*innen, Intellektuelle und ein vielfältiges Publikum mit Interesse an zeitgenössischer Kultur. Von seinem Sitz in der Straße Tonalá aus förderte das Institut Sprachkurse, Ausstellungen, Filmreihen, Vorträge und Projekte der kulturellen Zusammenarbeit, die den Dialog zwischen Mexiko und Deutschland stärkten.
Die Fotografien dieser Galerie bieten einen Einblick in den Alltag des Goethe-Instituts vor zwei Jahrzehnten: in die Räume, in denen Deutsch gelernt, Bücher und Zeitschriften konsultiert, bei einer Tasse Kaffee Gespräche geführt oder neue künstlerische Ausdrucksformen entdeckt wurden. Ein Rundgang durch eine Institution, die dem Austausch, dem Wissenserwerb und dem Bau kultureller Brücken verpflichtet ist und deren Mission auch sechzig Jahre später noch von diesen Werten geprägt wird.
© Stehlik
© Goethe-Institut Mexiko
Das Goethe-Institut Mexiko führte im Jahr 2010 mehrere Projekte zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit durch mit dem Ziel eine vielversprechende Zukunft aufzubauen. Aus der Überzeugung heraus, dass Kunst und Kultur aktiv einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel leisten können, förderte das Institut Initiativen, welche im kollektiven Sinne über die derzeitigen ökologischen Herausforderungen sowie die gemeinsame Verantwortung darüber aufklärten
Zu diesem Zweck wurde das Projekt RESIDUAL ins Leben gerufen, bei dem mithilfe von künstlerischen Eingriffen innerhalb der Stadt, auf die Umweltverschmutzung durch Müll aufmerksam gemacht werden sollte. Ergänzend dazu gab es eine Ausstellung im MUCA Roma (Museo Universitario de Ciencias y Arte), welche die Entwicklung verschiedener Vorschläge und Hintergrundinformationen präsentierte sowie ein Programm mit Aktivitäten, die nicht nur die Einhaltung der bereits geltenden Umweltvorschriften betonte, sondern auch bezüglich der gemeinsamen Verantwortung sensibilisierte und über mögliche Lösungen mit verschiedenen Ansätzen nachdenken ließ.
Im selben Jahr wurde zusammen mit dem deutschen Künstler Gerhard Bär ein Projekt der Gemeinde Miravalle, einem Vorort von Mexiko-Stadt, organisiert, das Nachhaltigkeit, die gemeinschaftliche Beteiligung und künstlerisches Schaffen kombinierte. Mithilfe der Unterstützung des Goethe-Instituts, reiste der Designer nach Mexiko, um einen Workshop zu Polyethylen (thermoplastischer Kunststoff) zu veranstalten, bei dem er die kreative Nutzung wiederverwertbarer Materialien vorantreiben mochte Das erfolgreiche Pilotprojekt hat sowohl national, als auch international Aufmerksamkeit erregt. Dabei wurde das Potenzial der Kunst als Mittel zur Förderung nachhaltiger Maßnahmen deutlich. Zudem trägt sie auch zur Stärkung des Engagements der verschiedenen Gemeinschaften für den Umweltschutz bei.
© Jim Avignon
Fünf Wochen, sieben Wände und mehr als 70 Künstler*innen. Auf Einladung des Goethe-Instituts Mexiko tourte der Maler und Aktionskünstler Jim Avignon durch Zentralamerika und die Karibik. Unter dem Namen „De mi barrio a tu barrio“ (Von meinem Viertel in dein Viertel) verwandelte der deutsche Künstler in Zusammenarbeit mit lokalen Künstler*innen graue Fassaden in zahlreichen Städten der Region in Freiluftkunstwerke.
Das Projekt entstand in Kooperation mit den jeweiligen deutschen Botschaften und den deutschen Kulturgesellschaften vor Ort. In einem Wettbewerb reichten über 300 Künstler*innen aus 13 Ländern ihre Arbeiten ein, woraufhin eine professionelle Jury 70 Kunstschaffende auswählte, die gemeinsam mit Jim Avignon die Wände gestalten sollten.
Die Idee hinter dem Projekt bestand darin, die ausgewählten Werke nicht nur in ihrem jeweiligen Ursprungsland auszustellen, sondern auf die Reise durch Zentralamerika und die Karibik mitzunehmen. Große Drucke diverser Werke wurden teilweise in die Wandgemälde eingearbeitet. So entstand zum Beispiel auf dem Parlamentsgebäude von Costa Rica eine Open-Air-Galerie mit Kunstwerken aus Panama, Guatemala, Mexiko, Puerto Rico und weiteren Ländern der Region.
Um das Projekt und die entstandenen Kunstwerke dauerhaft zu dokumentieren, wurden sie in der Publikation „De mi barrio a tu barrio: Street Art in Mexico, Central America and the Caribbean“ festgehalten.
© Miguel Servellon
Im Laufe seiner Geschichte hat das Goethe-Institut Mexiko den Tanz als Raum interkultureller Begegnung, des künstlerischen Experimentieres und gesellschaftlicher Reflexion gefördert.
Aus diesem Grund war der Saal Máximo Avilés Blonda im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt war im Januar 2024 Schauplatz der Aufführungen der neu gegründeten Compañía de Danza de Centroamérica y el Caribe (CODACA).
Das Ensemble kann als ein echtes lateinamerikanisches Kooperationsprojekt betrachtet werden. Sie wurde 2013 in El Salvador mit Unterstützung des Goethe-Instituts Mexiko und mit Finanzierung durch das Zentralamerikanische Integrationssystem (SICA) gegründet. An ihrer Entstehung waren Tanzfachleute aus Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Honduras, Panama und der Dominikanischen Republik beteiligt. Gerade diese Verbindung unterschiedlicher kultureller Einflüsse macht die Besonderheit des künstlerischen Stils von CODACA aus, erklärte Karol Marenco, künstlerische Leiterin der Tanzkompanie und Direktorin der Nationalen Tanzkompanie El Salvadors.
Die spektakuläre Tanzveranstaltung im Palacio de Bellas Artes wurde vom mexikanischen Kulturministerium (Secretaría de Cultura), der Stiftung Edanco und dem Goethe-Institut organisiert und stellte einen der Höhepunkte der Lateinamerika-Tournee des jungen Tanzensembles dar.
© Goethe-Institut Mexiko
Das Deutschlandjahr (2016-2017) markierte einen Höhepunkt hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und bot eine einzigartige Möglichkeit, um den Dialog, den Austausch und die Zusammenarbeit in den verschiedensten Bereichen, wie innerhalb von Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Innovation zu stärken. Die binationale Initiative entstand unter dem Motto "Allianz für die Zukunft," aus dem gemeinsamen Wunsch heraus, die Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko zu vertiefen sowie neue Räume für die gemeinsame Auseinandersetzung mit globalen Hersuasforderungen unserer Zeit zu schaffen.
Bereits in den ersten Phasen der Planung spielte das Goethe-Institut Mexiko bei der Umsetzung des ehrgeizigen Projektes eine entscheidende Rolle. Die Kooperation ermöglichte die Entwicklung eines vielfältigen und interdisziplinären Programms, das Zielgruppen aller Altersgruppen ein zeitgemäßes und facettenreiches Bild von Deutschland vermittelte – jenseits traditioneller Stereotypen.
Inspiriert von der Vision Alexander von Humboldts und der Idee, dass es sich bei allem um Interaktion handelt, förderte das Deutschlandjahr die Berührungspunkte zwischen Menschen, Ideen und Disziplinen. Über 1.431 Veranstaltungen in 53 Städten Mexikos, innerhalb 27 Bundesstaaten des Landes, haben den Wissensaustausch angeregt, die institutionellen Verbindungen gestärkt und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Vertreter*innen aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft eröffnet.
Das Deutschlandjahr wurde dank der Zusammenarbeit eines breiten Netzwerks von Institutionen ermöglicht, welche sich für die Beziehungen der beiden Länder stark einsetzen. Zusammen mit der Deutschen Botschaft in Mexiko und dem Goethe-Institut Mexiko waren der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit, die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (CAMEXA), der Kulturfonds der deutschen Wirtschaft (PIAC), die Alexander-von-Humboldt-Schulen in Mexiko und der Bundesverband der Deutschen Industrie und Handel (BDI) beteiligt. Dank der gemeinsamen Arbeit dieser Institutionen war es möglich ein vielfältiges Programm zu entwickeln, welches nicht nur den Austausch auf kultureller, akademischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene förderte, sondern auch eine strategische Partnerschaft ausbaute, die sich am Dialog und der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft orientiert hat.
© Goethe-Institut Mexiko
© Goethe-Institut Mexiko
© Goethe-Institut Mexiko
© Goethe-Institut Mexiko