Nachgehakt: Ein Jahr voller Hin und Her

Bremen Impression
© M. Vu

"Ein Jahr ist’s her, seitdem ich Neuseeland verlassen habe. Ein Jahr ist’s her, seitdem ich wieder zu Hause in Deutschland bin. Ein Jahr voller Hin und Her." - Die ehemalige Praktikantin Manja berichtet von ihrer Zeit seitdem ein Rückholflug sie von Neuseeland zurück nach Deutschland brachte. 

Von Manja Vu

Endlich zu Hause, aber nicht wirklich.

Es fühlte sich komisch an, wieder in das Kinderzimmer zu ziehen, nachdem man fünf Jahre zuvor das Elternhaus verlassen hat, um die Welt zu erkunden: Für mich hieß es Ausland, Studium, Ausland. Vor allem meine letzte Station, dem schönen Neuseeland, wo ich beim Goethe-Institut ein Praktikum absolvierte, nahm ein abruptes Ende an. Zurück in Deutschland musste ich mich nicht nur daran gewöhnen, dass sich eine Pandemie weltweit ausbreitet, sondern auch, dass ich wieder in einer Stadt lebe, die zum einen meine Heimat ist, aber nicht mein zu HauseZuhause. Denn mehr als ein paar Mal im Jahr, zu Weihnachten oder an Geburtstagen, verbringt man dann doch nicht so viel Zeit hier. Mein zu Hause ist da, wo ich die letzten Jahre gelebt habe, an dem Ort, bevor ich nach Neuseeland ging.  

Köln.

Drei Monate war ich also bei meinen Eltern im Norden Deutschlands, bevor es für mich zurück in meine Wahlheimat Köln ging. Eigentlich wollte ich immer weg aus Köln. Nun war ich froh wieder da zu sein. Köln sollte jedoch nur ein Zwischenstopp sein. Zurück in meinem WG-Zimmer, zurück in meinem (quasi) alten Leben, hieß es für mich erstmal sich einzuleben und eine Struktur im Alltag zu finden. Mein Umzug nach Köln bedeutete vor allem jedoch mein Studium beenden. Die Bachelorarbeit wartete nämlich nur sehnsüchtig darauf geschrieben zu werden. Die eigentlich dafür geplanten drei Monate wurden zu sechs. Mein kurzer Zwischenstopp in Köln hält immer noch an. Das letzte Jahr zeigte mir nur, dass nichts so ist, wie es einst geplant war.
 
  • In der Heimat Bremen © M. Vu
    In der Heimat Bremen
  • Kölner Dom © M. Vu
    Kölner Dom
  • Das neue Lieblingshobby der Deutschen: Spazieren gehen im Park © M. Vu
    Das neue Lieblingshobby der Deutschen: Spazieren gehen im Park
  • Ricarda, die ich beim Praktikum im Goethe-Institut kennengelernt habe, treffe ich ab und zu zum Kaffee trinken © M. Vu
    Ricarda, die ich beim Praktikum im Goethe-Institut kennengelernt habe, treffe ich ab und zu zum Kaffee trinken

Stillstand.

Corona ist mittlerweile seit über einem Jahr in unserem Leben. Trotz hin und her, vor allem in der Politik, wird das Virus im alltäglichen Leben akzeptiert. Manche Menschen hat die Pandemie mehr, manche weniger beeinträchtig, Jeff Bezos zum Beispiel. Ich fühle mich in einer sehr privilegierten Situation, da mir Sicherheit durch ein Zuhause und ein festes Einkommen geboten wird, selbst wenn ich noch nicht an meinem Traumziel angelangt bin. Mein nächster Schritt ist es, den Berufseinstieg zu schaffen, idealerweise in Berlin. Berlin ist eine Stadt, die mich schon immer sehr gereizt hat. Vor allem im deutschsprachigem Raum, denke ich, dass Berlin mir die meisten Möglichkeiten gibt mich weiter zu entwickeln - sowohl beruflich, als auch persönlich. 
 
Jedoch baue ich mir keinen Druck auf. Die Pandemie hat mir gelehrt spontan und flexibel zu sein, denn alles kann sich in wenigen Tagen ändern. Auch wenn die Welt zwischenzeitlich stillstand, kann es nur besser werden.

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