Konferenz "Wege zur lernfreundlichen Schulraumgestaltung"
Deutsch hat Klasse

Konferenz 2018 © Foto: Artur Zwierzchowski © Goethe-Institut e.V. Konferenz 2018 Foto: Artur Zwierzchowski © Goethe-Institut e.V.

Als das Projekt "Deutsch hat Klasse" im Jahr 2014 mit einer Konferenz im Warschauer Hotel Mercure Grand eingeläutet wurde, konnte noch niemand den Erfolg erahnen, den das Projekt vier Jahre später vorzuweisen haben werde. Ein Erfolg in Gestalt von über 300 umgestalteten Klassenräumen in ganz Polen und das Gefühl, die Welt ein wenig zum Besseren verändert zu haben. Nebenbei, aber nicht zufällig, entstand auch eine Ansammlung von Best-Practice-Beispielen, die es mit der Öffentlichkeit zu teilen galt – auf der großen Abschlusskonferenz "Wege zur lernfreundlichen Schulraumgestaltung – Herausforderungen und Chancen" organisiert vom Goethe-Institut am 29.-30. Oktober 2018 in Warschau.

Als Schauplatz wurde bewusst ein bereits bekannter Ort gewählt - das Hotel Mercure Warszawa Grand, wie schon vier Jahre zuvor, um den sprichwörtlichen Kreis zu schließen. Auch diesmal fanden sich unter den geladenen Gästen Experten aus den Bereichen Pädagogik, Didaktik, Architektur, Akustik, darüber hinaus Vertreter von Bildungsbehörden und -institutionen, Fachberater aus Lehrerfortbildungszentren und vor allem Schulleiterinnen und Schulleiter aus ganz Polen wieder.

Der erste Tag der Konferenz war inhaltlich auf Praxisbeispiele fokussiert. Den Auftakt gab Dr. Michael Kirch von der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einem Vortrag zur Schulraumgestaltung, sowie Beispielen innovativer Schulräume aus der ganzen Welt. Anschließend präsentierte Ewa Ostaszewska vom Goethe-Institut Warschau die Ergebnisse des Projekts "Deutsch hat Klasse". Aus Umfragen, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurden, ging hervor, dass weit über 90% der Lehrer, aber vor allem auch der Schülerinnen und Schüler, mit der Umgestaltung ihres Klassenraums zufrieden sind.

Nach der Pause kamen dann diese besagten Schüler zu Wort. Kamila Młyńska, Oliwia Komorowska und Adrian Bugdol - allesamt Schüler, die in verschiedenen Teams am Projekt teilgenommen haben - berichteten den Gästen von den eingeführten Änderungen im Klassenraum sowie deren Einfluss auf den Deutschunterricht. Aber auch die Meinung von Lehrern und Schulleitern durfte nicht fehlen. Als nächstes präsentierten zwei Lehrerinnen (Marta Młyńska aus Sierakowice und Dorota Niewiadomska aus Trąbki Wielkie) und zwei Schulleiter (Ewa Tuz aus Trąbki Wielkie und Paweł Korzeń aus Głogów), wie "Deutsch hat Klasse" ihren Unterricht bzw. ihre Schule revolutioniert hat.

Der inhaltliche Teil wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, an der alle bisherigen Referentinnen und Referenten teilnahmen. Am Abend wurden alle Gäste zu einem Empfang in die Bibliothek des Goethe-Instituts Warschau eingeladen.

Nachdem am ersten Tag die Frage zum "Was?" weitläufig erläutert wurde, sollte der zweite Tag das "Wie?" beantworten und den Teilnehmern das benötigte theoretische Grundwissen liefern. Wie Schulräume effektives Lernen fördern können, erklärte Prof. Przemysław Gębal, Dozent an der Universität Warschau und Schlesischen Technischen Universität. Ein wichtiger und noch zu oft vernachlässigter Aspekt an Schulen ist die richtige Akustik in Klassenzimmern. Einen Beitrag dazu lieferte Herr Mikołaj Jarosz von der Firma Ecophon. Was Goethe schon Anfang des 19. Jahrhunderts feststellte ist heute nicht weniger aktuell - Farben haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und können, entsprechend gewählt, das Lernen begünstigen. Die Innenarchitektin Anna Wręga zeigte u. a., welche Farben sich für den Einsatz in Klassenräumen eignen und wie man sie miteinander kombinieren kann. Den pädagogischen Mehrwert einer entsprechenden Raumgestaltung präsentierte Dr. Rafał Otręba von der Wirtschaftsuniversität Kattowitz, der in seiner früheren Position als Schulleiter durch revolutionäre, von "Deutsch hat Klasse" inspirierte räumlichen Änderungen seine Schule in einen Ort zum Leben verwandelte. Das Konzept des Klassenraums als dritten Lehrer stellte Frau Dr. Carola Gnadt vor, Schulleiterin des Humboldt-Gymnasiums Potsdam, das mit dem Deutschen Schulpreis 2016 ausgezeichnet wurde.

Die Konferenz wurde zum Abschluss von Ulrike Würz, der stellvertretenden Leiterin des Goethe-Instituts Warschau, inhaltlich zusammengefasst. Das Goethe-Institut bedankt sich herzlich bei allen Referenten und Teilnehmern!
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