Die ganze Welt ein Bauhaus?

Die ganze Welt ein Bauhaus?

„Die ganze Welt ein Bauhaus“, die Formulierung stammt von dem Bauhauslehrer Fritz Kuhr (1928). Das sollte bedeuten: es gibt kaum eine Sphäre des  Zusammenlebens, die der Bauhaus-Gedanke von „Gestaltung“, zwischen Kunst, Handwerk und Technik, unberührt lässt. Wir haben in diesem Programm dem Zitat noch ein Fragezeichen hinzugefügt. Was ist 100 Jahre später dran am Bauhaus, was lässt sich noch von ihm lernen, und wo hat sich das Bauhaus vielleicht zu Tode gesiegt?
 

Kontexte

Als Design neu gedacht wurde

1919 gründete Walter Gropius das Bauhaus – und revolutionierte damit Architektur und Design. Welchen Einfluss hat die Kunstschule heute? Auf diese und andere Fragen antworten hier polnische und deutsche Autoren.


Die Ausstellung „bauhaus.film.expanded“, ZKM Karlsruhe © Markus Heltschl 2020

Filme am Bauhaus
Das unverwirklichte Projekt der Schule

Zu den am Bauhaus gerne eingesetzten künstlerischen Ausdrucksmitteln gehörte auch der Film. Die dort entstandenen Produktionen vermitteln die Ideen der Schule. Viele der Filme wurden jedoch nicht gedreht oder nicht in die Kinos gebracht. Die Gründe dafür erklärt kurz Professor ​Andrzej Gwóźdź.


Die Wohnsiedlung „Osiedle na Kole“, Warschau, Entwurf: Helena und Szymon Syrkus, 1940er-Jahre Foto (Ausschnitt): Anna Cymer

Bauhaus-Architektur in Polen
Der Einfluss des Bauhauses in Polen

Mit der Gründung des Bauhauses wollte Walter Gropius die Vorstellung von Architektur und Design revolutionieren. Doch viele seiner Nachfolger interpretierten seine Ideen auf ihre eigene Weise und nach ihren eigenen Bedürfnissen.


Tanzabend in Dessau, 1925-1932 Foto (Ausschnitt) © Bauhaus-Universität Weimar, Archiv der Moderne; Fotograf unbekannt

Feste am Bauhaus
Lass uns feiern!

Im Bauhaus wusste man, wie man sich amüsiert. Feste und Kostümbälle wurden aus jedem möglichen Anlass organisiert. Gefeiert wurden Begrüßung und Abschied von Dozenten oder Diplomverleihung, und die Feiern hatten verschiedene Leitmotive. Alles kreiste um den Leitgedanken der Schule: gemeinsam arbeiten und gemeinsam feiern.


Die Ausstellung „Die ganze Welt ein Bauhaus“ im SARP in Warschau Foto (Ausschnitt): Dariusz Gackowski/SARP

Boris Friedewald im Gespräch
Bauhaus – moderne Schule der Sinne und des Sinns

Was machte das Bauhaus aus, wie war die Lehre strukturiert und warum hat es für uns heute noch eine Bedeutung? Diese Fragen beantwortet Boris Friedewald, Bauhaus-Forscher und Kurator der Ausstellung „Die ganze Welt ein Bauhaus“, die am 6. März 2020 in Warschau eröffnet wurde.


Gertrud Grunow, 1936 (Zuschnitt) © Bauhaus-Universität Weimar, Archiv der Moderne; Fotograf unbekannt

Gertrud Grunow und das Bauhaus
Sie bewegen sich gegen eine Mauer von der blauen Farbe

Das Bauhaus gehörte zu den ersten Hochschulen in Deutschland, die auch Frauen aufnahm. Eine von ihnen war Gertrud Grunow – sie untersuchte die Verbindungen zwischen dem menschlichen Körper, der Farbe und dem Ton. Die innovativen Ideen dieser Dozentin präsentiert Paulina Olszewska.


  "Frauen im Bauhaus" © Juan Camilo Roa 2018

Die „Bauhaus-Frauen“
Weibliche Lehrlinge erwünscht – bloss nicht zu viele!

Zum Thema Frauen am Bauhaus gibt es viele Mythen. Autorin Theresia Enzensberger zeigt auf: Was Gleichberechtigung von Frauen angeht, war die Schule zwar fortschrittlich, doch der inklusive Gestus blieb unvollständig.


Frau im Stahlrohrsessel von Marcel Breuer, 1926. Foto (Zuschnitt): © Bauhaus-Archiv Berlin/Dr. Stephan Consemüller

Gestaltung von Lebensvorgängen

Mit einer künstlerischen Avantgarde wollte die Kunstschule Bauhaus soziales und damit bezahlbares Wohnen ermöglichen. Oberstes Ziel war es, mit revolutionärem Design eine neue Lebensgestaltung für eine Gesellschaft im Umbruch zu entwerfen.


Die Mutter aller Satellitenstädte: Die Gropiusstadt Foto (Zuschnitt): © picture alliance/Bildagentur-online/Schöning

Von der Vorzeigestadt zum Brennpunkt – und zurück

Die Gropiusstadt in Berlin gilt als Mutter der Satellitenstädte. Der Baumeister Walter Gropius hat sich deren Entwicklung allerdings ganz anders vorgestellt.


Gruppenbild der Bauhausmeister in Dessau (1926): v. l. n. r: Josef Albers, Hinnerk Scheper, Georg Muche, László Moholy-Nagy, Herbert Bayer, Joost Schmidt, Walter Gropius, Marcel Breuer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer. Foto (Zuschnitt): © picture alliance akg images

Acht Dinge, die Sie über das Bauhaus wissen müssen

Karges Design, Schlichtheit und Effizienz – wie das Bauhaus das Leben ändern wollte.


Form follows function: Einige Bauhaus-Maxime sind zu geflügelten Wörtern geworden. Foto: © Tobias Schrank

Wissen in Kürze: Bauhaus in sechs Sätzen

Bauhaus begegnet uns im Alltag öfter, als wir denken – und zwar nicht nur im Möbelhaus. Einige Maxime der Designschule sind zu geflügelten Wörtern geworden.


Besucherin im Bauhaus-Museum in Tel-Aviv, Israel. Foto (Zuschnitt): © picture-alliance/dpa/Sara Lemel

„Bauhaus gehört verstanden – und nicht unkritisch bejubelt“

Arne Winkelmann, Architektur-Experte aus Frankfurt am Main, plädiert für eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kunstrichtung Bauhaus. Ein Interview.


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