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18:00 Uhr

Desinformation in der Wohnungskrise – Die Rolle der Kooperativen

Präsentation und Gespräch|Eine Veranstaltung im Rahmen des EU-Projekts Citizens and Libraries against Disinformation

Banner CLAD, Veranstaltung 28.11.2025, Lissabon q Bild: Eugen Korda © Goethe-Institut

Banner CLAD, Veranstaltung 28.11.2025, Lissabon Bild: Eugen Korda © Goethe-Institut

Am 28. November um 18:00 Uhr findet in der Bibliothek des Goethe-Instituts in Lissabon eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Desinformation im Kontext der Wohnungskrise statt, mit besonderem Fokus auf die Rolle der Kooperativen. Der Eintritt ist frei.

Im ersten Teil der Veranstaltung werden die Ergebnisse der journalistischen Recherche zum Thema von der Journalistin Sara Reis Teixeira von Polígrafo erstmals vorgestellt. Die Untersuchung analysiert, wie Desinformation die Debatte über Wohnen beeinflusst und hebt die Rolle der Kooperativen hervor, die eine zentrale Funktion in der Bereitstellung und Verbreitung verlässlicher Informationen zu diesem Thema einnehmen.

Im zweiten Teil folgt eine Diskussion mit Filipa Serpa (Faculdade de Arquitetura da Universidade de Lisboa), Frederico Santos (CASES), Jorge Guilherme (Federação Nacional de Cooperativas de Habitação Económica) und Vattani Saray-Delabar (Rede Co-Habitar), moderiert von Tiago Mota Saraiva (Faculdade de Arquitetura da Universidade de Lisboa), über die Rolle der Kooperativen als Antwort auf die Wohnungskrise. Dabei werden Herausforderungen und Potenziale dieses Modells im aktuellen urbanen und sozialen Kontext beleuchtet – im Rahmen des Internationalen Jahres der Kooperativen 2025.
Die Veranstaltung Desinformation in der Wohnungskrise – Die Rolle der Kooperativen ist Teil des europäischen Projekts Citizens and Libraries against Disinformation (CLAD), das von der Europäischen Union im Rahmen des Citizens, Equality, Rights and Values Programme finanziert und in Portugal und der Slowakei von 2024 bis 2026 durchgeführt wird. Ziel des Projekts ist es, die Rolle von Bibliotheken als Orte der Informationsvermittlung und des gesellschaftlichen Dialogs zu stärken. In Zusammenarbeit mit europäischen Partnerinstitutionen fördert das Projekt Workshops, Schulungen und öffentliche Veranstaltungen, die Bürgerinnen und Bürger dazu befähigen, Desinformation aktiv zu erkennen und ihr entgegenzuwirken.

Teilnehmer*innen

  • Architektin, mit einem Abschluss in Architektur und Stadtplanung (Faculdade de Arquitetura da Universidade de Lisboa, 2000), Spezialisierung in urbaner und ökologischer Regeneration (Faculdade de Arquitetura da Universidade Técnica de Lisboa, 2002) sowie einer Promotion in Urbanismus über öffentlich geförderte Wohnungsbauprojekte in Lissabon (Faculdade de Arquitetura da Universidade de Lisboa, 2015). Sie arbeitet seit 2000 mit der Fakultät für Architektur der Universität Lissabon zusammen, ist außerordentliche Professorin im Fachbereich Städtebau und integrierte Forscherin am Forschungszentrum für Architektur, Urbanismus und Design (CIAUD) mit Schwerpunkt auf Wohnungsbau und öffentlichem Raum. Sie leitet einen postgradualen Ausbildungskurs zur Innovation im Wohnungsbau, der von der Faculdade de Arquitetura da Universidade de Lisboa angeboten wird, und war zwischen 2023 und 2024 stellvertretende Vorsitzende des Exekutivvorstands des Instituts für Wohnungswesen und Stadterneuerung.

  • Frederico Costa Santos hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Universidade Lusíada de Lisboa und einen Master in Unternehmens- und Rechtspraktiken der Sozialwirtschaft am Instituto Superior de Contabilidade e Administração do Porto (ISCAP – P. Porto). Seit 2022 arbeitet er als Jurist bei der Cooperativa António Sérgio para a Economia Social (CASES) und ist Teil der Rechtsabteilung dieser Organisation. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit widmet er sich dem Studium und der Anwendung des Rechtsrahmens für Einrichtungen der Sozialwirtschaft, mit besonderem Schwerpunkt auf Genossenschaften. Er nimmt regelmäßig an Initiativen zur Ausbildung, Forschung und Verbreitung im Bereich des Genossenschaftsrechts und der Sozialwirtschaft teil und trägt so zur Förderung und Stärkung des Sektors in Portugal bei.

  • orge Guilherme hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft an der Universidade Lusíada de Lisboa und ist Mitglied der Kammer der vereidigten Buchhalter. Er begann seine berufliche Laufbahn im Bankwesen und wechselte später in den Bereich der Immobilienvermögensverwaltung, wo er für die Verwaltung und Instandhaltung von nicht wohnwirtschaftlich genutzten Immobilien aus Immobilienfonds verantwortlich war. Seit 2001 widmet er sich der Genossenschaftsbewegung, mit besonderem Schwerpunkt auf sozialem Wohnungsbau. In den letzten zwei Jahrzehnten hat er Wohnprojekte geleitet, Genossenschaftsprojekte begleitet und in Leitungsorganen verschiedener Wohnungsbau- und Sozialgenossenschaften mitgewirkt. Seine Arbeit ist geprägt von der Entwicklung innovativer Programme für den Verkauf zu kontrollierten Kosten und für geförderte Mietmodelle, um den Zugang zu würdigem und nachhaltigem Wohnraum zu fördern. Derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender der FENACHE – Nationaler Verband der Genossenschaften für sozialen Wohnungsbau, wo er weiterhin aktiv zur Stärkung des genossenschaftlichen Sektors und zur Förderung öffentlicher Politiken für erschwinglichen Wohnraum beiträgt.

  • Seit Januar 2025 beim Polígrafo ist Sara Reis Teixeira vor allem an Politik, Gesellschaft und internationalen Themen interessiert. Bevor sie sich in dieser Zeitung der Faktenüberprüfung widmete, war sie Teil des Teams von Correio da Manhã Online, wo sie mit Breaking News arbeitete. Gerade im Umgang mit dem Druck und der Schnelligkeit der aktuellen Nachrichten erkannte sie die Gefahren, die durch Desinformation entstehen, und wurde motiviert, eine aktive Rolle im Kampf dagegen zu übernehmen.

  • Doktorand im Bereich Urbanismus an der Université Grenoble Alpes und in Architektur am ISCTE-IUL. Seine Dissertation konzentriert sich auf die Analyse sozialer Repräsentationen bei der Konzeption von Projekten für gemeinschaftliches Wohnen, die das Altern ihrer Bewohner berücksichtigen. Er ist Mitglied der integralen Genossenschaft Rizoma sowie des Netzwerks Co-Habitar, einem nationalen Netzwerk von Wohnungsbaugenossenschaften in kollektivem Eigentum.

  • Tiago Mota Saraiva ist ein portugiesischer Architekt und Stadtplaner. Er absolvierte 2000 sein Architekturstudium an der Faculdade de Arquitectura der Universidade Técnica de Lisboa und spezialisierte sich 2004 in Architektur, Territorium und Erinnerung an der Universität Coimbra. Er ist Gründungspartner und geschäftsführender Architekt bei ateliermob, einer interdisziplinären Plattform für Architektur, Stadtentwicklung und öffentliches Engagement, und Mitgründer der Genossenschaft Working with the 99%, die partizipative Wohnprojekte und städtische Generalpolitik fördert. Zudem übernimmt er diverse Leitungsfunktionen: im Vorstand der SOU Largo‑Wohnungsgenossenschaft, der europäischen Netzwerkinitiative Re:Kreators sowie als Placemaking-Leader bei Placemaking Europe. Seit 2019 ist er als Honorarprofessor an der Architektur‑Fakultät der Universität Lissabon tätig und engagiert sich als externer Berater für interkulturelle Stadtentwicklung beim Europarat. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Analysen zum städtischen Wohnungsmarkt und tritt als Kolumnist in Zeitungen wie i und Dias 15 in Erscheinung.