|

18:00 Uhr

Ler com Goethe: Maxim Biller, Sechs Koffer

Auf Entdeckungsreise durch die deutschsprachige Literatur|Mit Gilda Lopes Encarnação und Paulo Rêgo

  • Goethe-Institut Lissabon, Lissabon

  • Sprache Portugiesisch
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: Ler com Goethe

Goethe in der Bibliothek des Goethe-Instituts Bild: © Luís Encarnação

Goethe in der Bibliothek des Goethe-Instituts Bild: © Luís Encarnação

Am 13. März um 18:00 Uhr findet eine weitere Sitzung von Ler com Goethe – Auf Entdeckungsreise durch die deutschsprachige Literatur statt. Ein Treffpunkt für alle, die gerne lesen und ihre Eindrücke und Erfahrungen zu Büchern, Autor:innen, Ausgaben und Übersetzungen teilen möchten. Die Treffen, die alle zwei Monate jeweils freitags um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Goethe-Instituts stattfinden, werden von der Germanistin und literarischen Übersetzerin Gilda Lopes Encarnação kuratiert. Für das zweite Gespräch des Jahres wurde das Werk Sechs Koffer von Maxim Biller ausgewählt, das in einer Diskussion mit Gilda Lopes Encarnação und dem Übersetzer Paulo Rêgo besprochen wird.

Interessiert? Melden Sie sich per E-Mail an: biblioteca.lisboa@goethe.de

Über das Buch

Die Erzählung beginnt 1965 in Prag, als der Erzähler sechs Jahre alt ist. Der Vater übersetzt einen Klassiker der tschechischen Literatur, und Onkel Dimas wird an diesem Tag aus dem Gefängnis entlassen. Er hatte versucht, aus der Tschechoslowakei in den Westen zu fliehen, wurde aber am Flughafen festgenommen. Auch der Patriarch der Familie wurde einst in Moskau wegen Devisenschmuggels verhaftet und hingerichtet. Wer hat ihn verraten? Wer hat den Onkel, den Vater und den Großvater dieser großen und komplexen Familie hintergangen? In einer Atmosphäre ständiger Verdächtigungen, Geheimnisse und Lügen erzählt der Erzähler die Geschichte seiner jüdischen Familie aus sechs verschiedenen Blickwinkeln – aber immer in der Ich-Perspektive. Eine Geschichte, die sich quer durch Europa bewegt, von Prag nach Hamburg, über Zürich und Berlin, und die von seltsamen und exzentrischen Figuren geprägt ist, die zwischen dem ehemaligen Ostblock und dem Eldorado des Westens hin- und herwandern.

Über den Autor

Maxim Biller wurde 1960 in Prag geboren. 1970 floh er mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester nach Deutschland. Er studierte Neuere deutsche Literatur, Geschichte und Philosophie in Hamburg und München und schrieb seine Abschlussarbeit über das Judentum im Werk von Thomas Mann. Viele Jahre lebte er in München, bevor er nach Berlin zog. Derzeit hält er eine Reihe von Vorlesungen über Poetik an den Universitäten Heidelberg und Göttingen. Sechs Koffer ist sein einziges ins Portugiesische übersetztes Werk. Das Buch stand 2018 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. 2023 veröffentlichte er in Deutschland den Roman Mama Odessa, die Geschichte einer jüdischen Familie, die in den 1970er-Jahren aus der Sowjetunion nach Deutschland flieht.

Mögliche Gesprächsthemen

  1. Ironie, Humor und Zynismus in Sechs Koffer von Maxim Biller
  2. Der "stalinistische Wahnsinn" und das "Eldorado" des Westens
  3. Die jüdische Diaspora (während des Kalten Krieges)
  4. Sechs Koffer: Familiensaga? Kriminalroman? Memoiren? Autobiografischer Roman?
  5. Schuld und Vergebung: Wer ist der Verräter und wer der Verratene? Opfer und Täter? Wie lebt man in einer Atmosphäre ständiger Verdächtigungen?
  6. Sechs "Koffer", sechs Kapitel, sechs Perspektiven, sechs Figuren, ein Erzähler

Gäste

  • Gilda Lopes Encarnação

    Gilda Lopes Encarnação hat einen Abschluss in Modernen Sprachen und Literaturen an der Fakultät für Literaturwissenschaften der Universität Lissabon, einen Master in Germanistik an derselben Fakultät und einen Doktortitel in deutscher Literatur mit einer Arbeit über Paul Celan (Universidade Nova de Lisboa und Universität Salzburg, Österreich). Sie hat u. a. Jürgen Habermas, Karl Marx, Károly Kerényi, Byung Chul-Han, Paul Celan, Thomas Mann, Stefan Zweig, Franz Kafka, Joseph Roth und Marlen Haushofer übersetzt. Von 1997 bis 2003 war sie Lektorin für Portugiesische Sprache und Literatur an der Universität Salzburg. Literarische Übersetzungen sind ihre Leidenschaft.

  • Paulo Rêgo

    Paulo Rêgo (geb. 1971, Lissabon) übersetzt aus dem Englischen und Deutschen, vor allem jedoch zeitgenössische Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Literatur. Zu den jüngsten zählen Esther Kinsky, Robert Menasse, Sasha Marianna Salzmann, Marion Poschmann, Maxim Biller, Iris Wolff und Bernhard Schlink. Darüber hinaus hat er auch Werke von Günter Grass, Hermann Hesse, Heinrich Böll, Marianne Fritz, Leo Perutz, Hans Fallada und Stefan Zweig übersetzt. Er hat an Treffen von Übersetzer:innen aus dem Deutschen sowie an Übersetzungsworkshops teilgenommen und war zu Residenzen am Europäischen Übersetzer-Kollegium (EÜK) in Straelen eingeladen. Im Jahr 2019 wurde er mit dem Literaturübersetzungspreis Francisco Magalhães (APT-SPA) für die Übersetzung von Außer sich von Sasha M. Salzmann ausgezeichnet.