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18:00 Uhr

Ler com Goethe: Marlen Haushofer, Matamos Stella e Contos Escolhidos

Auf Entdeckungsreise durch die deutschsprachige Literatur|Mit Gilda Lopes Encarnação

  • Goethe-Institut Lissabon, Lissabon

  • Sprache Portugiesisch
  • Preis Eintritt frei
  • Teil der Reihe: Ler com Goethe

Goethe in der Bibliothek des Goethe-Instituts Bild: © Luís Encarnação

Goethe in der Bibliothek des Goethe-Instituts Bild: © Luís Encarnação

Am 15. Mai um 18:00 Uhr findet eine weitere Sitzung von Ler com Goethe – Auf Entdeckungstour durch die deutschsprachige Literatur statt. Ein Treffpunkt für alle, die gerne lesen und ihre Eindrücke und Erfahrungen zu Büchern, Autor:innen, Ausgaben und Übersetzungen teilen möchten. Die Treffen, die alle zwei Monate jeweils freitags um 18:00 Uhr in der Bibliothek des Goethe-Instituts stattfinden, werden von der Germanistin und literarischen Übersetzerin Gilda Lopes Encarnação kuratiert. Nach der Veröffentlichung von Die Wand (2024) von Marlen Haushofer in Portugal und der Veranstaltung zu diesem Roman in der Bibliothek des Goethe-Instituts kehren wir erneut zu dieser österreichischen Autorin zurück – diesmal, um über ihre Novelle Wir töten Stella sowie zwölf ausgewählte Erzählungen aus fast hundert von ihr veröffentlichten Kurzgeschichten zu sprechen.

Interessiert? Melden Sie sich per E-Mail an: biblioteca.lisboa@goethe.de

Über das Buch

Erneut steht die Frau im Mittelpunkt der Novelle und der meisten dieser Erzählungen – eine Frau, gefangen in den Konventionen einer patriarchalen Gesellschaft, einer konventionellen Ehe, eines kleinbürgerlichen Lebens. Diese Frau blickt nicht mehr durch eine gläserne Wand, sondern durch die Scheibe eines Fensters. Inwiefern kündigt die Protagonistin von Wir töten Stella (1958) bereits die Hauptfigur von Die Wand an? Und wie setzen die Frauen, die in den ausgewählten Erzählungen (mehrheitlich aus dem Jahr 1968) ihre Geschichten erzählen, die unvergessliche Figur aus Die Wand (erschienen 1963) fort?

Über die Autorin

Marlen Haushofer, eigentlich Marie Helene Frauendorfer, wurde am 11. April 1920 in Frauenstein, Oberösterreich, geboren und starb am 21. März 1970 in Wien. Mit zehn Jahren kam sie in ein Internat in Linz, das von Ursulinen geführt wurde. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und Graz. Den Großteil ihres Lebens verbrachte sie in Steyr als Hausfrau, Ehefrau, Mutter und Schriftstellerin. Sie schrieb Romane, Erzählungen und Kinder- und Jugendliteratur. Familiäre Fesseln, die Monotonie des Alltags, die eisige Kälte der kleinbürgerlichen Seele, das Gefühl der Unvollständigkeit gegenüber sich selbst und der Welt um sie herum gehören zu den Themen, die ihr Werk prägen.

Mögliche Gesprächsthemen

  1. (Dis-)Kontinuitäten im Verhältnis zum Roman Die Wand
  2. Die Rolle der Frau in der österreichischen Gesellschaft der fünfziger und sechziger Jahre
  3. Das Nachkriegs-Österreich in Haushofers Erzählungen
  4. Judentum und Antisemitismus in Haushofers Erzählungen
  5. Das befremdliche/unheimliche Element in Haushofers Werk
  6. Schweigen, Komplizenschaft, Verdrängung und Verrat

Gäste

Gilda Lopes Encarnação

Gilda Lopes Encarnação hat einen Abschluss in Modernen Sprachen und Literaturen an der Fakultät für Literaturwissenschaften der Universität Lissabon, einen Master in Germanistik an derselben Fakultät und einen Doktortitel in deutscher Literatur mit einer Arbeit über Paul Celan (Universidade Nova de Lisboa und Universität Salzburg, Österreich). Sie hat u. a. Jürgen Habermas, Karl Marx, Károly Kerényi, Byung Chul-Han, Paul Celan, Thomas Mann, Stefan Zweig, Franz Kafka, Joseph Roth und Marlen Haushofer übersetzt. Von 1997 bis 2003 war sie Lektorin für Portugiesische Sprache und Literatur an der Universität Salzburg. Literarische Übersetzungen sind ihre Leidenschaft.