Matthias Jügler
Über den Autor

Matthias Jügler © Literarisches Colloquium Berlin
Matthias Jügler, geboren 1984, studierte Germanistik, Skandinavistik und Kunstgeschichte in Halle, Greifswald und Oslo, anschließend Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Schrieb für die Literaturzeitschrift EDIT, die Kulturseiten des Goethe-Instituts und übersetzt ab und an Literatur aus dem Norwegischen.

Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. Sein Debütroman „Raubfischen“ erschien 2015 bei Blumenbar. Die Übersetzung der Graphic Novel „Liker Stilen“ von Bendik Kaltenborn erscheint demnächst beim Avant Verlag. Er ist Herausgeber der Anthologie „Wie wir leben wollen“, die im März 2016 bei Suhrkamp erscheint.

Kleiner Leuchtturm im Lernen der deutschen Literatur

„Welche deutsche Autoren kennen Sie?“ oder „Bücher von welchen gegenwärtigen deutschen Autoren lesen Sie gerne?“ lautete die Frage an die Teilnehmer der Workshops von Matthias Jügler im Goethe-Institut Taschkent, am Staatlichen Fremdspracheninstitut Samarkand und an Staatlichen Universitäten in Karschi und Urgentsch.

Künstlertreffen im Solomon-Judakov-Hausmuseum

Um das Aufenthaltsprogramm für den eingeladenen Autor, Matthias Jügler abwechslungsreich zu gestalten, wurden auch Autoren- bzw. Künstlertreffen im Esenin-Museum sowie Solomon-Judakov-Hausmuseum veranstaltet.

Blog von Matthias Jügler

Matthias Jügler
Samarkand

9:26 Uhr. Ich gehe immer geradeaus. Die Mausoleen, die großen Straßen, die Fahnen in Landesfarben, Stiefmütterchen in den Rondellen inmitten der Kreisverkehre. Bald schon sehe ich nichts mehr davon.
 

Matthias Jügler
Nach Fergana

Nebeltag. 13:15 Uhr. Fahrt von Taschkent nach Fergana. Dass ich in einem Diplomatenfahrzeug sitze, ist Zufall und Glück. Acht Inlandsgrenzen erzählt die Fahrerin, gilt es zu überwinden. Man werde uns durchlassen, dem grünen Kennzeichen sei dank. Taschkenter Umland: Felder, Kanäle, schlammiges Wasser, ein paar Angler, daneben Rohre, die aus den Fabriken kommen, die Abwasser bringen, Schwermetalle, anderes.

Matthias Jügler
Zurück

Zurück in Leipzig. Die Gesichter der Usbeken, etwas in ihnen, eine Mischung aus Angst, Vorbehalt und dem festen Wunsch sich mitzuteilen. Diese Gesichter habe ich vor Augen. Die Usbeken, die sich mir anvertraut haben, niemals in der Gruppe, immer nur im Schutz der Zeugenlosigkeit: Sie hätten Angst, sagte sie, sagte er.

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