#übersetzerisolation

 Buch und Kaffee Photo by freestocks on Unsplash

Im Frühling 2020 haben viele von uns eine ganz neue Lebens-, Arbeits- und Kommunikationsweise für sich entdeckt – nämlich ohne das Haus zu verlassen. Besonders stark bekamen die Kreativen die Auswirkungen der Isolation zu spüren, denn ohne Zuschauer existiert kein Theater, ohne Filmset kein Kino, ohne kolossale Erfahrung der Interaktion mit der Außenwelt keine Literatur. Jedoch gibt es unsichtbare Helden, dessen Superstärke die Transplantation fremder Kunstwerke in den eigenen Kulturgrund ist – und dabei kommen sie kaum vom Schreibtisch. Im Mai startet das Goethe-Institut auf seiner Webseite einen Vlog, in dem die Übersetzer und der sie umhüllende Eremitenmythos ins Rampenlicht rücken. Die Trägerin des Goethe-Förderpreises für beste Erstübersetzungen aus dem Deutschen ins Russische Tatiana Zborovskaya stellt ihre Kolleg*innen aus Russland und der ganzen Welt vor und spricht mit ihnen über Arbeit und Alltag in den Zeiten der Corona-Krise und unter normalen Bedingungen.

Ekaterina Aralova © Dmitrij Bretschalov

Ekaterina Aralova, Teil 2

Im 2. Teil unserer #übersetzerisolation mit Ekaterina Aralova erfahren wir, wie ungelegen der Ruhm  manchmal kommen kann, welche Übersetzungsvorgänge sich nach der Geburt eines Kindes entwickeln können und wie sich die Zusammenarbeit mit großen kommerziellen und kleinen unabhängigen Verlagen unterscheidet. Ekaterina Aralova erzählt, welcher Bestsellertitel von Christine Nöstlinger immer noch auf die russische Übersetzung wartet und stellt eine weitere literarische Neuerscheinung vor: die russische Ausgabe von Kirsten Boies „Ein Sommer in Sommerby“, aus der sie für unsere junge Zuschauer*innen zwei Ausschnitte vorliest.

Ekaterina Aralova Foto: privat

Ekaterina Aralova, Teil 1

In den kommenden zwei Wochen ist der #übersetzerisolation-Podcast zu Gast bei Ekaterina Aralova in Bordeaux. Die Trägerin des Merck-Übersetzerpreises 2018 ist genau die richtige Ansprechpartnerin für das Thema Übersetzungsschwierigkeiten – sie spricht über Projekte, die mehr als 15 Jahre dauern, über im Text versteckte „Ostereier“, die feine Grenze zwischen Einfall und Zitat und über kleine Streiche, die Übersetzer*innen manchmal Lektor*innen spielen. Im Dialog mit Tatiana Zborovskaya stellt Ekaterina Aralova die gerade erschienene Erzählung „Die Prinzessin kommt um vier“ von Wolfdietrich Schnurre vor, spricht über Wladimir Majakowski, Michail Soschtschenko, Daniil Charms und Italo Calvino und verrät, wie man Texte, die für Erwachsene geschrieben wurden, in Kinderliteratur verwandeln kann.

Michail Firstov © Goethe-Institut

Michail Firstov

Diesmal begeben wir uns zusammen mit dem Simultandolmetscher Michail Firstov in die #übersetzerisolation. Er und Tatiana Zborovskaya rufen gemeinsam die Erinnerungen an die Vergangenheit ihres Moskauer Bezirks, ihrer Schule und ihrer Lehrer*innen wieder ins Leben, teilen die Geschichte ihrer nachbarschaftlichen Beziehung und diskutieren über die Gestaltung des analogen und digitalen Lernprozesses. Michail Firstov verrät im Detail, ob ein*e Simultandolmetscher*in seine oder ihre Arbeit mit in die Isolation nehmen kann und was er oder sie dafür an Technik braucht.

Maria Zorkaja Detailportrait © Goethe-Institut

Maria Zorkaja, Teil 2

In der zweiten Folge unseres Gesprächs mit Prof. Maria Zorkaja geht es um ein etwas komplexeres Thema: die Didaktik des Literaturübersetzens unter normalen Bedingungen sowie während der Quarantäne. Diese erlauben es einer Lehrperson manchmal, bisher unentfaltete Talente ihrer Studierenden ans Licht zu bringen. Außerdem diskutieren Tatiana Zborovskaya und Maria Zorkaja über Neuerscheinungen und persönliche Vorhaben, betrachten Hermann Hesse von ganz und gar unkonventioneller Seite und sprechen darüber, welche Eigenschaften Maria Zorkaja als Professorin des Literarischen Instituts Moskau an Übersetzer*innen am meisten schätzt.

Maria Zorkaja, ein Portrait vor einem Bücherregal © Goethe-Institut

Maria Zorkaja, Teil 1

Diesmal erfolgt unsere #übersetzerisolation im Dialog mit Maria Zorkaja, Professorin für Literarisches Übersetzen am Gorki-Literaturinstitut Moskau. Ihre Quarantäne-Erfahrungen erwiesen sich als so vielseitig und interessant, dass sie für ganze zwei Folgen reichten: in der ersten diskutieren Maria Zorkaja und Tatiana Zborovskaya über ihre Hauslektüre, über die beruflichen Privilegien der Übersetzer*innen während der Finanzkrise der 1990er-Jahre und jetzt, über Internet-Angebote für junge Übersetzer*innen sowie darüber, warum Isolation eigentlich die besten Arbeitsbedingungen für alle Schreibende schafft. Nächste Woche geht es um die Methodik des Online-Lehrens und -Lernens.

Alexander Fillipov-Chekhov © privat

Alexander Filippov-Tschechow

Das Goethe-Institut Moskau präsentiert eine Pilot-Folge der #übersetzerisolation-Gespräche. Im Fokus: die Lebens- und Arbeitsweise der (meist) unsichtbaren Mitstreiter*innen an der Literaturfront, der Übersetzer*innen während und nach der Corona-Krise – gestreamt von ihrem traditionellen Arbeitsplatz zu Hause. Erster Gast ist Germanist, Übersetzer und Verleger Alexander Filippov-Tschechow (libra).

Tatiana Zborovskaya Portrait © © R2 Photos Tatiana Zborovskaya © R2 Photos
Tatiana Zborovskaya
, Jahrgang 1989, studierte Übersetzen und Dolmetschen, Kreatives Schreiben, Philosophie und Queer-Theorie in Moskau und Jena. Sie übersetzt zeitgenössische Bestsellerautoren, kunst- und kulturtheoretische Texte sowie Kinder- und Jugendliteratur ins Russische und arbeitet seit 2013 für die Frankfurter Buchmesse Moskau. Ihre Übersetzungen wurden in russische Bestsellerlisten aufgenommen, mehrmals war sie Stipendiatin deutscher und Schweizer Stiftungen und Werkstätten. 2018 erhielt Tatiana Zborovskaya den Goethe-Förderpreis und 2019 die Übersetzungsprämie des Bundeskanzleramtes Österreich.

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