Im vergangenen Jahr hat sich immer wieder die Frage gestellt: Wie können interkulturelle und künstlerische Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter, aber auch angesichts von Pandemien funktionieren? Mara Genschel, Katia Sophia Ditzler und Tomomi Adachi aus Berlin sowie Alexej Grischenko und Evgenii Gawrilow aus Nowosibirsk erkundeten mit dem Goethe-Institut Nowosibirsk und dem Berliner Literaturhaus Lettrétage neue Wege der Kooperation. Gemeinsam wagten wir ein Experiment mit ungewissem Ausgang.
Heraus kam etwas für alle Beteiligten komplett Neues: ein gemeinsam entworfenes Kunsterlebnis in Form einer Virtual-Reality-App, die für alle Nutzer*innen ganz einfach auf dem Smartphone erlebbar ist. Unter dem Titel „B.A.U.“ ist die App für iOS und Android bereits jetzt kostenlos erhältlich. Die fünf Künstler*innen erstellten auf Basis eigens dafür angefertigter Werke ihrer Kolleg*innen fünf virtuelle Räume, in denen Sie – das Publikum – in digitale Realitäten abtauchen. Mittels einer VR-Brille aus Karton wird Ihr Mobiltelefon zur Tür in eine virtuelle Realität, in der Sie sich – umspielt von animierten Gottheiten, gigantischen Lenin-Köpfen und sphärischen Klängen – durch die Räume bewegen und dort mit den eigens für diese App geschaffenen Kunstobjekten interagieren.
B.A.U. ist digitale Literatur, die nicht versucht, die analoge Variante zu kopieren. B.A.U. ist digitale Kunst, ohne eine digitale Ausstellung sein zu wollen.
B.A.U. erschließt nicht nur digitale Kunst, sondern ist auch vollständig in digitaler Zusammenarbeit entstanden. Ohne sich ein einziges Mal physisch zu treffen, schufen die fünf Teilnehmer*innen Räume, in denen sie eigens für diesen Zweck geschaffene Arbeiten ihrer Partner*innen verbinden, adaptieren und schließlich in ein gemeinsames Gesamtkunstwerk transformieren.
Hier können Sie B.A.U. kostenfrei herunterladen:
auf Google Play (Link)
im Apple App Store (Link)
Die Benutzung von B.A.U. erfolgt niederschwellig mittels einer simplen VR-Brille aus Karton. Starten Sie einfach die App, setzen Sie Kopfhörer auf, justieren Sie Ihr Telefon mittig in dem dafür vorgesehenen Fach der Brille und schon kann es losgehen. Ein Tutorial erklärt Ihnen zunächst die Interaktion mit den verschiedenen Schaltflächen. Sollten Sie bei der Benutzung leichten Schwindel oder Übelkeit verspüren, legen Sie eine kurze Pause ein. Wenn die Benutzung der Schaltflächen Probleme bereitet, stellen Sie sicher, dass Ihr Telefon mittig in der Brille positioniert ist. Viel Vergnügen!