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16:30–18:00 Uhr

Kafka, unser Zeitgenosse

Gesprächsveranstaltung|Kafka in Taiwan

  • Taiwan Literature Base: Literature House, Taipei City

  • Sprache Chinesisch
  • Preis Eintritt Frei

Key Visual von Kafka in Taiwan © Taiwan Literature Base

2024 jährt sich der Todestag von Franz Kafka zum 100. Mal. Er ist keineswegs „nur ein Klassiker“. Seine Gesellschaftskritik und seine Bilder von menschlichen Grunderfahrungen sind hochaktuell. Wir nehmen diesen Jahrestag zum Anlass, vom 14. September bis 13. Oktober ein vielfältiges Programm an der Taiwan Literature Base in Taipei zu zeigen.

Franz Kafka war zu seinen Lebzeiten nur wenig bekannt, sein Name wurde jedoch nach seinem Tod im Jahr 1924 durch Posthum-Veröffentlichungen zum Synonym für moderne Literatur. Kafkas Einfluss erstreckt sich zudem auch auf andere Bereiche der Kunst. Seine Werke wurden zu einer Inspirationsquelle für viele Kunstschaffende, unter anderem für den ungarischen Komponisten György Kurtág (1926–), den österreichischen Maler und Illustrator Hans Fronius (1903–1988), den amerikanischen Filmregisseur Steven Soderbergh (1963–) und den deutschen Theaterregisseur Andreas Kriegenburg (1963–), die Werke Kafkas adaptiert haben.

Im Gespräch werden Tong Ya-li, Übersetzerin zahlreicher Werke Kafkas, und Keng Yi-wei, Theaterkritiker, Kurator und Goethe-Medaillen-Empfänger,  über Kafkas Wirken in verschiedenen Kunstbereichen in den letzten 100 Jahren sowie über die Rezeption von Kafkas Werken in Taiwan sprechen und darüber, wie seine Werke zu einem Spiegel für heutige Generationen geworden sind, der uns auf unserem Weg in die Zukunft begleitet.

„Kafka in Taiwan“ ist ein gemeinsames Projekt vom Goethe-Institut Taipei, Czech Economic and Cultural Office Taipei, Czech Center Taipei, Deutschen Institut Taipei und von der Taiwan Literature Base.

GESPRÄCHSTEILNEHMER:INNEN

KENG YI-WEI
Dramaturg am National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying) sowie Dozent für Theaterwissenschaften an der Taipei National University of the Arts und der National Taiwan University of Arts. Seit 2023 ist er künstlerischer Leiter des Tainan Arts Festivals. Keng Yi-wei erwarb seinen Bachelor-Abschluss an der philosophischen Fakultät der National Taiwan University und studierte Pantomime an der Akademie der darstellenden Künste, Fakultät für Musik und Tanz (HAMU) in Prag. Er war künstlerischer Leiter des Taipei Arts Festivals (2012-2017) und des Taoyuan Iron Rose Kunstfestivals (2018-2022), wurde mit der Freundschaftsmedaille des Deutschen Instituts Taipei (2017) und mit der französischen Freundschaftsmedaille L'ordre des Arts et des Lettres (2019) ausgezeichnet. 2023 erhielt er die Goethe-Medaille, ein offizielles Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland. 2020 hat er die Ausstellung „Between Earth and the Sky: The Spiritual State of Our Times“ im Taipei Fine Arts Museum kuratiert und das Hualien Performing Public Space Festival gegründet. Sein zuletzt veröffentlichtes Buch heißt „Keywords for Cultural leadership“ (2018). Yi-wei Keng ist auch Übersetzer diverser Bücher im Bereich Theater, u.a. übersetzte er das Buch „Cambridge Introduction to Theatre Studies“ (2010) ins Chinesische.

TONG YA-LI
geboren 1978 in Taiwan. Schriftstellerin und Übersetzerin der deutschsprachigen Literatur. Nach der Promotion im Fach Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin war sie von 2019 bis 2023 als Assistenzprofessorin am Institut für Deutsche Sprache und Kultur der Fu Jen Catholic University in Taiwan tätig.
Ihre Publikationen umfassen u. a. Berlin und Shanghai, Frauen der Moderne: die „Neue Frau“ im Kino der Republik China (1922–1937) und der Weimarer Republik (Dissertation, 2018), die Gedichtbände Mondschein, Schlafloser (2012), Grenzlandsdämmerung (2010) und Traumwandlungen (2019) sowie die literarischen Übersetzungen The Complete Short Stories of Franz Kafka (in fünf Bänden), Die Ausgesperrten von Elfriede Jelinek, Der geteilte Himmel von Christa Wolf und Wunschloses Unglück von Peter Handke.
Sie ist Stipendiatin der Förderung des Deutschen Übersetzerfonds sowie Teilnehmerin der ViceVersa: Deutsch-Chinesische Übersetzerwerkstatt im Literarischen Colloquium Berlin (2015) und Stipendiatin der Arbeitsaufenthalte in Berlin und Krakau, gefördert von der Robert Bosch Stiftung (2017), im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen (EÜK), gefördert von TOLEDO – ein Programm der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Übersetzerfonds (2019). Im Mai/Juni 2023 war sie zu Gast bei der Übersetzer-Werkstatt „Theater-Übersetzen“ bei den 48. Mülheimer Theatertagen in NRW.
Website: https://www.tongyali.net