Bertolt Brecht im 21. Jahrhundert

Deutsch-Taiwanisches Forum (inkl. Workshops) für Darstellende Künste|Taipei Performing Arts Center x Goethe-Institut Taipei

  • The Taipei Performing Arts Center, Taipei City

  • Sprache Deutsch und Chinesisch
  • Preis Eintrittsfrei (Anmeldung erforderlich)

《Brecht im 21. Jahrhundert》 © TPAC

《Brecht im 21. Jahrhundert》 © TPAC

Das Jahr 2026 markiert den 70. Todestag von Bertolt Brecht. Das Taipei Performing Arts Center (TPAC) und das Goethe-Institut Taipei veranstalten aus diesem Anlass das zweite Deutsch-Taiwanische Forum für Darstellende Künste unter dem Titel „Bertolt Brecht im 21. Jahrhundert“. Dazu werden Theatermacher:innen und Wissenschaftler:innen aus Taiwan und Deutschland – unter anderem vom Berliner Ensemble, dem Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der Künste Berlin und dem Brechtfestival Augsburg – eingeladen. Ausgehend von historischen Kontexten und Archivrecherchen werden Brechts Arbeitsweisen, sein politisches Denken und seine Theaterpraxis neu untersucht. Darüber hinaus wird erforscht, wie Brecht in der zeitgenössischen Theaterarbeit, in kuratorischen Praktiken und in künstlerischen Aktionen fortlaufend übersetzt, reflektiert und neu imaginiert wird.

Im Rahmen des Brecht-Forums bündeln führende Expert:innen aus Deutschland aktuelle Perspektiven auf Brecht und das politische Theater: Sahar Rahimi (Brechtfestival Augsburg) stellt Festivalarbeit und Herausforderungen des Gegenwartstheaters vor und leitet einen Workshop zum persönlich-politischen Arbeiten. Oliver Reese (Berliner Ensemble) spricht über die Entwicklung des Hauses seit der Die Dreigroschenoper und gibt einen Dramaturgie-Workshop. Noah Christian Willumsen (Bertolt-Brecht-Archiv, Akademie der Künste) beleuchtet in zwei Vorträgen Brechts dokumentarische Praktiken sowie Fragen von Autorschaft und Archiv.

Um die theoretischen Diskurse des Forums mit der Theaterpraxis in einen lebendigen Austausch zu bringen, lädt das TPAC das von Bertolt Brecht gegründete Berliner Ensemble ein: Vom 29. bis 31. Mai ist das Ensemble in Taipei zu Gast und zeigt drei Aufführungen seines Klassikers Die Dreigroschenoper. Diese Inszenierung ermöglicht ein unmittelbares Erleben des epischen Theaters und eröffnet zugleich einen direkten künstlerischen Dialog über Brechts zeitgenössische Relevanz.

Anmeldelink für Forum und Workshops: 2026 Germany-Taiwan Symposium on Arts & Culture

  • 1981 in Teheran geboren, ist Regisseurin, Autorin und Performancekünstlerin und Kuratorin. Ihre Arbeiten bewegen sich im Grenzbereich von Theater, Performance, Installation und Video. Der Fokus ihrer Arbeit liegt in kollektiven, partizipativen und inklusiven Kontexten. Sie studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und ist Mitbegründerin der Performancegruppe Monster Truck. Monster Truck realisierte national und international Projekte, inszenierte und gastierte in der Freien Szene und am Stadttheater und erhielt den renommierten Tabori Preis für ihr Gesamtwerk.
    Als Solokünstlerin inszeniert Sahar Rahimi u.a. am Ballhaus Ost-Berlin, am Theater Basel, am Schauspielhaus Wien und an den Münchner Kammerspielen. Zusammen mit Mark Schröppel hat sie seit 2026 die künstlerische Leitung für das Brechtfestival Augsburginne.

  • ist seit der Spielzeit 2017/18 Intendant des Berliner Ensembles. Zuvor leitete er von 2009 bis 2017 das Schauspiel Frankfurt. 1964 in Schloss Neuhaus bei Paderborn geboren, studierte Reese in München Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft und begann seine Laufbahn als Regieassistent, bevor er 1989 Dramaturg am Bayerischen Staatsschauspiel wurde. Weitere Stationen führten ihn als Chefdramaturg ans Ulmer Theater und an das Maxim Gorki Theater sowie als Chefdramaturg und stellvertretenden Intendanten an das Deutsche Theater Berlin, dessen Interimsintendant er 2008/09 war. Als Regisseur, Dramaturg und Autor gilt sein besonderes Interesse biografischen Stoffen und literarischen Dramatisierungen. Zu seinen prägenden Arbeiten zählen unter anderem Bartsch, Kindermörder (1992), Emmy Göring an der Seite ihres Mannes (1994), Goebbels (2005) sowie Bühnenfassungen von Günter Grass’ "Die Blechtrommel" (2015), Benjamin von Stuckrad-Barres "Panikherz" (2018) und Oscar Wildes "De Profundis" (2025). Am Berliner Ensemble verbindet er diese Handschrift mit einem klaren Fokus auf aktuelle Stoffe und zeitgenössische Dramatik lebender Autor:innen.

  • studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Pittsburgh (USA) und Berlin (Deutschland) und war wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2024 leitet er das Bertolt-Brecht-Archiv an der Akademie der Künste, Berlin. Seine Sammlung von fast 100 verlorenen und vergessenen Interviews mit Brecht (»Unsere Hoffnung heute ist die Krise«: Interviews 1926–1956) erschien 2023 im Suhrkamp Verlag. Sein Forschungsinteresse gilt den archivarischen Spuren und journalistischen Interventionen von Theaterautor*innen und -praktiker*innen, wie Brecht, Helene Weigel und Heiner Müller, sowie der Geschichte der Oralität, des Interviews und der Medien der DDR. Seine Aufsätze erschienen in Sinn und Form, Das Brecht-Jahrbuch, Bertolt Brecht in Context, Dreigroschenheft und Heiner Müllers KüstenLANDSCHAFTEN.