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Chemical (Re)actions

Das Goethe-Institut Chicago präsentiert ein neues Projekt, das den künstlerischen Austausch als eine mögliche Antwort auf ökologische und soziale Konflikte an wesentlichen Orten in Chicago ermöglichen möchte. Diese Plattform übersetzt Touren ("toxic tours"), die von lokalen Organisationen vor Ort durchgeführt werden, in virtuelle Inhalte. Unser Anliegen ist es, eine Auseinandersetzung mit den großen Fragen zu Umweltverschmutzung, Industrie, Umwelt, Segregation und sozialer Ungerechtigkeit zu fördern.

 

Chemical (re)actions pilsen tour square© Goethe-Institut/Rosario E. Zavala
Altgeld Gardens Desk© Goethe-Institut/Rosario E. Zavala
Altgeld Gardens© Goethe-Institut/Rosario E. Zavala

Chicago ist für die umfangreichen Redlining-Praktiken und die Bildung stark segregierter Stadtviertel berüchtigt. Die Lebenserwartung in Englewood ist 30 Jahre kürzer als in Streeterville. Es ist die größte Diskrepanz zwischen Stadtvierteln im ganzen Land. Die Statistiken zur öffentlichen Gesundheit zeigen, dass es signifikante Unterschiede in den verschiedenen Stadtvierteln gibt. Das Maß für giftige Emissionen und Verunreinigungen, der Mangel an Grünflächen sind unverhältnismäßig höher in ärmeren und von people of color geprägten Stadtvierteln. Diese Umweltungerechtigkeiten belasten die Bevölkerung und setzen sie einem höheren Gesundheitsrisiko aus.

Grassroot Organisationen haben auf diese Missbräuche reagiert und konnten bisher einige Verbesserungen erreichen. Um ihre Arbeit zu unterstützen und bedingt durch eine Zeit des social distancing, führen viele Organisationen virtuelle "toxic" Touren durch, damit mehr Bewusstsein in der Öffentlichkeit für diese Ungerechtigkeiten und ihre Kampagnen geschaffen wird. Chemical (Re)actions macht einen Teil dieser Informationen aus der Ferne zugänglich und lädt Künstler*innen, Aktivist*innen, Designer*innen und Filmemacher*innen ein, auf diese Hinterlassenschaften und Strategien als vorschlagende Methoden zur weiteren Untersuchung der Begrenzungen und Möglichkeiten der von diesen Gruppen vorgeschlagenen Taktiken zu reagieren.

Am 14. Dezember 2020 wurde Chemical (Re)actions mit den The Tactical Gardens gestartet, ein offener Aufruf für Video-Essays, die sich mit dem Vermächtnis von Hazel Johnson, der Gemeinde Altgeld Gardens und der Arbeit von People for Community Recovery beschäftigen. Das Programm wird bis ins Jahr 2021 mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und virtuellen Vorführungen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Künstlern, und weiteren Umweltrechtsorganisationen fortgesetzt.

Tactical Garends Open Call© People For Community Recovery Archives

Chemical (Re)Actions: On Environmental Struggles in Chicago, ein Projekt des Goethe-Instituts, startet einen offenen Aufruf für Video-Essays, die sich mit dem Vermächtnis von Hazel Johnson, der Gemeinschaft von Altgeld Gardens und der Arbeit von People for Community Recovery auseinandersetzen. The Tactical Gardens ist die erste von drei Plattformen, die Fragen der Umweltverschmutzung, der Umweltsanierung, der Klassenkämpfe, der Segregation, der Industrie und der Immobilienentwicklung in Zusammenarbeit mit Umweltaktivistengruppen in der Stadt untersuchen.
 


Die Tactical Gardens lädt Künstler*innen, Designer*innen, Architekt*innen, Schriftsteller*innen, Filmemacher*innen, Community-Organisator*innen und Aktivist*innen ein, sich mit der Geschichte von Altgeld Gardens auseinanderzusetzen und die Art und Weise zu erforschen, wie wir über Umweltungerechtigkeit, Rassismus, Ungleichheit und toxische Belastungen für Minoritätengemeinschaften rund um den Globus und in der Stadt Chicago denken und damit umgehen.

Drei Arbeiten werden von einer Jury aus Kuratoren und Mitgliedern der Community-Organisationen ausgewählt und in einem virtuellen Screening gezeigt, das vom Goethe-Institut Chicago veranstaltet wird.

Details und weitere Informationen zu dem offenen Aufruf


Veranstaltungen

Am 19. Januar setzten sich der argentinische Kurator und Kunstforscher Leandro Martinez Depietri zusammen mit dem Kurator des Chemical (Re)actions Projekts und Küstler Alberto Ortega Trejo, über Umweltaktivismus und die Kunst in Südamerika auf Instagram Live auseinander.⠀
 

Orte

Die zwischen 1944 und 1945 errichtete SozialwWohnsiedlung Altgeld Gardens war ursprünglich für aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrte Schwarze US-Amerikaner und Fabrikarbeiter gedacht. Einst als "The Garden Spot of America" beworben, wurden Altgeld Gardens aufgrund der überwältigenden Konzentration von Mülldeponien und Industrieanlagen rund um das Wohnprojekt als "der giftige Donut" bekannt. Hazel M. Johnson gründete 1979 People for Community Recovery und begann mit jahrzehntelanger Arbeit, um ihre Gemeinde zu mobilisieren und sowohl Unternehmensverschmutzer als auch die Chicago Housing Authority zu konfrontieren.

Sie und ihre Mitarbeiter*innen zogen die CHA (Chicago Housing Authority) erfolgreich für die Asbestentfernung in Altgeld Gardens und allen Sozialwohnbauprojekten zur Verantwortung, brachten den Bewohnern von Maryland Manor städtische Wasserleitungen, erreichten ein Moratorium für die Erweiterung der Deponie, legten die städtische Müllverbrennung still und trugen durch die Unterzeichnung der Executive Order #12898 im Jahr 1994 durch Präsident Clinton dazu bei, eine föderale Verpflichtung zu Grundsätzen der Umweltgerechtigkeit zu erreichen.

Während dieser ganzen Zeit kultivierte PCR kommunale Schulungsprogramme, um die Anwohner über Umweltthemen zu informieren, die spezifisch für das Leben in einer verseuchten Zone sind. In After School Matters wurden Teenager in kulinarischen und gärtnerischen Fertigkeiten geschult, während in Minority Worker Training Fertigkeiten für den sicheren Umgang mit gefährlichen Materialien vermittelt wurden. Zu den Programmthemen gehörten auch Fotografie, Gartenarbeit und Bleisicherheit. Hazel Johnson starb 2011 und wurde von ihrer Tochter Cheryl abgelöst, die ihre Arbeit fortsetzt und ihr Vermächtnis weiterführt. 

The Tactical Gardens
 
Pilsen ist eine der lebhaftesten und blühendsten Einwanderergemeinschaften der Arbeiterklasse in Chicago - es ist derzeit ein anerkanntes Zentrum des Lebens und der Kultur der mexikanischen Einwanderer aus dem Mittleren Westen der USA. Es ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Einwandererviertel der Arbeiterklasse, mit einer Industriegeschichte, die eine Quelle des Stolzes und auch der Umweltverschmutzung ist, die sich negativ auf die Gesundheit der Einwohner auswirkt. Während des größten Teils der Pilsner Geschichte wurde es von der Präsenz des Kohlekraftwerks Fisk beherrscht, eines von nur zwei Kohlekraftwerken des Landes, das sich innerhalb der Stadtgrenzen eines großen städtischen Zentrums befindet (das andere ist das Crawford-Kraftwerk im benachbarten Little Village). Bevor das Kohlekraftwerk erfolgreich geschlossen werden konnte, schlossen sich die Anwohner 2004 zunächst zusammen, um verdächtige Emissionen aus einer Messing- und Metallrecyclingschmelze zu untersuchen. Ihre Testbemühungen ergaben schließlich, dass die Bleiwerte im nahe gelegenen Boden 8-mal höher waren als die EPA-Grenzwerte. Blei tauchte auch auf ehemaligen Industriegeländen auf, wo Kinder spielten, sowie in ehemaligen Eisenbahnpassagen und auch als unbeabsichtigtes Nebenprodukt des Auswechselns der bleihaltigen Wasserleitungen Chicagos - das am schlimmsten dokumentierte Bleileitungsproblem in der Nation.
Nun hat diese Strecke entlang des Industriekorridors I-55 zu einer Aufwertung und Verlagerung der Wirtschaft geführt. Die konkurrierenden Interessen der Schwerindustrie, des erschwinglichen Wohnraums, des Einzelhandels und der öffentlichen Gesundheit sind nur einige der Interessengruppen, die über die Zukunft eines Viertels entscheiden werden.
 

Gemeindeorganisationen

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit People for Community Recovery, einem der ursprünglichen Begründer der Bewegung für Umweltgerechtigkeit in diesem Land, Pilsen Environmental Rights and Reform Organization, die erfolgreiche Kampagnen gegen die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch Blei geführt hat; und den Friends of the Chicago River, die sich für die Verbesserung der Gesundheit des 156 Meilen langen Chicago River Systems einsetzen, zu dem auch die südliche Abzweigung des South Branch des Chicago River gehört, der auch als Bubbly Creek bekannt ist.

Projektkonzept und Koordination von Joshi Radin und Alberto Ortega Trejo.

 

People For Community Recovery Logo © People For Community Recovery

People For Community Recovery

People for Community Recovery (PCR) ist eine gemeinnützige Umweltorganisation, die von der verstorbenen Hazel M. Johnson (Mutter der Environmental Justice Movement) gegründet wurde.

P.E.R.R.O Logo © P.E.R.R.O

P.E.R.R.O

PERRO steht für Pilsen Environmental Rights and Reform Organization. Es handelt sich dabei um eine Bürgerinitiative der Einwohner von Pilsen, die 2004 gegründet wurde, um gegen die unverhältnismäßig hohe Umweltverschmutzung in der Nachbarschaft vorzugehen.

Friends of the Chicago River Logo © Friends of the Chicago River

Friends of the Chicago River

Friends of the Chicago River ist eine mehrfach ausgezeichnete gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, den Chicago River für Menschen, Pflanzen und Tiere zu verbessern und zu schützen. Die Friends arbeiten daran, den Fluss gesünder und zugänglicher zu machen und gleichzeitig ein Bewusstsein für die Vorteile zu schaffen, die ein sauberer, gesunder Fluss der umliegenden Gemeinde bringen kann.


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