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18:30–20:30 Uhr

Roots and Routes

Diskussion|Geschichten der vietnamesischen Diaspora

HAN Những tự sự di dân Văn chương, Căn tính, và Di sản văn hoá 1500 © Goethe-Institut Hanoi

HAN Những tự sự di dân Văn chương, Căn tính, và Di sản văn hoá 7360 © Goethe-Institut Hà Nội

Was bedeutet es, zwischen den Kulturen aufzuwachsen – in einem „Zuhause“, das weder hier noch dort, sondern irgendwo dazwischen liegt? Wie prägt diese Erfahrung die literarische Identität vietnamesisch-europäischer Diaspora-Autor*innen?

In diesem Panel kommen wir mit Schriftsteller:innen ins Gespräch, die sich zwischen mehreren kulturellen Welten bewegen. Wir lauschen ihren Erzählungen darüber, wie ihre diasporischen Wege ganz leise ihre literarischen Stimmen geformt haben. Wenn Identität aus Bewegung und Austausch gewoben wird – welche einzigartigen Muster entstehen dann in ihren Texten? Welche Fäden verbinden ihre Werke, und wohin führen diese Fäden?

Dies ist eine Einladung zum gemeinsamen Nachdenken – dazu, eure Gedanken in dieses gemeinsame Gewebe aus Geschichten und Erfahrungen einzufügen.

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Eine Veranstaltung zum 50. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Vietnam und Deutschland

HAN #50vietduc EN ohneText 1500

 

Sprecherinnen

  • Khuê Phạm (sie/ihr) ist eine preisgekrönte vietnamesisch-deutsche Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat einen Abschluss von der London School of Economics und hat als Produzentin für das Berliner Büro von NPR gearbeitet, bevor sie Redakteurin bei der Wochenzeitung Die Zeit wurde. Sie hat außerdem Artikel für den Guardian und USA Today geschrieben. Im Jahr 2012 war sie Co-Autorin von „Wir neuen Deutschen“, ein Sachbuch über die zweite Generation von Einwanderern in Deutschland. Ihr Debütroman „Brüder und Geister“ wurde in englischer Übersetzung in Australien, Großbritannien und den USA veröffentlicht. Sie ist auch Darstellerin in „Kim“, der Bühnenadaption ihres Romans, die in Deutschland und Taiwan auf Tournee war. Khuê schreibt derzeit an ihrem zweiten Roman und hat kürzlich ein Stipendium der Deutschen Literaturstiftung dafür erhalten. Als Gründungsmitglied der PEN Berlin Schriftstellervereinigung ist sie zudem Jurorin für den Internationalen Literaturpreis, eine Auszeichnung für weltweit ins Deutsche übersetzte Literatur. Mehr erfahren Sie unter khuepham.de/english

  • Vanessa Vu ist ZEIT-Journalistin und Autorin. 2024 erschien ihr erstes Buch, „Komm dahin, wo es still ist“ (Rowohlt), ein Briefwechsel mit ihrem syrischen Mann Ahmad Katlesh über Flucht, Migration und Identität. Vus Eltern kamen aus Vietnam, sie selbst wurde 1991 in Deutschland geboren und verbrachte ihre Kindheit in einem Asylbewerberheim in Pfarrkirchen – eine Erfahrung, die ihr ganzes Denken und Schreiben prägt. Seit 2017 arbeitet sie als Redakteurin bei ZEIT ONLINE und widmet sich in Reportagen, Essays und Analysen vor allem Fragen rund um Migration, Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit. Zudem lädt sie jeden Monat ins «Klassenzimmer», eine Gesprächsreihe über Armut und Klassismus in der Schaubühne Berlin. 2018–2023 war sie Co-Host des vietdeutschen Podcasts «Rice and Shine». Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Helmut-Schmidt-Preis und dem Lessing-Preis für Kritik ausgezeichnet.

  • Kim Nguyen Baraldi ist Essayist und Literaturkritiker. Er hat einen Abschluss in Moderner Literatur und einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft von der Sorbonne Universität (Paris) sowie einen Master in Kreativem Schreiben von der Pompeu Fabra Universität (Barcelona). Er ist Autor von Por qué Georges Perec (La uÑa RoTa, Spanien, 2024), mit einer französischen Übersetzung, die 2026 veröffentlicht werden soll. Seine Essays sind in verschiedenen kulturellen und literarischen Zeitschriften in Spanien und Lateinamerika erschienen. Er lehrt außerdem literarische Workshops und bearbeitet seit 2011 die literarische Website Calle del Orco. Derzeit lebt er in Barcelona.

  • Geboren 1955 als Trần Thiên Nga in Saigon in einer „Nord 54“-Familie (nordvietnamesische Migrant:innen des Jahres 1954), wuchs sie in Saigon, Buôn Ma Thuột und Hội An auf. Nach dem Baccalauréat am Lycée Français Marie Curie zog sie in den 1970ern nach Paris, studierte Geschichte an der Université Paris-Nanterre, wechselte dann zur Mode (École de la Chambre Syndicale). Sie eröffnete ein eigenes Modelabel unter dem Namen Anna Moï – später ihr Pseudonym.
    Sie schrieb erste Gedichte mit 16 (in US-Magazinen veröffentlicht), pausierte dann über 20 Jahre. Seit 2001hat sie acht Erzählbände und drei Romane veröffentlicht. 2017 erhielt sie den Prix Littérature-monde für Le Venin du papillon (Das Gift des Schmetterlings), dessen vietnamesische Übersetzung 2025 bei Tre Publishing erscheint. Sie ist Trägerin des Titels Chevalier des Arts et des Lettres.

  • Artist and art organiser. Her photography and social work are a way for her to connect with her roots and empower others. In 2024, Nu founded the AirHue Residency Programme in Huế, the ancient imperial city of Vietnam. AirHue offers artists from various disciplines – such as visual, digital and sound art – work-based residencies, promotes experimental themes and connects them with the local scene through workshops and open studios.

    Nu is co-founder of Vănguard, a zine for LGBTQ+ communities in Vietnam that raises awareness and connects the community. The zine's issues are collected and researched in international libraries – in 2019, the Library of Congress archived Vănguard. Nu has been invited to speak for the Địa Project, the US Embassy, Northeastern University and MIT.

    As co-founder of the first art hostel in Ho Chi Minh City, Chaosdowntown, Nu curates performances, exhibitions, talks and collaborations with local and international artists.

    Nu's work is dedicated in many ways to healing Vietnamese diaspora communities from oppression.