|

16:00 Uhr

Hannah Arendt und Exilliteratur

Panel-Diskussion|Mit Claudia Bacci und Anabella Di Pego. Moderation: Lucila Svampa

  • Cultural San Martín , CABA

  • Preis Eintritt frei und kostenlos

Plakat mit abstraktem Design in Beige-, Blau- und Grautönen. Links steht der Text ‚Hannah Arendt - Tage BUENOS AIRES‘. Im Hintergrund ist ein stilisiertes, teilweise verdecktes Porträt von Hannah Arendt zu sehen. Das Design wirkt modern und künstlerisch, mit geometrischen Formen und Mustern. © Design: Goethe-Institut/Jael Díaz Vila

Plakat mit abstraktem Design in Beige-, Blau- und Grautönen. Links steht der Text ‚Hannah Arendt - Tage BUENOS AIRES‘. Im Hintergrund ist ein stilisiertes, teilweise verdecktes Porträt von Hannah Arendt zu sehen. Das Design wirkt modern und künstlerisch, mit geometrischen Formen und Mustern. © Design: Goethe-Institut/Jael Díaz Vila

Das Leben Hannah Arendts war tief vom Exil geprägt. 1933 musste sie vor der nationalsozialistischen Verfolgung aus Deutschland fliehen – zunächst nach Frankreich, später in die USA. Auf diesem Weg formten sich ihr Denken und Schreiben neu: Sie begann, überwiegend auf Englisch zu publizieren, blieb jedoch ihrer deutschen Muttersprache eng verbunden. Diese Erfahrung des Exils – zwischen dem Verlust des europäischen Kulturraums und der sprachlichen Verwurzelung – durchzieht ihr gesamtes Werk.
Obwohl Hannah Arendt Deutschland nach dem Krieg mehrfach besuchte, zog sie eine Rückkehr nie ernsthaft in Betracht. In einem Interview mit Günter Gaus im Jahr 1964 antwortete sie auf die Frage, was vom Europa vor dem Nationalsozialismus geblieben sei: „die Muttersprache“.

Dieses Panel lädt dazu ein, zu reflektieren, wie das Exil Arendts Denken, Schreiben und ihren kulturellen Blick geprägt hat – und wie ihr Werk in einen Dialog mit anderen literarischen Exilerfahrungen tritt, insbesondere im Kontext unserer Gegenwart. Dabei widmen wir uns unter anderem diesen Fragestellungen: Welche Beziehung besteht zwischen ihrer Muttersprache und ihrem Schreiben auf Englisch? Wo lassen sich Spuren dieser sprachlichen Herkunft in ihrem Werk erkennen? Wie manifestieren sich historische und biografische Erinnerungen in ihrem Denken und welche Perspektiven eröffnet ihr Werk auf andere, insbesondere zeitgenössische Exilliteraturen?

Biografien

Ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nationalen Forschungsrat CONICET und Professorin für Zeitgenössische Philosophie an der Universidad Nacional de La Plata (UNLP). Sie verfügt über einen Magister in Sozialwissenschaften sowie über Abschlüsse als Professorin, Lizentiatin und Doktorin der Philosophie, alle erworben an der UNLP. Ihre akademische Laufbahn ist durch zahlreiche internationale Stationen geprägt: Forschungsaufenthalte führten sie mehrfach nach Deutschland, zudem war sie Gastprofessorin an der Universität Barcelona und an der Universität Pompeu Fabra. Sie ist Autorin mehrerer Werke, darunter Die Moderne in Frage gestellt. Totalitarismus und Massengesellschaft bei Hannah Arendt (2015, Edulp) sowie Politik und Philosophie bei Hannah Arendt (2016, Biblos).

Ist Professorin für Gender Studies und Sozialtheorie an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Buenos Aires. Sie studierte Soziologie und erwarb sowohl einen Master in sozialwissenschaftlicher Forschung als auch einen Doktortitel in Sozialwissenschaften (UBA). Darüber hinaus unterrichtete sie in postgradualen Programmen an verschiedenen argentinischen Hochschulen. Sie ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Festanstellungszusage am CONICET tätig und dem Institut für Studien über Lateinamerika und die Karibik (IEALC-UBA) zugeordnet. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in interdisziplinären Projekten zu Gender Studies, Menschenrechten und politischer Theorie mit Fokus auf Argentinien und Brasilien. Sie war Stipendiatin des DAAD-SeCyT-Programms sowie des Fondo Nacional de las Artes. Sie war zudem Mitglied des Teams Memoria Abierta und gehört dem Redaktionskomitee der Zeitschrift Pescadora de Perlas – Revista de Estudios Arendtianos (Universidad Nac. de Córdoba) an. Derzeit widmet sie sich der Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Geschlecht, intergenerationeller Übertragung und Erinnerung an die jüngste Vergangenheit – insbesondere im Kontext von Zeugenaussagen in Prozessen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Nationalen Forschungsrat CONICET, Dozentin für Philosophie und promovierte Sozialwissenschaftlerin an der Universität Buenos Aires. Sie war Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und hat sich in ihrer Forschung intensiv mit Fragen der Erinnerungskultur, politischen Philosophie und gesellschaftlichen Transformationen auseinandergesetzt. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen La historia en disputa. Memoria, olvido y usos del pasado (Prometeo), in dem sie sich mit den Spannungsfeldern zwischen Erinnerung und Vergessen beschäftigt, sowie der von ihr herausgegebene Sammelband ¿Qué hay de política en la filosofía? Ocho ensayos (CLACSO-IIGG), der die politischen Dimensionen philosophischen Denkens beleuchtet.

Agenda

  • Hannah Arendt und Exilliteratur

    Panel-Diskussion | Mit Claudia Bacci und Anabella Di Pego. Moderation: Lucila Svampa

    • Cultural San Martín , CABA

  • Über vergangene und zukünftige Gewalt. Überlegungen im Anschluss an Hannah Arendt.

    Panel-Diskussion | Mit Lucas Martin und Daniela Slipak. Moderation: Patrick Eser.

    • Cultural San Martín , CABA

  • Eröffnung: Hannah Arendt Tage Buenos Aires. Von Exil bis Post-Truth

    Eröffnung | Mit Key-words von Thomas Meyer

    • Cultural San Martín , CABA

  • Wenn das Böse banal ist – kann Widerstand viral sein? Hannah Arendt heute denken

    Workshop | Mit Florencia Sichel (geschlossene Veranstaltung)

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hannah Arendt

    Film | Margarethe von Trotta, 113 min., 2012

  • Zwischen Menschen und Algorithmen: Das Gemeinsame mit Arendt denken

    Vortrag | Mit Margarita Martinez

    • Cultural San Martín , CABA

  • Arendt, Literatur, Philosophie: Auswirkungen auf die Literaturen der Gegenwart

    Gespräch | Mit Martín Kohan. Moderation Patrick Eser

    • Cultural San Martín , CABA

  • Der Prozess (El juicio)

    Film | Ulises de la Orden, 177 min., 2023

    • Cultural San Martín , CABA

  • Es bleibt die Sprache

    Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.

    • Cultural San Martín , CABA

  • Totalitäre Elemente der KI in der Hochschulbildung erforschen mit Hannah Arendt

    Hybrid-Vortrag | Mit Alice Watanabe

    • Cultural San Martín , CABA

  • Wem gehört Hannah Arendt? Politische Parteidoktrin versus Universalität des Werkes

    Panel-Diskussion | Mit den deutschen politischen Stiftungen Konrad Adenauer, Friedrich Ebert, Rosa Luxemburgo und Friedrich Naumann. Moderation: Patrick Eser und Friso Maecker

    • Cultural San Martín , CABA

  • Ökozid

    Film | Andres Veiel, 90 min., 2020

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hannah aren’t

    Vortrag | Von Germán Rúa

    • Cultural San Martín , CABA

  • Sieben Winter in Teheran

    Film | Steffi Niederzoll, 97 min., 2023

    • Cultural San Martín , CABA

  • Öffentliches Interview mit Thomas Meyer

    Interview | Von Héctor Pavón

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hätte Hannah Arendt WhatsApp genutzt?

    Hybrid-Vortrag | Mit Julia Maria Mönig

    • Cultural San Martín , CABA

  • Nahschuss

    Film | Franziska Stünkel, 106 min., 2021

    • Cultural San Martín , CABA

  • Kino und Justiz in Arendt’schen Begriffen: wie audiovisuelle Erzählungen Rechtsfragen angesichts von Verbrechen der Vergangenheit behandeln

    Panel-Diskussion | Mit Valeria Thus und Gabriel Ignacio Anitua. Moderation: Patrick Eser

    • Cultural San Martín , CABA

  • Riefenstahl

    Film | Andres Veiel, 115 min., 2024

    • Cultural San Martín , CABA

  • Es bleibt die Sprache

    Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.

    • Cultural San Martín , CABA

Projektpartner

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Centro Cultural San Martín durchgeführt und von der Zeitschrift Revista Ñ unterstützt. Die Veranstaltungstage waren Teil des Aktivitätenkalenders zum 200-jährigen Jubiläum der Freundschaft zwischen Deutschland und Argentinien.

  • Logo Cátedra Walter Benjamin UBA
  • Logo DAAD Argentina
  • Logo Ñ Revista Cultural
  • Logo Cultural San Martin
  • Logo Buenos Aires Ciudad
  • Logo 200 años amistad alemania en argentina