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19:00 Uhr

Riefenstahl

Film|Andres Veiel, 115 min., 2024

  • Cultural San Martín , CABA

  • Preis Eintritt frei und kostenlos

Riefensthal mit blonden, lockigen Haaren hält einen ovalen Handspiegel vor das Gesicht. Der Spiegel ist auf der Rückseite mit einer Schleife und einem Oval verziert. Der Hintergrund ist dunkel und unscharf. © Bavaria Media

Riefensthal mit blonden, lockigen Haaren hält einen ovalen Handspiegel vor das Gesicht. Der Spiegel ist auf der Rückseite mit einer Schleife und einem Oval verziert. Der Hintergrund ist dunkel und unscharf. © Bavaria Media

Leni Riefenstahls Nachlass gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen der Film- und Fotogeschichte. Andres Veiel zeigt, wie sie zur bedeutendsten Filmemacherin des Reiches wurde, die sich zeitlebens von der Nazi-Ideologie distanzierte. Er hinterfragt ihre Lügen und Legenden und stößt damit einen Diskurs über die gegenwärtige Wirkmächtigkeit von Fake News und Propaganda an.

Die Reihe

Hannah Arendts Erfahrung als Beobachterin des Prozesses gegen Adolf Eichmann im Jahr 1961 stellte einen ein Wendepunkt in ihrem Denken über das Böse dar. Dieses Ereignis bildet den Ausgangspunkt für die Filmreihe im Rahmen der Hannah Arendt-Tage. Von Exil bis Post-Truth. Eine Einladung, sich über die Leinwand einen Einblick in andere Gerichtsprozesse, in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten zu nehmen, um weiter über Gerechtigkeit und die Verantwortung von Staaten zu reflektieren. 

"Ich habe meine Meinung geändert“, schrieb Arendt nach dem Eichmann-Prozess in einem Briefwechsel mit ihrem Freund Gershom Scholem. „Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute." 

Dieser Paradigmenwechsel spiegelte sich auch in der Veröffentlichung ihres kontroversen Buches Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen wider, das sie lebenslange Freundschaften, den Zorn mächtiger Gruppen der jüdischen Gemeinschaft und die gnadenlose Kritik angesehener internationaler Medien kostete. Doch trotz aller Disqualifikationen, die sie erhielt, gab Hannah Arendt jedoch nie ihre Überzeugungen und die Unabhängigkeit ihres Denkens auf. 

Die Hannah Arendt-Tage beginnen mit einer Vorführung des Films Hannah Arendt von Margarethe von Trotta. Das Biopic konzentriert sich auf das Leben der deutschen Intellektuellen in den vier Jahren nach dem Prozess gegen Eichmann, der 1960 in Argentinien vom israelischen Sicherheitsdienst verhaftet wurde. Als Abschluss der Reihe wird die argentinische Premiere des Dokumentarfilms von Andres Veiel über die umstrittene Leni Riefenstahl stattfinden. Der Film feierte seine Premiere im offiziellen Wettbewerb des renommierten Filmfestivals von Venedig im vergangenen Jahr. 

Biografie

Andres Veiel

Geboren 16. Oktober 1959 in Stuttgart ist ein deutscher Filmregisseur, Theaterregisseur und Autor. Veiel, dessen Werke oftmals die Hintergründe und Zusammenhänge von biografischer und historischer Gewalt thematisieren und sich im Grenzbereich von Fiktion und Realität bewegen, gilt als einer der profiliertesten Vertreter einer politisch engagierten Kunst. Besonderes Merkmal der Arbeitsweise Veiels ist die intensive, teilweise mehrjährige Recherche als Grundlage für seine Projekte. Andres Veiel lebt in Berlin.

Jonathan Perel

Er wurde 1976 in Argentinien geboren, wo er lebt und arbeitet. Er absolvierte ein Studium der Kunst an der Fakultät für Philosophie und Literatur (UBA). Er führte Regie bei den Spielfilmen Camuflaje, Responsabilidad Empresarial, Toponimia, 17 Monumentos und El Predio. Gewinner des Spezialpreises der Jury und als Bester Regisseur im argentinischen Wettbewerb des BAFICI, Spezialpreis der Jury (Documenta), Kritikerpreis (FIDMarseille). Seine Filme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt, darunter Berlinale, Viennale, Rotterdam, IDFA, FIDMarseille, Cinéma du Réel und IndieLisboa. Seine Werke wurden in renommierten Institutionen wie dem Palais de Tokyo, HKW (Berlin), Museum of the Moving Image (New York) und Arsenal (Berlin) ausgestellt, unter anderem.

Agenda

  • Hannah Arendt und Exilliteratur

    Panel-Diskussion | Mit Claudia Bacci und Anabella Di Pego. Moderation: Lucila Svampa

    • Cultural San Martín , CABA

  • Über vergangene und zukünftige Gewalt. Überlegungen im Anschluss an Hannah Arendt.

    Panel-Diskussion | Mit Lucas Martin und Daniela Slipak. Moderation: Patrick Eser.

    • Cultural San Martín , CABA

  • Eröffnung: Hannah Arendt Tage Buenos Aires. Von Exil bis Post-Truth

    Eröffnung | Mit Key-words von Thomas Meyer

    • Cultural San Martín , CABA

  • Wenn das Böse banal ist – kann Widerstand viral sein? Hannah Arendt heute denken

    Workshop | Mit Florencia Sichel (geschlossene Veranstaltung)

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hannah Arendt

    Film | Margarethe von Trotta, 113 min., 2012

  • Zwischen Menschen und Algorithmen: Das Gemeinsame mit Arendt denken

    Vortrag | Mit Margarita Martinez

    • Cultural San Martín , CABA

  • Arendt, Literatur, Philosophie: Auswirkungen auf die Literaturen der Gegenwart

    Gespräch | Mit Martín Kohan. Moderation Patrick Eser

    • Cultural San Martín , CABA

  • Der Prozess (El juicio)

    Film | Ulises de la Orden, 177 min., 2023

    • Cultural San Martín , CABA

  • Es bleibt die Sprache

    Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.

    • Cultural San Martín , CABA

  • Totalitäre Elemente der KI in der Hochschulbildung erforschen mit Hannah Arendt

    Hybrid-Vortrag | Mit Alice Watanabe

    • Cultural San Martín , CABA

  • Wem gehört Hannah Arendt? Politische Parteidoktrin versus Universalität des Werkes

    Panel-Diskussion | Mit den deutschen politischen Stiftungen Konrad Adenauer, Friedrich Ebert, Rosa Luxemburgo und Friedrich Naumann. Moderation: Patrick Eser und Friso Maecker

    • Cultural San Martín , CABA

  • Ökozid

    Film | Andres Veiel, 90 min., 2020

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hannah aren’t

    Vortrag | Von Germán Rúa

    • Cultural San Martín , CABA

  • Sieben Winter in Teheran

    Film | Steffi Niederzoll, 97 min., 2023

    • Cultural San Martín , CABA

  • Öffentliches Interview mit Thomas Meyer

    Interview | Von Héctor Pavón

    • Cultural San Martín , CABA

  • Hätte Hannah Arendt WhatsApp genutzt?

    Hybrid-Vortrag | Mit Julia Maria Mönig

    • Cultural San Martín , CABA

  • Nahschuss

    Film | Franziska Stünkel, 106 min., 2021

    • Cultural San Martín , CABA

  • Kino und Justiz in Arendt’schen Begriffen: wie audiovisuelle Erzählungen Rechtsfragen angesichts von Verbrechen der Vergangenheit behandeln

    Panel-Diskussion | Mit Valeria Thus und Gabriel Ignacio Anitua. Moderation: Patrick Eser

    • Cultural San Martín , CABA

  • Riefenstahl

    Film | Andres Veiel, 115 min., 2024

    • Cultural San Martín , CABA

  • Es bleibt die Sprache

    Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.

    • Cultural San Martín , CABA

Projektpartner

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Centro Cultural San Martín durchgeführt und von der Zeitschrift Revista Ñ unterstützt. Die Veranstaltungstage waren Teil des Aktivitätenkalenders zum 200-jährigen Jubiläum der Freundschaft zwischen Deutschland und Argentinien.

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