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16:00 Uhr
Hannah Arendt
Film|Margarethe von Trotta, 113 min., 2012
- Preis Eintritt frei und kostenlos
Biografischer Spielfilm über die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), vor allem ihre Beobachtung und Bewertung des Prozesses gegen Adolf Eichmann in Jerusalem. Verdichtet zum dynamisch erzählten Porträt einer Ausnahme-Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, beeindruckt der Film auch mit seinen intimen Schilderungen des New Yorker Milieus der deutsch-jüdischen Emigranten zu Beginn der 1960er Jahre.
Die Reihe
Hannah Arendts Erfahrung als Beobachterin des Prozesses gegen Adolf Eichmann im Jahr 1961 stellte einen ein Wendepunkt in ihrem Denken über das Böse dar. Dieses Ereignis bildet den Ausgangspunkt für die Filmreihe im Rahmen der Hannah Arendt-Tage. Von Exil bis Post-Truth. Eine Einladung, sich über die Leinwand einen Einblick in andere Gerichtsprozesse, in unterschiedlichen geopolitischen Kontexten zu nehmen, um weiter über Gerechtigkeit und die Verantwortung von Staaten zu reflektieren."Ich habe meine Meinung geändert“, schrieb Arendt nach dem Eichmann-Prozess in einem Briefwechsel mit ihrem Freund Gershom Scholem. „Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute."
Dieser Paradigmenwechsel spiegelte sich auch in der Veröffentlichung ihres kontroversen Buches Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen wider, das sie lebenslange Freundschaften, den Zorn mächtiger Gruppen der jüdischen Gemeinschaft und die gnadenlose Kritik angesehener internationaler Medien kostete. Doch trotz aller Disqualifikationen, die sie erhielt, gab Hannah Arendt jedoch nie ihre Überzeugungen und die Unabhängigkeit ihres Denkens auf.
Die Hannah Arendt-Tage beginnen mit einer Vorführung des Films Hannah Arendt von Margarethe von Trotta. Das Biopic konzentriert sich auf das Leben der deutschen Intellektuellen in den vier Jahren nach dem Prozess gegen Eichmann, der 1960 in Argentinien vom israelischen Sicherheitsdienst verhaftet wurde. Als Abschluss der Reihe wird die argentinische Premiere des Dokumentarfilms von Andres Veiel über die umstrittene Leni Riefenstahl stattfinden. Der Film feierte seine Premiere im offiziellen Wettbewerb des renommierten Filmfestivals von Venedig im vergangenen Jahr.
Biografie
Margarethe Von Trotta
Nach Abschluss der Schauspielschule und Engagements an den Bühnen von Dinkelsbühl, Stuttgart und Frankfurt war Margarethe von Trotta ab 1967 in vielen Rollen des Neuen deutschen Films zu sehen, darunter Fassbinder und Schlöndorff, mit dem sie auch mehrere Filme gemeinsam schrieb.
Ihre erste selbstständige Regiearbeit war Das zweite Erwachen der Christa Klages (1978). Darauf folgten so kontrovers diskutierte Filme wie Die bleierne Zeit (1981), Rosa Luxemburg (1986) und, Das Versprechen (1995). Immer wieder geht es in ihren Filmen darum, dass Vergangenheit, individuelle ebenso wie politisch-gesellschaftliche, reflektiert und der Versuch ihrer kritischen Aufarbeitung unternommen wird.
Im Jahr 2003 drehte sie Rosenstraße, und nach dem psychologischen Drama Ich bin die Andere (2006) nahm die Regisseurin sich mit Vision (2009) erneut eines historischen Themas an: der Biographie der Hildegard von Bingen. Darin schildert sie das Leben und die Entwicklung der legendären Mystikerin, die ebenso als Heilkundlerin wie als frühe Vorkämpferin für Frauenrechte berühmt wurde.
Neben ihren zahlreichen Filmen inszenierte Margarethe von Trotta regelmäßig auch Theaterstücke an verschiedenen europäischen Bühnen.
Agenda
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Hannah Arendt und Exilliteratur
Panel-Diskussion | Mit Claudia Bacci und Anabella Di Pego. Moderation: Lucila Svampa
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Cultural San Martín , CABA
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Über vergangene und zukünftige Gewalt. Überlegungen im Anschluss an Hannah Arendt.
Panel-Diskussion | Mit Lucas Martin und Daniela Slipak. Moderation: Patrick Eser.
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Cultural San Martín , CABA
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Eröffnung: Hannah Arendt Tage Buenos Aires. Von Exil bis Post-Truth
Eröffnung | Mit Key-words von Thomas Meyer
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Cultural San Martín , CABA
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Wenn das Böse banal ist – kann Widerstand viral sein? Hannah Arendt heute denken
Workshop | Mit Florencia Sichel (geschlossene Veranstaltung)
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Cultural San Martín , CABA
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Hannah Arendt
Film | Margarethe von Trotta, 113 min., 2012
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Zwischen Menschen und Algorithmen: Das Gemeinsame mit Arendt denken
Vortrag | Mit Margarita Martinez
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Cultural San Martín , CABA
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Arendt, Literatur, Philosophie: Auswirkungen auf die Literaturen der Gegenwart
Gespräch | Mit Martín Kohan. Moderation Patrick Eser
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Cultural San Martín , CABA
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Der Prozess (El juicio)
Film | Ulises de la Orden, 177 min., 2023
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Cultural San Martín , CABA
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Es bleibt die Sprache
Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.
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Cultural San Martín , CABA
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Totalitäre Elemente der KI in der Hochschulbildung erforschen mit Hannah Arendt
Hybrid-Vortrag | Mit Alice Watanabe
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Cultural San Martín , CABA
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Wem gehört Hannah Arendt? Politische Parteidoktrin versus Universalität des Werkes
Panel-Diskussion | Mit den deutschen politischen Stiftungen Konrad Adenauer, Friedrich Ebert, Rosa Luxemburgo und Friedrich Naumann. Moderation: Patrick Eser und Friso Maecker
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Cultural San Martín , CABA
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Öffentliches Interview mit Thomas Meyer
Interview | Von Héctor Pavón
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Cultural San Martín , CABA
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Hätte Hannah Arendt WhatsApp genutzt?
Hybrid-Vortrag | Mit Julia Maria Mönig
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Cultural San Martín , CABA
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Kino und Justiz in Arendt’schen Begriffen: wie audiovisuelle Erzählungen Rechtsfragen angesichts von Verbrechen der Vergangenheit behandeln
Panel-Diskussion | Mit Valeria Thus und Gabriel Ignacio Anitua. Moderation: Patrick Eser
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Cultural San Martín , CABA
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Es bleibt die Sprache
Performance | Recherche und Entwicklung der Inszenierung einer Performance, die den Künstlerinnen Laura Santos (Argentinien) und Felicitas Friedrich (Deutschland) vom Goethe-Institut in Auftrag gegeben wurde.
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Cultural San Martín , CABA
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Projektpartner
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Centro Cultural San Martín durchgeführt und von der Zeitschrift Revista Ñ unterstützt. Die Veranstaltungstage waren Teil des Aktivitätenkalenders zum 200-jährigen Jubiläum der Freundschaft zwischen Deutschland und Argentinien.