Queer as German Folk
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 wehrten sich queere Menschen militant gegen eine Razzia der Polizei in der Bar Stonewall Inn. Der Tage dauernde Aufstand rund um die New Yorker Christopher Street markiert heute für viele LSBTIQ*-Communities weltweit den Beginn der queeren Revolte. Als gemeinsames Projekt des Goethe-Instituts, des Schwulen Museums Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung nimmt diese Ausstellung den 50. Jahrestag der Stonewall Riots zum Anlass, einen Einblick in die Geschichte der queeren Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und dem wiedervereinigten Deutschland seit den 1960er Jahren zu geben. Besonders beleuchtet werden dabei die vielfältigen Beziehungen zu den US-amerikanischen Bewegungen. Unter dem Titel Queer as German Folk tourt die Ausstellung im Sommer 2019 durch die Goethe-Institute in Kanada, USA und Mexiko und ab 2020 auch in weitere Städte weltweit.
Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf Momente queerer Bewegungsgeschichte ohne den Anspruch, dabei die einzig mögliche Geschichte zu erzählen. Damit stellt sie sich der Frage nach den Machtdynamiken, die auch in queeren Erinnerungspolitiken wirksam sind, wie sich auch in der Auseinandersetzung um das Erbe der Stonewall Riots zeigt. In der Kritik steht ihre Aneignung durch die Teile der Bewegung, die im Bemühen um gesellschaftliche Anerkennung die radikalen Ziele der Riots und die Anliegen vieler seiner Helden_innen aus dem Blick verloren haben: Dykes, Drag Queens, trans* Personen, Sexarbeiter_innen und in prekären Verhältnissen lebende junge Menschen, unter ihnen viele Queers of Color. Diese Debatte zeigt vielleicht vor allem eines: Zivilgesellschaftlicher Widerstand ist auch im 21. Jahrhundert noch notwendig, aber er muss immer wieder neu erfunden werden.
Open Call für eure Initiativen
[English version available below]
Von Dezember 2026 bis Februar 2027 ist die Ausstellung „Queer as German Folk“, eine Zusammenarbeit des Schwulen Museums Berlin, des Goethe-Instituts und der LGBTI Deystvie Association, in der Galerie des Goethe-Instituts Bulgarien zu sehen.
Während der Laufzeit der Ausstellung möchten wir Teile der Programmgestaltung gemeinsam mit euch entwickeln und Raum für Perspektiven, Erfahrungen und Initiativen schaffen, die direkt aus den Communities vor Ort kommen. Dafür müsst ihr kein fertiges Projekt einreichen. Wir freuen uns ebenso über erste Ideen, persönliche oder kollektive Reflexionen, Materialien und Vorschläge, die gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Geplant ist ein Begleitprogramm mit etwa einer Veranstaltung pro Ausstellungswoche, insgesamt bis zu zehn Formaten. Dafür stellen wir die Bibliothek sowie Veranstaltungsräume des Goethe-Instituts Bulgarien zur Verfügung.
Je nach Umfang und Ausgestaltung der entwickelten Ideen können begrenzte finanzielle Mittel für Materialkosten und Community-Interventionen bereitgestellt werden.
Einreichung
Um eure Ideen einzureichen, füllt bitte dieses Formular aus: LINKEinsendeschluss ist der 20.09.2026.
Bei Fragen könnt ihr euch gerne an folgende E-Mail-Adresse wenden: Kulturna-Programa-sofia@goethe.de
Auswahlverfahren
Alle Einreichungen werden von den Teams von Deystvie und dem Goethe-Institut Bulgarien bis zum 20. Oktober 2026 gesichtet und bewertet.Ausgewählte Initiator*innen werden anschließend kontaktiert, um gemeinsam zu besprechen, wie ihre Ideen weiterentwickelt oder in das Begleitprogramm integriert werden können.
Die Einreichung einer Idee garantiert keine Aufnahme in das Programm. Jede Einreichung hilft uns jedoch dabei, besser zu verstehen, welche Themen, Perspektiven und Anliegen die Communities in der Ausstellung und ihrem Begleitprogramm repräsentiert sehen möchten.
Auswahlkriterien
Bei der Auswahl berücksichtigen wir insbesondere:- die Relevanz des Vorschlags für die Ausstellung und den lokalen Kontext,
- die Verbindung zu Communities vor Ort,
- die Umsetzbarkeit innerhalb des verfügbaren Zeit- und Ressourcenrahmens,
- die Vielfalt der Stimmen, Formate und Perspektiven im Gesamtprogramm.