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Keep Wuhan Walking
Fortwährender Ausbau der ökologischen Umwelt

Wuhan East Lake
Wuhan East Lake | © Yuan Yuan

Dieser Artikel liefert eine Analyse der ökologischen Umwelt der Heimatstadt der Autorinnen, Wuhan, und einen Blick in die Zukunft.

Von Fan Bei (范蓓) und Sheng Nan (盛楠)

Eine Stadt sollte kein Dschungel aus Stahl und Beton sein, sondern ein angenehmer Wohnort, ein Zuhause, wo Mensch und Natur harmonisch zusammentreffen. In einer ökologisch lebenswerten Stadt kann man jederzeit innehalten, zur Ruhe kommen und das Leben genießen, sie ist ein „Hafen des poetischen Lebens“. Dieser Artikel liefert eine Analyse der ökologischen Umwelt der Heimatstadt der Autorinnen, Wuhan, und einen Blick in die Zukunft.

Wuhan und seine reiche Ausstattung mit ökologischen Ressourcen

Wie schon Aristoteles gesagt hat, haben Menschen sich in Städten zusammengeschlossen, um besser zu leben. In Zukunft werden urbane Zentren im Rahmen der fortwährenden Weiterentwicklung der Welt zur Hauptlebensform werden, und gleichzeitig wird die Urbanisierung die Welt zunehmend beeinflussen. Dabei ist die Frage, wie man angesichts steigender Bevölkerungszahlen, schwindender Ressourcen und der Verschlechterung der Umwelt eine gesunde, ökologische und lebendige Stadt planen kann, zu einer unabdingbaren Forderung der nachhaltigen Entwicklung geworden.

Wuhan ist eine Metropole mit drei beeindruckenden Unterzentren und einer der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt. Jeden Morgen ergießen sich die Menschenströme über die elf großen Brücken und in die Wolkenkratzerviertel und flößen der Stadt Vitalität ein. Wuhan liegt am unteren Mittelauf des Jangtse und ist ein bedeutender Anrainer an Chinas längstem Fluss. Die Stadt liegt im Gebiet, wo die zwei Flüsse Jangtse und Hanshui zusammenfließen. Die Geländeform ist weitgehend eben und weist nur wenige Erhebungen über dem Meeresspiegel auf, daher eignet sich die Gegend sehr gut für die Landwirtschaft. Die von Wasser bedeckten Flächen nehmen etwa ein Viertel der Fläche ein. Der Jangtse wird von zahlreichen Zuflüssen aus dem Norden gespeist. Die wichtigsten Seen sind der Donghu, also East Lake, und der Liangzi See. 

Durch das typisch nordasiatische, subtropisch-feuchte Klima erhält die Stadt Wuhan sowohl ausreichend Regenfälle als auch genug Sonnenschein, kurz, das Klima ist sehr gut. Die ausgedehnte Ebene und die günstige natürliche Ausstattung haben den fruchtbaren Boden in Wuhan sowie umfassende Süßwasservorkommen und eine reiche Fauna und Flora hervorgebracht. Die Ressourcenausstattung der natürlichen Umwelt hat die lange Geschichte Wuhans geprägt und in diesem wohlhabenden Landstrich die besondere Kultur von Chu hervorgebracht sowie auch die Entwicklung einer ökologischen Stadt äußerst positiv beeinflusst. 

Gestaltung der ökologischen Umwelt Wuhans

Der Ausbau und die Entwicklung der Stadt Wuhan müssen mit einer ökologischen Entwicklung einhergehen. Um das sicherzustellen sowie die Ausstattung des städtischen Raumes zu verbessern und wissenschaftlich fundierte ökologische Räume zu schaffen, bemüht sich die Stadtregierung unentwegt, Prinzipien der ökologischen Zivilisation in alle Phasen und Prozesse der Stadtplanung einfließen zu lassen. Dabei wird auf Effizienz, Umweltverträglichkeit und Harmonie geachtet, sowie darauf, die Harmonie und Ko-Existenz mit der natürlichen Umwelt zu garantieren.

Die „Grüne Passage“ am East Lake oder die „Jadeperlenkette der Stadt“

Die im Landschaftspark East Lake gelegene „Grüne Passage” zieht ihre Attraktivität aus malerischen natürlichen Umgebung und aus der Kulturgeschichte. Viele Persönlichkeiten aus der chinesischen Geschichte haben am East Lake ihre Spuren hinterlassen.

Im Kernprojekt zur umweltfreundlichen und systematischen Umgestaltung des Landschaftsparks am East Lake wurde bei der Planung und Gestaltung der Grünen Passage der ökologische Aspekt zum Maßstab genommen, nicht nur, um für die Stadtbewohner ein „Slow Life“ internationalen Ranges zu realisieren, sondern auch um die Biodiversität zu schützen. Insgesamt wurden 13 Korridore geplant, um die Lebensräume von an die hundert Wirbeltieren zu erhalten. Um die ökologische Umwelt zu erhalten und den vorhandenen Baumbestand nicht zu schädigen, wurde dieser in die Umgestaltung integriert bzw. vorhandene Bäume auf leere Flächen umgepflanzt.  

Die Stadt liegt im Gebiet, wo die zwei Flüsse Jangtse und Hanshui zusammenfließen. Die Geländeform ist weitgehend eben und weist nur wenige Erhebungen über dem Meeresspiegel auf, daher eignet sich die Gegend sehr gut für die Landwirtschaft.

Öffentliche Freizeitanlagen und Spielplätze sind die Einrichtungen, die an öffentlichen Orten von Besuchern am stärksten genutzt werden. Sie können die Bewegungsaktivitäten der Menschen leiten und an verschiedene Umgebungen angepasst werden, so dass lebendige Spazierrouten entstehen.  

Die Anlagestellen entlang der Grünen Passage sind nicht nur dazu da, dass hier Schiffe anlegen, sondern bieten auch Sitzgelegenheiten mit freien Ausblicken aufs Wasser. Unterschiedliche weiche und harte Bodenbeläge ergänzen einander und eignen sich für verschiedene Freizeitaktivitäten. Entlang der Wege lädt eine große Zahl von Sitzgelegenheiten, die sich harmonisch in die Landschaft einpassen, Besucher zum Verweilen ein. Die Sitzgruppen sind von Geländern und schattenspendender Begrünung umgeben. Bei der Planung wurden nicht nur die Anforderungen der Spaziergänger nach Bewegung berücksichtigt, sondern auch weitere architektonische Elemente platziert, die andere Bedürfnissen abdecken, also Pavillons und Wandelgänge zum Schutz vor Regen, Beleuchtung, öffentliche Toiletten usw.

In der Nähe der „Laube bei den türkisfarbenen Wellen“ können Besucher sich in einem Pavillon in der Form einer Lotusblüte ausruhen, der einer offenen Rampe zugewandt ist. Der schimmernde East Lake ist ein idealer Erholungsort. Daher sind Änderungen an der „Grünen Passage“ des East Lake immer eine Art ökologische Verbesserung.
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    Öffentliche Toilette am East Lake, Entwurf: Fan Bei (nicht umgesetzt)
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    Beleuchtung am East Lake im nächtlichen Regen
Das Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, UN-HABITAT, hat der „Grünen Passage“ am East Lake den Titel „Modellprojekt zur Verbesserung öffentlicher Räume in chinesischen Städten“ verliehen. Als eine „Perlenkette“, die ein entspanntes, genussvolles Lebensgefühl erzeugt, ist sie eines der Aushängeschilder Wuhans als lebenswerte Stadt.

    Das Donghu Shan Art Museum – mitten in der Stadt versteckt

Im neuen Zeitalter der rasanten Entwicklung Wuhans wird die Verbindung von Gebäuden mit ihrer ökologischen Umwelt immer enger. So ist das im zweiten Bauabschnitt der Grünen Passage gelegene Donghu Shan Art Museum am Moushan Lancui aus einigen verfallenen Schweineställen entstanden.
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    Donghu Shan Art Museum
  • 2-5 Bild von Baidu Maps
    Nach dem Umbau

Vor dem Umbau gab es hier außer den Ruinen des Schweinestalls nur ein paar Teesträucher und Bauernkaten. Nachdem der Architekt das Gelände mehrmals besucht hatte, kam er zu dem Schluss, dass die durch den East Lake vorgegebenen natürlichen Gegebenheiten möglichst zu bewahren und übermäßige Eingriffe in die Landschaft zu vermeiden seien. Um einen entsprechenden Entwurf zu kreieren, wurde die ursprüngliche Struktur der Schweineställe bei der Planung des Donghu Shan Art Museums erhalten, das Gelände wurde aufgeräumt und von Bauschutt, Schlick und Ungeziefer befreit, es wurden Bäume und Büsche gepflanzt und bei der Renovierung wurden recycelte Materialien verwendet. So wurden das Kunstmuseum und die zusätzlichen Installationen in Einklang mit der natürlichen Topografie errichtet.  

Der Ausstellungsraum Nr. 1 des Museums liegt in einem Wäldchen von Spießtannen. Früher war hier eine Aussichtsplattform der Moshan Teeplantage. Der Designer hat die Landschaft auf der Basis dieser kleinen Ruine gestaltet. Durch ein überdimensionales Kaleidoskop aus sechseckigen Spiegeln können Besucher die Landschaft im Wechsel der vier Jahreszeiten auf sich wirken lassen. Die Ausstellungshalle Nr. 2 eignet sich für die großflächige Präsentation von Staffeleimalerei. Die Schiebewände und -paneele ermöglichen unterschiedliche Raumaufteilungen, so dass der Raum flexibel an die Anforderungen verschiedener Ausstellungen angepasst werden kann. Der Ausstellungsraum Nr. 3 eignet sich vor allem für kleinere Sonderausstellungen. In einem eigenen, abgetrennten, verglasten Raum können zum Beispiel Projektionen gezeigt werden. Die Galerie Nr. 4 ist eine vollständig transparente Glasgalerie, die sich für großformatige Installationen und Werke eignet, die mit der Umgebung interagieren. Das Donghu Shan Art Museum wurde am 15. August 2020 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aktuell ist aber nur der Ausstellungsraum Nr. 2 geöffnet.
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    Donghu Shan Art Museum, Eingang zum Ausstellungsraum Nr. 2
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    Donghu Shan Art Museum, Eingang zum Ausstellungsraum Nr. 4

Auf dem Gelände des Kunstmuseums wurden noch einige weitere Skulpturen und Installationen platziert, die mit der sie umgebenden Natur eine Einheit bilden, darunter einige naturgetreu nachgebildete Tiere und ein pfefferminzgrüner, auf alt gemachter COFFEE BUS.
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    Dekorative Elemente und Skulpturen rund um das Donghu Shan Art Museum
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    Der COFFEE BUS am Donghu Shan Art Museum

Der Umbau des Kunstmuseums wurde unter größtmöglicher Erhaltung der natürlichen Umgebung ausgeführt, der Bau ist großzügig und ausgewogen und weist keine übermäßig individualistischen Gestaltungsmerkmale auf. Mensch, Kunst und Natur existieren friedlich nebeneinander und verkörpern die Schönheit ökologischer Harmonie.

Die Zukunft der ökologischen Entwicklung Wuhans

Von dem japanischen Physiker Nagaoka Hantaro ist das folgende Zitat überliefert: „Die Natur kennt keine menschlichen Emotionen, wer sich ihr widersetzt, wird mit einem Fußtritt davon gekickt, wer sich ihr anpasst, dem wird ihre Gnade zuteil.“ Die Stadtplanung und der Städtebau nach ökologischen Kriterien haben das Ziel, eine ökologische Stadt zu schaffen, alle funktionalen Elemente effizient zu planen sowie ihre Anordnung und die Umwelt zu optimieren. Wuhan kann sich dabei auf seine reichen ökologischen Ressourcen, die überdurchschnittlichen Süßwasservorkommen, die Jahr für Jahr deutlich steigende Begrünungsrate und die zunehmende ökologische Entwicklung in vielen Bereichen stützen. Allerdings gibt es auch noch einige Probleme, die das künftige Entwicklungsniveau der Internationalisierung und Ökologisierung Wuhans direkt einschränken, wie zum Beispiel die wachsende Bevölkerung und die ungleichmäßige Ressourcennutzung.

Die Stadtplanungskonzepte anderer Städte im In- und Ausland zeigen, dass sich das Hauptaugenmerk der internationalen Stadtentwicklung von der Konzentration auf das materielle Erscheinungsbild der Raumplanung hin zu einer Ganzheitlichkeit und stärkeren Berücksichtigung der Harmonie zwischen Mensch und Natur und der ökologischen Entwicklung in den Städten verschoben hat. Damit werden sowohl die ökologische Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt als auch die gesamte ökologische Wohnumgebung und die Qualität des Lebensraums verbessert. Außerdem wird auch bereits bei den Ideen und Konzepten der Planung einer grünen und nachhaltigen Entwicklung mehr Aufmerksamkeit geschenkt, mehr Aufmerksamkeit für Details, Qualität, Ökologie und Harmonie. Es ist wichtig, Grünflächen einzuplanen, weil es in der Stadt zu wenige Grünflächen gibt. Ebenso sollten Entwicklungskonzepte erstellt werden, die die Ökologie respektieren, die Natur achten, sich an die Natur anpassen und sie erhalten, die das ökologische Bauen und den ökologischen Schutz an die erste Stelle der städtischen Wirtschaftsentwicklung und des räumlichen Aufbaus setzen, die Ökologie in die Stadtentwicklung und den Städtebau, in die Gestaltung der städtischen Raumstruktur und in die räumliche Struktur der gesamten Region integrieren, so dass ökologischer Städtebau der Stadt Wuhan und ihren Bewohnern in Fleisch und Blut übergeht.

Fotos: Fan Bei
 
Referenzmaterial:
[1] Yuan Huixiu: „Umfassende Evaluierung und Studie zur nachhaltigen Entwicklung der Ökostadt Wuhan”, Huazhong Normal University 1. Mai 2008
[2] Yuan Feng: „Studie zu den öffentlichen Einrichtungen der “Grünen Passage” am East Lake”, 1. Januar 2019
[3] Jian Jun: „Erholungsverhalten und räumliche Aufteilung der „Grünen Passage“ am East Lake aus geschlechtsspezifischer Perspektive“, Universität Guangxi, 1. Juni 2018

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