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19:00–20:30 Uhr

Ein anderes Archiv der Diaspora - Erinnerung und Geschichtsschreibung im Klang

Gemeinsames Hören & Künstlergespräch|wie Erfahrungen von Diaspora und Familiengeschichten durch Stimmen, Aufnahmen und Zuhören über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg bewahrt

 Ein anderes Archiv der Diaspora11 © Demie Dangla,“Hidden Longings”

em Bild. Ein anderes Archiv der Diaspora511 另一种离散档案: 声音中的记忆与书写 511 Bildunterschrift © Demie Dangla,“Hidden Longings”

Zeit: 13.06.2026, 19:00 – 20:30 Uhr
Gäste: Gu Xue, Tra My Hickin (online), Demie (online)
Moderation: Hester Young
Sprachen: Chinesisch, Englisch
Ort: Goethe-Institut China
Adresse: Originality Square, 798 Art District, Jiuxianqiao Road No. 2, Chaoyang District, Beijing
Eintritt frei

Im Rahmen der Ausstellung „Sonic Other_lands: Das dritte Ohr – Zwischen gefalteten Topografien“ lädt die Veranstaltung „Ein anderes Archiv der Diaspora – Erinnerung und Geschichtsschreibung im Klang“ zum gemeinsamen Hören und zur Entdeckung diasporischer Erinnerungen ein. 

Diese Veranstaltung widmet sich dem Klang als Medium von Archiv und Erinnerung. Im Zentrum steht die Frage, wie Erfahrungen von Diaspora und Familiengeschichten durch Stimmen, Aufnahmen und Zuhören über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg bewahrt und weitergegeben werden können.

Der erste Teil der Veranstaltung nimmt die Geschichte der Audiokassetten-Korrespondenz (Cassette Tape Correspondence) in den Blick. In den 1970er- bis 1990er-Jahren, als internationale Telefonie und das Internet noch nicht alltäglich waren, dienten Tonbandkassetten vielen Arbeitsmigrant*innen und Diaspora-Gemeinschaften als wichtiges Kommunikationsmittel. Besonders in Südostasien, Südasien und Teilen Ostasiens entstanden so informelle Klangarchive, die von Familien und Einzelpersonen selbst geschaffen wurden.

Im zweiten Teil der Veranstaltung werden die Künstlerinnen Demie Dangla und Tra My Hickin online zugeschaltet. Ausgehend von ihren jeweiligen Praktiken sprechen sie über Klang als Form der Erinnerung und über Möglichkeiten einer Geschichtsschreibung jenseits offizieller Archive.

Die philippinische Filmemacherin Demie Dangla stellt ihr Langzeitprojekt „Hidden Longings“ sowie den entstehenden Dokumentarfilm „Magnetic Tapes“ vor. Ausgehend von der Migration ihres Vaters nach Saudi-Arabien im Jahr 1988 untersucht sie anhand von Audiokassetten, die zwischen philippinischen Arbeitsmigrant*innen und ihren Familien zirkulierten, persönliche und kollektive Erfahrungen von Trennung, Fürsorge und Arbeitsmigration.

Tra My Hickin präsentiert das gemeinsam mit Koa Pham entwickelte Klangprojekt „All Waves Are Homesick for the Shore“. Die aus intimen Gesprächen vietnamesischer Frauen in Hongkong bestehende Arbeit fragt danach, wie alltägliche Gespräche, Flüstern und Klatsch als Formen diasporischer Erinnerung und Archivierung verstanden werden können.
 

Die Gäste:

Demie Dangla ist eine philippinische Filmemacherin, die mit dokumentarischen und experimentellen Formen des bewegten Bildes arbeitet.

Die Praxis von Tra My Hickin umfasst Publizieren, Redaktion und Archivarbeit an der Schnittstelle von Kunst und Gemeinschaft.

Gu Xue ist Kuratorin und Regisseurin. Im Jahr 2022 gründete sie FamilyLens, eine Initiative zur Erforschung familiärer Bildarchive und persönlicher Formen audiovisueller Erinnerung.

Hester Young arbeitet zwischen London und Beijing in den Bereichen Bewegtbild, Forschung und Kuratieren. Sie ist zudem Mitbegründerin des britischen Filmkollektivs Sine Screen.