13.-17.06.2018

33. Midnight Sun Film Festival

Filmfestival|Legendäres Filmfestival in Lappland

  • Sodankylä

Ison teltan mykkänäytökset olivat jälleen festarin suosituinta antia Juuso Hirvonen

Das Midnight Sun Film Festival wurde im Jahr 1986 von finnischen Filmemachern, wie den Kaurismäki-Brüdern und der Gemeinde Sodankylä gegründet. Sodankylä liegt im Herzen von Finnisch-Lappland, etwa 120 km nördlich des Polarkreises, wo die Sonne im Sommer nie untergeht. Die Natur Lapplands und die nachtlosen Nächte verleihen dem Midnight Sun Film Festival ein ganz besonderes Flair, mit dem kein anderes Filmfestival mithalten kann! 24 h lang werden an vier Veranstaltungsorten Filme gezeigt. Die Uhrzeit vergisst man allerdings leicht, wenn es um 4 Uhr morgens genauso hell ist, wie um 16 Uhr am Nachmittag.

Dieses Jahr sind wieder einige Regisseure von deutschen Filmen und Co-Produktionen vor Ort: Dominik Graf und Thomas Stuber aus Deutschland sowie die Schweizer Regisseurinnen Katharina Wyss und Anja Komfel.

Auf dem internationalen Programm stehen auch wieder einige deutsche Filme.

Chris the Swiss, 2018

Chris the Swiss
Regie: Anja Komfel
(Schweiz, Kroatien, Deutschland, Finnland)


Szene aus Chris the Swiss, Trickfilm, schwarzweiß, Mann vor Trümmerlandschaft Midnight Sun Film Festival Schon während ihres Studium began Kofmel an der Geschichte von Chris zu arbeiten. Sie arbeitete das Schicksal und Trauma ihres Cousins Chris 2009 in einem Kurszanimationsfilm auf. Er wurde im Januar 1992 in Kroatien tot in einer Uniform der Internationalen Söldnergruppe gefunden. In der langen Version hat Komfel nun den Einsatz von Technik und Ausdrucksmitteln verfeinert und stellt so für die Zuschauer diesselbe Distanz her, die Journalisten brauchten, um den Krieg zu überleben.
 

Anja Komfel

Anja Komfel Midnight Sun Film Festival
Anja Kofmel wurde 1982 in Lugano geboren und wuchs in Zürich auf. Sie studierte Animation an der Hochschule Luzern für Design und Kunst, wo sie 2009 ihr Diplom mit dem 7-Minütigen Kurzfilm Chrigi machte. Damals wurde der Film als bester Schweizer Absolventenfilm ausgezeichnet. Neun Jahre später greift Kofmel dieselbe Geschichte in der animierten Dokumentation Chris the Swiss wieder auf. Es ist die Geschichte ihres Cousins, der im Jugoslawienkrieg auf mysteriöse Weise zu Tode kommt. Ihr Film wurde 2018 bei der Semaine de la Critique in Cannes gezeigt. Sie ist auf dem Festival zu Gast.
 

Das ideale Brautpaar, 1954

The Perfect Couple
Regie: Robert A. Stemmle
(BRD)

Mann und Frau liegen sich im Arm Midnight Sun Film Festival
Die Komödie thematisiert die Radio-Quizshow Das ideale Brautpaar, die in dem 50er Jahren im NDR lief. Vorgestellt werden vier Paare, die in der Show auf ihr Wissen über den jeweiligen Partner getestet werden. Henny und Harald vertreten die Liebe auf den ersten Blick, während Wally ihren Mann Walter erst kennenlernt, nachdem sie aus Scham gegenüber ihren Kolleginnen schon lange behauptet verlobt zu sein. Uschi ist beliebt bei den Männern und keinem Flirt abgetan, die große Liebe findet sie aber mit Hans, der mit ihren Launen umzugehen weiß. Paar Nummer vier ist heimlich verlobt, denn Felicitas Vater darf nichts von der Karriere ihres Freundes erfahren: Jürgen ist Fußballtorwart und Publikumsliebling. Dargestellt wird er von Frans de Munck, dem damaligen Torwart vom 1. FC Köln.

 

Denk ich an Deutschland – Das Wispern im Berg der Dinge, 1997

A Whispering in the Mountain of Things
Regie: Dominik Graf, Michael Althen
(Deutschland)


Dominik Graf porträtiert seinen Vater, den Nachkriegsschauspieler Robert Graf, dessen Karriere durch einen frühen Tod im Alter von 42 Jahren endete. Der Film zeichnet ein stimmiges Bild der Nachkriegsgesellschaft in der BRD, geprägt von Zweitem Weltkrieg und Wirtschaftswunder.
 

Der Felsen, 2002

A Map of the Heart
Regie: Dominik Graf
(Deutschland)

Paar im Wind Midnight Sun Film Festival Bei einem gemeinsamen Urlaub auf Korsika beendet Jürgen seine langjährige Affäre mit Katrin, um bei seiner Familie zu bleiben. Er verschwindet und Katrin bleibt alleine auf der Insel zurück, wo sie sich ins Nachleben stürzt, mit Alkohol und sexuellen Abenteuern. Ihr Leben nimmt eine ungeahnte Wendung, als sie auf den 16-jährigen Malte trifft.
 

Die geliebten Schwestern, 2014

Beloved Sisters
Regie: Dominik Graf
(Deutschland, Österreich, Schweiz)
 

Ein Mann wird von zwei Frauen innig umarmt Midnight Sun Film Festival Sommer 1788: Caroline von Beulwitz und ihre Schwester Charlotte von Lengfeld verlieben sich in denselben Mann: Den Schriftsteller Friedrich Schiller. Caroline wurde aus finanziellen Gründen verheiratet und ist unglücklich in ihrer Ehe. In Schiller hofft sie nun, die lang ersehnte Liebe gefunden zu haben. Doch auch die schüchterne Charlotte träumt schon lange von einem Ehemann. Es beginnt eine unkonventionelle Dreiecksbeziehung, welche die enge Bindung zwischen den Schwestern auf die Probe stellt.

Die Katze, 1988

The Cat
Regie: Dominik Graf
(BRD)


Bösewicht Probek, Mann mit Waffe Midnight Sun Film Festival Das kriminelle Genie Probek hat eine geniale Idee – dafür braucht er die Hilfe von Jutta, der Frau eines Bankmanagers. Als alles aus dem Ruder läuft, schlägt die Stunde von Polizist Voss – einem Mann, der weiß, was er will.
 

Dominik Graf

Dominik Graf Midnight Sun Film Festival
Dominik Graf wurde 1952 in München geboren und steckte von Anfang an mitten drin in Kino, Fernsehen und Literatur: Sein Vater Robert Graf, dessen Leben er in Denk ich an Deutschland in der Nacht: Das Wispern im Berg der Dinge aufarbeitet, zählt zu den wohl charismatischsten Schauspielern der frühen BRD. Seine Mutter Selma Urfer war Schauspielerin und später Schriftstellerin. An der Hochschule für Film und Fernsehen gehörte er zur rebellischen Generation, die dem elitären Filmemachen den Rücken kehrte, um populäre Filme für Kino und Fernsehen zu machen. Einen Namen machte sich Graf als Filmregisseur etwa mit der Serie Der Fahnder. Später konnte er sich mit Die Katze auch im Kino behaupten. Mittlerweile hat Graf bei mehr als 70 Filmen, vor allem fürs Fernsehen, Regie geführt. Dominik Graf ist Gast auf dem diesjährigen Festival.

In den Gängen, 2018

In the Aisles
Regie: Thomas Stuber
(Deutschland)


Christian (Franz Rogowsky) hat einen neuen Job: Er befüllt Regal eines Großmarktes. Seine neue Arbeitsumgebung wirkt kalt und der Regisseur weckt mit der Darstellungsweise Assoziationen aus der Kinogeschichte von Charlie Chaplins Modern Times bis hin zu vielen Meisterwerken Stanley Kubricks. Christian gewöhnt sich an seine Kollegen und lernt sich mit den Mechanismen des Arbeitsplatzes zu arrangieren. In den Gängen schafft durch ein innovatives Set eine ruhige und dennoch intensive Gesellschaftsstudie.

Thomas Stuber

Thomas Stuber Jörg Singer
Thomas Stuber wurde 1981 in Leipzig geboren. Nach verschiedenen Praktika und Assistenzjobs im Film begann er 2002 bei verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen als Script Supervisor und Regieassistent zu arbeiten. Später studierte er Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg und erhielt etliche Auszeichnungen für den Kurzfilm Es geht uns gut und für den Film Teenage Angst. Teenage Angst wurde auch bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt. Sein neuester Film In den Gängen gewann dort den Gilde-Filmpreis und den Preis der Ökumenischen Jury. Franz Rogowski wurde mit dem deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller in In den Gängen ausgzeichnet

Jonas, 1957

Jonas
Regie: Ottomar Domnick
(BRD)


Mann und Frau vor Plattenbau Midnight Sun Film Festival In Jonas wird eine Bibelgeschichte in die moderne Massengesellschaft übertragen und neu interpretiert. Jona wird im Alten Testament von einem Walfisch verschluck und betet um Bauch des Fisches, bis dieser ihn nahe des Festlandes wieder ausspuckt.

Im Film flieht Jonas aus einem Internierungslager und lässt dabei einen Freund zurück, um sich selbst zu retten. Jahre später wird ihm ein Hut gestohlen. Als Ersatz stiehlt Jonas einen anderen Hut, in dessen Futter er die Initialen des zurückgelassenen Freundes liest. Der Hut hat nun die Aufgabe des Walfisches aus der Bibelgeschichte. Ob Jonas zu seinem Gott, den Mitmenschen und sich selbst zurückfindet?
 

More – mehr –immer mehr, 1969

More
Regie: Barbet Schroeder
(BRD, Frankreich, Luxemburg)


Zwei Frauen und ein Mann im Bett Midnight Sun Film Festival Stefan Brückner aus Lübeck hat gerade sein Studium beendet und trampt per Anhalter nach Paris, wo er sich mit Charlie anfreundet, mit dem er einige Einbrüche verübt, um an Geld zu kommen. Auf einer Hippie-Party lernt er Estelle kennen, die ihn mit Marihuana vertraut macht. Eine Woche später trifft er sie auf Ibiza wieder. Estelle hat von ihrem Liebhaber, dem Deutschen Dr. Ernesto Wolf, Heroin gestohlen und überredet Stefan, es mit ihm zu spritzen. Der Beginn des Niedergangs von Estelle und Stefan.

Der Soundtrack zum Film stammt von Pink Floyd.
 

Nachtwache, 1993

Nachtwache
Regie: Dominik Graf
(Deutschland)

Junge Frau mit Waffe Midnight Sun Film Festival

Der Film Nachtwache wurde 1993 im Kontext der TV-Krimiserie Der Fahnder gedreht.
Der „Fahnder“ Faber bewacht eine junge Frau, Reno. Sie ist die Hauptzeugin in Fabers aktuellem Fall und soll morgen ihre Aussage machen. Sein Kollege Max ist derweil dem mutmaßlichen Täter auf den Fersen. Max verliert die Spur und kurz später wird ein Brandanschlag auf das Versteck von Faber und Reno verübt.
 

Sarah joue un loup-garou, 2017

Sarah Plays a Werewolf
Regie: Katharina Wyss
(Schweiz, Deutschland)

Sarah Midnight Sun Film Festival
Die Jugendliche Sarah sucht ihren Platz in der Welt und eine Möglichkeit ihre Gefühle auszudrücken. Kunst und Literatur helfen ihr, die Realität zu strukturieren. Doch niemand scheint sie zu verstehen oder bereit zu sein, ihr zuzuhören. Das Gefühl nicht dazu zu gehören vermischt sich mit fiktiven Geschichten, bis ein Theater Workshop an der Schule Sarahs Gefühlen eine Bühne bietet. Der einzige Ort, an dem das Biest, das in ihr lebt, freikommt und zu seiner vollen Kraft heranwächst.
 

Katharina Wyss Katharina Wyss Midnight Sun Film Festival

Die aus der Schweiz stammende Katharina Wyss studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin sowie Film und Philosophie unter anderem in Paris. Für ihren Debütspielfilm Sarah plays a Werewolf kehrt sie zu ihren Wurzeln zurück. Der Film wurde in ihrer Heimatstadt Freiburg im Üechtal gedreht und  greift persönliche Erfahrungen aus ihrer Jugend auf. Der Film wurde in der International Critics‘ Week auf dem Venice Film Festival 2017 gezeigt.

Tatort: Der Rote Schatten, 2017

The Red Shadow
Regie: Dominik Graf
(Deutschland)

Frau mit Sturmmütze und Waffe Midnight Sun Film Festival

Der Tatort spielt im Herbst 2017, 40 Jahre nach der Todesnacht von Stammheim, in der sich die führenden RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Gefängniszellen das Leben nahmen. Die Suizide, bilden zusammen mit der Entführung des Passagierflugzeuges Landshut und der Ermordung von Hanns-Martin Schleyer den Schluss des Deutschen Herbstes.

Marianne Heider stirbt in der Badewanne. Todesursache: Unfall. Der Fall kommt zu den Akten, doch ihr Exmann Christoph glaubt an Mord. Er verdächtigt Mariannes neuen Lebensgefährten Wilhelm Jordan, seine Freundin auf dem Gewissen zu haben. Die Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz gehen der Sache auf den Grund und finden heraus, dass Jordan in den 7oer Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt wurde. Doch ihre Ermittlungen stoßen immer wieder auf Widerstand seitens der Staatsanwaltschaft.