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17:00 Uhr

Durch den Bildschirm mit Arendt: Die Politik der Hoffnung inmitten der Banalität

Filmvorführung und Diskussion|Wir schauen den Film „Hannah Arendt" (Margarethe von Trotta, 2012) an und diskutieren mit Ikhaputri Widiantini und Nada Salsabila über das Kino als Medium für einfühlsames Handeln.

  • GoetheHaus Jakarta, Jakarta

  • Sprache Deutsch mit englischen Untertiteln
    Diskussion: Indonesisch
  • Preis Freier Eintritt | Mit registrierung via goers.co/arendt18juli

Fünfzig Jahre nach ihrem Tod regt Hannah Arendts Denken nach wie vor zu Diskussionen an © NFP Marketing & Distribution, DIF, Heimatfilm & Each Other Company

Fünfzig Jahre nach ihrem Tod regt Hannah Arendts Denken nach wie vor zu Diskussionen an © NFP Marketing & Distribution, DIF, Heimatfilm & Each Other Company

Margarethe von Trottas treffend betiteltes biografisches Drama Hannah Arendt (2012) konzentriert sich auf das Leben der Philosophin und politischen Theoretikerin Hannah Arendt. Der Film beleuchtet eine der entscheidendsten Phasen in Arendts Leben: den Prozess gegen Adolf Eichmann im Jahr 1961 und die anschließende Veröffentlichung von Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Verkörpert von der renommierten deutschen Schauspielerin Barbara Sukowa, wird Arendt als visionäre Figur dargestellt, die sich unablässig mit tiefgreifenden persönlichen und intellektuellen Konflikten auseinandersetzt.

Das Programm nähert sich Hannah Arendt (2012) als eine Form visueller Philosophie und untersucht, wie der Film das Konzept der Hoffnung im Angesicht der „Banalität des Bösen“ verhandelt. Im Mittelpunkt steht das Kino als Medium, das in der Lage ist, philosophische Feinheiten sowie affektive Bedeutungen zu vermitteln. Im Fall von Hannah Arendt wird der Film zu einem Raum, in dem Arendts Begriff der Natalität erneut aufgerufen wird – als Erinnerung an die menschliche Fähigkeit, neu zu beginnen, und damit an die politisch-ethische Möglichkeit von Hoffnung nach kollektivem Trauma.

Die Diskussion nach der Vorführung hat nicht nur das Ziel, Arendts Denken erneut ins Zentrum zu rücken, sondern auch zu betonen, dass der Film mehr ist als bloßes Spektakel. Das Kino kann einen Raum für empathisches Handeln eröffnen – für narrative Gesten, durch die Hoffnung nach dem Moment des Sehens und Urteilens Gestalt annehmen kann. Die emotionale und affektive Kraft eines Films spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Starrheit moderner Rationalität zu durchbrechen, die, wie Arendt argumentiert, allzu oft in Gedankenlosigkeit umschlägt. Indem die visuelle Erfahrung als eine Form politischen Engagements verstanden wird, greift diese Diskussion Arendts Einladung auf, Apathie und Schweigen zu widerstehen. Gleichzeitig soll der ästhetische Diskurs über das Kino vertieft werden – als ethischer Raum, in dem kollektive, intersubjektive Begegnungen möglich werden. Aus solchen Begegnungen kann die fragile, aber notwendige Hoffnung auf politische Transformation im gemeinsamen Leben erneut entstehen.

Dieses Programm ist Teil einer Reihe zum Gedenken an den 50. Todestag Hannah Arendts in Indonesien; initiiert und organisiert vom Goethe-Institut Indonesien und in Zusammenarbeit mit Yayasan Jurnal Perempuan.

Ikhaputri Widiantini, M. Si.
ist Dozentin für Philosophie an der Universitas Indonesia. Seit 2007 lehrt sie im Bachelorstudiengang Philosophie an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Indonesien. Neben ihrer Tätigkeit als Dozentin leitete sie ein Bildungsprojekt der Yayasan Jurnal Perempuan, war in den Jahren 2009 bis 2011 Redakteurin der Jurnal Perempuan und unterstützt die Zeitschrift weiterhin regelmäßig als Gastherausgeberin. Zudem hat sie zahlreiche Forschungsarbeiten durchgeführt und Publikationen zu Themen wie sexualisierter Gewalt, feministischer Ästhetik und zeitgenössischer Kunst veröffentlicht.

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