Diskussion Creators@Kamogawa

Emergency, they say, is the last public space (Scene 1) Collage 2016 © Marianna Christofides, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Sa, 01.12.2018

Goethe-Institut Villa Kamogawa, Saal

„Fragilität, Unsicherheit und das Fragment“
„Minimalistisch Wohnen?“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Creators@Kamogawa“ tauschen sich die residierenden Künstlerinnen und Künstler der Villa Kamogawa mit japanischen Kulturschaffenden zu gemeinsamen Themen aus.
 
„Fragilität, Unsicherheit und das Fragment“
Wie lässt sich die Unsicherheit und Fragilität unserer Zeit, in der das scheinbar Feste und Unveränderliche ins Schwanken gerät, in der Bildenden Kunst darstellen? Essay, Fragment und Collage sind Möglichkeiten der künstlerischen Annäherung. In einer Gedächtnispraxis, die mit Korrelationen und Assoziationen arbeitet, fügen sich dergestalt Elemente aus Architektur, Archäologie und Erdgeschichte ineinander. Zwischen geologischen und soziohistorischen Narrativen um Frank Lloyd Wrights Imperial Hotel in Tokyo, Bruno Tauts Exiljahren in Japan und der Bedrohung durch (Natur-)Katastrophen können unerwartete Verflechtungen entstehen. Das wirft Fragen auf: Inwieweit sind neben Menschen auch Orte und Landschaften leidens- und widerstandsfähig, können sie sich neu erfinden? Welche Rolle spielt dabei ein dauerhaftes Provisorium, der Wartezustand in Situationen, in denen Welt und Biographie aus den Fugen zu sein scheinen? Wie nähert man sich diesen Aspekten, wie verwendet man in der  Auseinandersetzung damit Archivmaterial, Gesammeltes oder auch Leerstellen?
 
   Marianna Christofides (Bildende Künstlerin)
   Bernd Bräunlich (Autor)
   Yuta Nakamura (Bildender Künstler)
   Tetsuya Ozaki (Moderator)
 
„Minimalistisch Wohnen?“
Die Faszination der traditionellen japanischen Architektur besteht in ihrer Klarheit, Reduktion und räumlichen Einfachheit. Die dahinter stehenden Bautraditionen und –prinzipien legen jedoch ein Wohnen nahe, das nicht so recht zur heutigen Konsumgesellschaft mit ihrem Überfluss an Dingen passen will. Sind Verzicht und weniger Eigentum eine Voraussetzung dafür, die traditionellen räumlichen Qualitäten im persönlichen Wohnen überhaupt erleben zu können? Was wäre durch einen solchen Minimalismus gewonnen? Welche Prinzipien japanischer Wohntraditionen sind in der heutigen gesellschaftlichen Situation überhaupt noch anwendbar?
 
   Ansgar Staudt (Architekt)
   Yoshiharu Tsukamoto (Architekt Atelier Bow-Wow)
   Tetsuya Ozaki (Moderator)
 
Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es im Café Müller die Gelegenheit zu weiterem Austausch bei Getränken und Delikatessen aus Deutschland. Arbeiten der Stipendiat/-innen der Villa Kamogawa sind dabei auf verschiedenen Monitoren zu sehen.
  Marianna Christofides © Marianna Christofides Bernd Bräunlich © Bernd Bräunlich Yuta Nakamura Fotograf: Omote Nobutada
Ansgar Staudt © Ansgar Staudt 塚本 由晴 © Yoshiharu Tsukamoto Tetsuya Ozaki © Tetsuya Ozaki

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