European Literature Festival 2020 Lesung und Gespräch mit Terézia Mora

  © Antje Berghäuser

Mo, 23.11.2020

Online(GMT+9)


Ein Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin.
 
Kunstvoll erzählt Terézia Mora in dem Erzählband  »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindungen nach, für die es keinen Auslass zu geben scheint, und erforscht die bisweilen tragikomische Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Glück.

Unter dem übergreifenden Thema “A New World, a New Beginning” wird am Freitag, den 20. November das vierte European Literature Festival eröffnet.
 
An dieser Online-Veranstaltung im Rahmen des European Literature Festival 2020 wird Terézia Mora von Deutschland aus teilnehmen und live Auszüge aus „Die Liebe unter Aliens“ lesen. Der Band wurde von Hitoko Suzuki ins Japanische übersetzt und 2020 bei Hakusuisha veröffentlicht.
Im anschließenden Gespräch mit Fuminari Niimoto spricht die Autorin über ihr Werk, und erzählt, warum sie Routinen ablehnt und wie sie beim Schreiben die Welt neu zusammensetzt. Die Moderation des Gesprächs übernimmt Masahiko Tuschiya. 
 
 © Antje Berghäuser Terézia Mora wurde 1971 in Sopron, Ungarn, geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman „Das Ungeheuer“ erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband „Seltsame Materie“, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 2018 der Georg-Büchner-Preis zugesprochen. Terézia Mora zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzer*innen aus dem Ungarischen.

 Masahiko Tsuchiya ist Professor an der Nagoya Gakuin Universität und ein Spezialist für deutschsprachige, insbesondere österreichische Literatur, die von mehrsprachigen Menschen geschrieben wird. Zu seinen zahlreichen Publikationen zählt u.a. “Bevorzugt beobachtet. Zum Japanbild in der zeitgenössischen Literatur”(2005) und “Nach dem Habsburgischen Mythos. Zeitgenössische österreichische Literatur zwischen Globalisierung und lokaler Verwurzelung“ (2018)

  Fuminari Niimoto ist Professor für Germanistik an der Tsuda Universität in Tokyo. Seine Forschungstätigkeit erstreckt sich von Heinrich von Kleist über die Schweizer Literatur bis zur transnationalen Literatur deutsch-ungarischer Übersetzer*innen-Autor*innen. Er hat u. a. Robert Walsers "Geschwister Tanner" (2010), "Der Spaziergang" (2012), den "Räuber-Roman", Prosastücke aus den "Mikrogrammen" (2015) und Ilma Rakusas "Mehr Meer" (2018) ins Japanische übersetzt. 





 

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