Das Goethe-Schaufenster in Scanorama
7 Filme - 7 Generationen

Das Goethe-Schaufenster in Scanorama

Nach fast zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut und dem Scanorama Filmfestival, wird dies nun mit einem neuen Format gekrönt: Das GOETHE-SCHAUFENSTER im Rahmen von SCANORAMA besteht aus 7 Filmen aus 7 Regie-Generationen.

Joya Thome und „Königin von Niendorf“

Joya Thome ist die jüngste Regisseurin, Mitte Zwanzig und in den 90er Jahren geboren. Handwerklich hat ihre Regiearbeit- vom Vater Rudolf Thome profitiert. Ihr Kinderfilm „Die Königin von Niendorf“ handelt von einem Mädchen, dass das „Mädchensein“ langweilig findet und einer Jungenbande beitritt. Am Ende wird sie die Bande frecher Lümmel sogar anführen. Ein Film über ein starkes Mädchen.

Julian Radlmaier und „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“

Der nächstjüngste Regisseur ist Anfang dreißig und in den 80er Jahren geboren, Julian Radlmaier ist zu jung, um den Kommunismus als Praxis selbst erlebt zu haben, drehte aber eine urwitzige Groteske über die Ideologie. Julian Radlmaier lernte sein Handwerk beim legendären Werner Schroeter.
 

Ana-Felicia Scutelnicu und „Anishoara“

Ana-Felicia Scutelnicu ist in den 70er Jahren in Moldavien geboren. Sie hat als Regieassistentin bei dem deutschen Dokumentarfilmer Volker Koepp und bei dem rumänischen Regisseur Christian Mungiu das Handwerkliche des Filmemachens gelernt. Wir zeigen ihren großartigen Abschlussfilm für die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb).

Valeska Grisebach und „Western“

Valeska Grisebach wurde in den 60er Jahren geboren. Ihr Lehrer war kein geringerer als Michael Haneke. Sie machte bisher nicht viele Filme, aber was sie machte, wurde ein Berlinale-Hit. In ihrem Film „Western“ prallen Ost und West aufeinander.

Andres Veiel und „Beuys“

Andres Veiel wurde in den 50er Jahren geboren. Er ist Leitfigur und Orientierungsanker vieler junger Dokumentarfilmer. Selber lernte er bei dem polnischen Regisseur Krzysztof Kieslowski. Sein neuester Film behandelt Joseph Beuys, den Erfinder der „Sozialen Skulptur“. Die documenta 7 in 1982 zum Beispiel eröffnete Beuys mit dem Projekt „7000 Eichen“ und dem Motto „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung.“

Werner Herzog und „Nosferatu. Phantom der Nacht“

Werner Herzog drehte circa 100 Filme und einen davon in Litauen. Herzog wurde in den 40er Jahren geboren. Seine filmischen Vorbilder waren die deutschen Regisseure und Filmhistorikerinnen der 20er Jahre. Als Herzogs Idol, die Filmkritikerin Lotte Eisner erkrankte, pilgerte er von München nach Paris zu Fuß und besuchte sie am Krankenbett. Seine berühmtesten Spielfilme drehte er mit dem internationalen Schauspiel-Star Klaus Kinski als Aguirre, Fitzcarraldo, Woyzeck und Nosferatu. Dass Klaus Kinski als Graf Dracula alias Nosferatu so überzeugt, liegt daran, dass er das Monster nicht nur spielte, sondern auch im wirklichen Leben eines war (was man erst später herausfand).

Friedrich Wilhelm Murnau und „Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens“

Die erste NOSFERATU-Verfilmung (1921) stammt von Friedrich Wilhelm Murnau. Sein Graf Orlok / Nosferatu, dargestellt von Max Schreck, ist grauenerregend, gruselig und darstellerisch unerreicht. Nosferatu von Murnau ist bis heute einer der besten, jemals gedrehten Horrorfilme. Die Musik für diesen Abschlussfilm des Festivals Scanorama hat der litauische Komponist Marius Salynas geschrieben. Nach Nosferauts Kinostart erhielt Murnau die ersten Einladungen nach Hollywood. Fünf Jahre später wird er tatsächlich nach Hollywood umziehen und dort schon mit seinem ersten Film Sunrise, eine litauische Drehbuchvorlage verwendend, drei Oscars einsammeln.

7 deutsche Filme, 7 Regie-Generationen repräsentierend.
Viel Spaß wünscht Ihnen

Detlef Gericke
Institutsleiter