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Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017

Die Programme, mit denen das Goethe-Institut Litauens Auftritt als Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 flankiert, umspannen 1 Jahrhundert. Sie zeigen und vertiefen Wechselbeziehungen der deutsch-litauischen Kulturgeschichte.
 
Die Anthologie VERSschmuggel vereint zwölf Dichterinnen und Dichter aus dem deutschsprachigen Raum und aus Litauen, die Einblicke in ihr Schaffen gewähren, und zwar in mehrfacher und zudem ungewöhnlicher Hinsicht: alle Gedichte erscheinen zweisprachig, über den gedruckten QR-Code und das Mobiltelefon können die Stimmen der Dichter zugeschaltet werden, so dass sich der private Leseraum in eine Art Konzertraum erweitert. In kurzen Essays erzählen die zwölf Dichterinnen und Dichter aus ihren poetologischen Werkstätten. Diese Anthologie erscheint zeitgleich in Verlagen in Deutschland und in Litauen. Alle 12 Dichter haben sich im Oktober 2016 zu einem einwöchigen Workshop in Litauen versammelt und präsentieren nun ihre Lyrik in 2 – in Litauen und Deutschland – erscheinenden Büchern sowie im Rahmen von Leipzig liest.
 
Der Film Sonnenaufgang – Geschichte zweier Liebender von Murnau geht zurück auf das Jahr 1926, als der Filmemacher Murnau seine erste Hollywood-Produktion auf Basis einer legendären litauischen Erzählung drehte: die 1917 erschienene litauische Geschichte Die Reise nach Tilsit von Hermann Sudermann.
 
Die „Berliner Malerpoeten“, dichtende Szenemaler der 60er, 70er und 80er Jahre in Berlin-Kreuzberg, wurden von der Litauerin Aldona Gustas initiert und als Künstlergruppe in der ganzen Welt bekannt gemacht. Der berühmteste von ihnen wurde Günter Grass. Aldona Gustas schickte die Bilder und Gedichte der „Berliner Malerpoeten“ durch die halbe Welt und wird sie in der Leipzig noch einmal präsentieren. Flankiert werden Dichtung und Zeichnung der Älteren durch die Kunst der Jungen. Sechs litauische Textildesignerinnen, kuratiert von Virginija Vitkiene, werden in der Ausstellung OXYMORA in der Leipziger Baumwollspinnerei präsentiert.
 
„Die Rolle, die Kultur und Literatur in Litauen spielen, lässt sich daran ablesen, dass Bücher in Litauen beinah ähnlich hohe Auflagen erreichen wie im deutschsprachigen Raum. Bis vor kurzem waren litauische Autoren und Essayisten kaum ins Deutsche übersetzt, weite Bereiche des litauischen und baltischen Geisteslebens waren dem europäischen Westen über Jahrzehnte nur begrenzt zugänglich. Mit den für die Leipziger Messe erarbeiteten 26 Neu-Übersetzungen ins Deutsche, hat man die Voraussetzungen für eine gegenseitig vertiefte Kenntnis. Diese Messe wird einen Effekt größter Nachhaltigkeit entwickeln“, so der Leiter des Goethe-Instituts Litauen, Detlef Gericke.
 

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