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21:30 Uhr

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Film|Vilnius Queer Festival „Kreivės“

  • Bėgių parko angaras, Vilnius

  • Sprache Deutsch, mit englischen und litauischen Untertitel
  • Preis kostenlos

Szene aus dem Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ © missingFILMs GmbH

Nicht der Homosexuelle ist pervers Foto (Detail): © PRO-FUN MEDIA

BR Deutschland, 1971, TV-Spielfilm, 67‘ 
Regie: Rosa von Praunheim

Mit: Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling, Dietmar Kracht, Steven Adamczewski

Als Hommage an den queeren Filmemacher Rosa von Praunheim, der Ende 2025 verstorben ist, laden das išgirsti Queer Archive, das Kreivės Queer Festival und das Goethe-Institut zur Vorführung seines bedeutendsten Films ein. Die Vorführung ist Teil des von Meno avilys koordinierten Programms Deep Rivers Run Silent, mit dem die Reihe der Veranstaltungen des 13. Vilnius Queer Festivals Kreivės eröffnet wird.

Der 1971 veröffentlichte Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ erschütterte Deutschland in ähnlicher Weise, wie die Stonewall-Riots von 1969 die USA erschütterten – ein Auslöser der modernen LGBTQ+‑Rechtsbewegung. Auch dieser Film war ein Aufruf an die Community, sich zu organisieren und ihre Rechte zu verteidigen. 
Die Geschichte folgt einem jungen Mann, der in das Berlin der 1960er Jahre kommt und von der homosexuellen Szene der Großstadt, von Mode und Sexualität angezogen wird. Neben seinem radikalen und utopischen Ansatz präsentiert der Film ein soziologisches Argument und eine Kritik an der isolierten und sich selbst isolierenden homosexuellen Gemeinschaft jener Zeit.

Rosa von Praunheim (1942–2025), geboren als Holger Mischwitzky, war Filmregisseur, Autor und einer der wichtigsten Wegbereiter der Schwulen- und Lesbenbewegung im deutschsprachigen Raum. Wie viele Künstler*innen seiner Generation, den Vertreter*innen des sogenannten Neuen Deutschen Films, wollte er mit seinen Werken die Nachkriegsgesellschaft Deutschlands aufrütteln, politische und soziale Fragen stellen und die Realität nicht nur dokumentieren, sondern auch verändern. Im Laufe seiner Karriere schuf Rosa von Praunheim über 150 Filme, von denen fünf im Jahr 2016 in der Retrospektive „Rosa von Praunheim. Aktivismen“ des Vilnius Queer Festivals Kreivės in Litauen präsentiert wurden.