Abschlussausstellung des Residenzprogramms „Mutual Empathies“
Ausstellung|Mit Arbeiten von Maithu Bùi und Saule Suleimenova
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Rupert, Vilnius
- Preis kostenlos
Die Ausstellung entstand im Rahmen eines sechswöchigen Aufenthaltsprogramms bei Rupert und vereint zwei künstlerische Praktiken, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Folgen von Gewalt und ihrer fortdauernden Präsenz auseinandersetzen: durch kollektive Erinnerung, überlieferte Erzählungen, Kriegsabfälle und alltägliche Materialien. Kuratiert wird die Präsentation von JL Murtaugh und der Kuratorinnen-Stipendiatin Katažyna Jankovska. Im Rahmen des Eröffnungsabends sind die Besucher*innen zudem zu Open Studios eingeladen, wo sie Forschungsmaterialien erkunden und Einblicke in den Residenzprozess gewinnen können.
Suleimenova präsentiert zwei neue großformatige Werke aus ihrer langjährigen Serie von Cellophan-Gemälden, die aus wiederverwendeten Plastiktüten geschaffen wurden, sowie zwei neue Skulpturen aus der Reihe Zheti Ana („Sieben Mütter“). Ihre Forschung bei Rupert konzentrierte sich auf die Kinder der Stadt und verbindet historische Bilder erzwungener Migration mit Szenen des heutigen Lebens in Vilnius. Zugleich widmet sie sich den Menschen, die für unser Wohlergehen sorgen und unsere täglichen Bedürfnisse erfüllen, dabei jedoch allzu oft anonym bleiben.
Bùi setzt ihre langfristige Forschung zu nicht explodierter Munition und den gesellschaftlichen Reaktionen auf Kriegszustände fort. In der Ausstellung präsentiert Bùi die Serie Punched Cards („Lochkarten“), die historische Systeme der Klassifizierung und Informationsspeicherung aufgreift, um Fragmentierung, kollektive Traumata und ungeschriebene Geschichten zu untersuchen. Diese neu interpretierten Datensätze werden zusammen mit gefundenen Altmetallobjekten gezeigt, die häufig zum Einschmelzen und zur Herstellung von Waffen gesammelt werden. Die Arbeiten beleuchten die sich wandelnden Rollen von Materialien durch Nutzung, Wiederverwendung und Transformation.
Was bleibt verborgen, obwohl es direkt vor unseren Augen liegt? Weggeworfene Objekte aus Plastik und Metall werden zu Ausgangspunkten für die Freilegung übersehener Geschichten, die von Abwesenheit, Gewalt und Vertreibung geprägt sind, zugleich aber bis heute das alltägliche Leben beeinflussen.
Die diesjährige Ausgabe von „Mutual Empathies“ wird vom Litauischen Kulturrat finanziert.
Teilnehmer*innen des Residenzprogramms „Mutual Empathies“ 2026
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Maithu Bùi
Künstler*in Maithu Bùi (*1991) entschlüsselt und übersetzt Verflechtungen von Leben, Geschichte, Wissenschaft und Technologie in Landschaften des kollektiven Gedächtnisses. Maithu Bùi hat einen BA in Philosophie mit Schwerpunkt Sprachphilosophie und Logik von der LMU München sowie einen MFA in Bildender Kunst von der UdK Berlin. Maithu Bùi war 2024 Human Machine Fellow an der Akademie der Künste, 2025 Fellow bei Dreaming Beyond AI – Coalition Building in Times of AI und 2025 Stipendiat*in der Stiftung Kunstfond. Bùis Arbeiten wurden u.a. auf der 12. Berlin Biennale (DE), in der Bundeskunsthalle Bonn (DE), der Kunsthalle Bratislava (SK), der Galerie im Turm Berlin (DE), dem Museum der bildenden Künste Leipzig (DE), dem E-WERK x Akademie der Künste (DE) und dem Contemporary Art Centre Vilnius (LT) präsentiert. Bùi ist Mitbegründer*in des Forschungskollektivs Curating through Conflict with Care (CCC) und der Arbeitsgruppe art+computation der Gesellschaft für Informatik.
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Saule Suleimenova
Saule Suleimenova (*1970) ist eine Künstlerin, die an den Schnittstellen zahlreicher Medien arbeitet. Sie verbindet Dekonstruktionen von Malerei, Fotografie, Zeichnung, Installation und Kunst im öffentlichen Raum, um gesellschaftlich wirksame Impulse zu setzen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit organisiert Suleimenova Bildungs-, Umwelt- und Sozialprojekte, die sich mit Widerstand, kollektivem Gedächtnis und der Stärkung historisch benachteiligter Bevölkerungsgruppen befassen. Nach ihrem Masterabschluss an der Kasachischen Nationalen Universität der Künste schloss Suleimenova 1996 ihr Studium an der Staatlichen Akademie für Architektur und Bauingenieurwesen in Almaty mit einem Abschluss in Architekturdesign ab. Zu ihren jüngeren Projekten zählen u.a. die Biennale von Buchara 2025 (Usbekistan), die Kyiv Biennale 2025 in Warschau (Polen), das Jeonbuk Museum of Art in Jeonju (Südkorea), die Lahore Biennale 2020, Manifesta 11 in Zürich (Schweiz) sowie Projekte der Sharjah Art Foundation in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate).
Links zum Thema
Ort
Mindaugo g. 15
Vilnius
Litauen
Eröffnung und Open Studios 14.8.2026, 19:00
Ort
Mindaugo g. 15
Vilnius
Litauen
Eröffnung und Open Studios 14.8.2026, 19:00