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18:00 Uhr

Montagskino bei Goethe: Wilma will mehr

Film | Filmvorführung

  • Bibliothek Goethe-Institut Warschau, Warszawa

  • Sprache Auf Deutsch mit deutschen Untertiteln
  • Preis Eintritt frei

Willma will mehr © Ma.ja.de. Fiction / Michael Kotschi

Willma will mehr © Ma.ja.de. Fiction / Steffen Junghans

Im Rahmen unseres Montagskinos zeigen wir den Film Wilma will mehr von Maren-Kea Freese aus dem Jahr 2025 auf Deutsch mit deutschen Untertiteln.
 

Der Anfang ist trist: Eine mühsame Ehe, freudlose Umgebung, Alpacas fressen hinterm Supermarkt den Müll. Das ist die Lausitz, Gegend des ungezügelten Braunkohleabbaus, einst Herzstück der DDR-Energieversorgung. Jetzt sind die Kraftwerke stillgelegt, die Facharbeiterinnen machen Führungen für Touristen und verdienen ihr Geld im Baumarkt. Mittendrin steht Wilma, Mitte 40, gelernte Elektrikerin, Schlosserin, Maschinistin, die all diese Jobs verlor, genauso wie ihre Führungsposition im Betrieb. Jetzt, Ende der 1990er Jahre, geht ihre Zukunftsperspektive trotz diverser Umschulungen gegen Null. Das macht Wilma ziemlich verzweifelt.

Als Wilma feststellt, dass ihr Mann Alex sie betrügt, reicht das, damit sie allem den Rücken kehrt. Sie fährt zu einem Freund aus alten Zeiten, der schon während der Wende nach Wien zog, und der ihr jetzt eine Gartenlaube als Wohnung sowie einen Job – natürlich im Baumarkt – besorgt. Wilmas Laune wird in Wien nicht besser, obwohl man manchmal mit ihr durch die Stadt schlendert und ihr Staunen teilt, wenn sie die prächtigen bürgerlichen Bauten oder die abgerockten proletarischen Kneipen inspiziert.

Wilma versucht, auf legalem Weg einen besseren Job zu finden. Aber ihre DDR-Zeugnisse sind auch in Wien nichts wert, höchstens den Spott der Frau im Arbeitsamt. Wilma fällt tief in die Armut, lernt jedoch dabei erstaunlich freundliche Menschen kennen. Schließlich landet sie auf dem „Handwerkerstrich“, ganz unten in der Hierarchie der Jobsuche. Immerhin geht es von dort aus bergauf, gute Elektriker werden gern zur Schwarzarbeit genommen. Außerdem findet sie ein Zimmer in einer WG, wo sie Matilde kennenlernt, feministische Professorin, und Max, den erfolglosen Künstler.

Der Film verfällt dabei weder in Nostalgie noch in Pathos.

Eine persönliche Aufarbeitung der deutschen Ost-West-Problematik, feministische Sichtweise inklusive – das ist Maren-Kea Freeses Film.

(Doris Kuhn 05.03.2026)

Wilma will mehr
Deutschland, 2025, 107 Minuten
Regie: Maren-Kea Freese  
Drehbuch: Maren-Kea Freese
Kamera: Michael Kotschi
Schnitt: Andrea Muñoz
Produzent: Heino Deckert, Tina Börner, Katharina Bergfeld

Darsteller*innen: Fritzi Haberlandt, Stephan Grossmann, Thomas Gerber, Leonhard Hugger, Xenia Snagowski, Valentin Postlmayr, Simon Steinhorst, Meret Engelhardt, Werner Lustig, Katrin Schwingel, Birgit Unterweger, Konstanze Dutzi, Christoph Franken, Ottokar Lehrner, Isabel Schosnig, Clara Vogt, Johannes Ahn

Auszeichnungen
Neiße Filmfestival (2025) / Publikumspreis

Quelle: FID - Wilma will mehr / Übersetzung(en)