Gewinner*innen
2026
Im Hamburger Hafen spricht man Portugiesisch: die menschlichen Hintergründe eines Giganten der Weltwirtschaft | Líder
Leonor Wicke und Marcelo Teixeira haben sich vorgenommen, ein statistisches, erklärendes und gelebtes Porträt davon zu erstellen, wie Europa funktioniert, wenn man es vom Hafen aus betrachtet – welchen wirtschaftlichen Einfluss dies im aktuellen geopolitischen Kontext hat und wie Portugal in dieses Gefüge eingebettet ist. Der narrative Schwerpunkt ihrer Arbeit wird das Portugiesenviertel sein, ein symbolisches und zugleich reales Viertel dieser portugiesischen Präsenz, direkt am Hafen gelegen, wo sich in Restaurants, Cafés und Vereinen Geschichten alter und neuer Migration kreuzen. Die Portugies*innen hinter den Kulissen eines der größten Häfen der Welt, in Deutschland, können sowohl aktuelle als auch vergangene Geschichten portugiesischer Auswanderung sichtbar machen – und ebenso die Weltsicht, die aus der gemeinsamen Beziehung zwischen Portugal und Deutschland entsteht.
Team
Der Gewerkschaftsbewegung in Portugal und Deutschland: Gilt ‚Gemeinsam sind wir stark‘ noch? | TSF
Fátima Valente schlägt eine journalistische Arbeit über die Gewerkschaftsbewegung und die Herausforderungen vor, denen sich Gewerkschaften heute stellen müssen. Dabei behandelt sie Themen wie Migration, Integration, Diskriminierung und Extremismus.
Da der Arbeitskräftemangel in verschiedenen Sektoren Europa zunehmend betrifft, richtet sich der Blick dieser Arbeit auf das konkrete Beispiel des Bundeslandes Baden-Württemberg, wo Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sich gegen die extreme Rechte zusammengeschlossen haben – weil die Industrie auf Migrant*innen angewiesen ist.
Die Untersuchung soll der Frage nachgehen, ob ein ähnliches Verständnis auch in Portugal möglich wäre. Dazu sind Interviews mit portugiesischen Migrantinnen in Deutschland und Migrantinnen in Portugal geplant, ebenso wie Gespräche mit Gewerkschafterinnen, Wissenschaftlerinnen und Historiker*innen.
Journalistin
Portugiesische Auswanderung und Extremismus im heutigen Deutschland | Rádio Renascença
José Pedro Frazão untersucht den Zusammenhang zwischen der portugiesischen Auswanderung nach Deutschland – die im Jahr 2024 zugenommen hat – und dem wachsenden Stimmenanteil portugiesischer Auswanderer für rechtsradikale Parteien, auch wenn sie im Zielland selbst möglicherweise mit einer feindlichen Haltung gegenüber Migrant*innen konfrontiert werden. Der Autor stellt die Frage, wie Portugiesinnen vom anti‑migrantischen Diskurs in Deutschland betroffen sind und ob sie sich im deutschen politischen Umfeld engagieren. Außerdem versucht er zu verstehen, wie sich das Wahlverhalten zugunsten der radikalen Rechten in Portugal und in Deutschland zueinander verhält und warum diese Migrantinnen Parteien unterstützen, die einen ausgeprägt migrationsfeindlichen Diskurs vertreten. Schließlich möchte er herausfinden, ob es langfristig eine Bedrohung für die portugiesische Gemeinschaft in Deutschland geben könnte.
Journalist
Route der Schuhe: eine deutsche Rekrutin der Gefängnisarbeit in Portugal | Público, Deutschlandfunk
Ana Patrícia Silva, Bárbara Monteiro und Christina Weise untersuchen eine kaum bekannte Realität, die die Arbeit weiblicher Gefängnisinsassinnen in Portugal und deutsche Unternehmen miteinander verbindet. Sie hinterfragen diese Praxis sowie die Transparenz und die ethische Verantwortung sowohl der Unternehmen als auch der beteiligten Staaten. Ausgehend von der Tatsache, dass mehr als 800 weibliche Gefangene in portugiesischen Haftanstalten für 70 private, nationale und internationale Unternehmen arbeiten – darunter 20 deutsche –, wollen die Autorinnen die Nutzung portugiesischer weiblicher Gefängnisarbeit durch deutsche Firmen charakterisieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Art der Verträge, den Arbeitsbedingungen sowie den menschlichen und rechtlichen Auswirkungen dieser Praxis.