Gewinner*innen
2026

Bolsas de jornalismo Portugal Alemanha 2026 Design: Suzana Carneiro © Goethe-Institut Portugal

Im Hamburger Hafen spricht man Portugiesisch: die menschlichen Hintergründe eines Giganten der Weltwirtschaft | Líder

Leonor Wicke und Marcelo Teixeira haben sich vorgenommen, ein statistisches, erklärendes und gelebtes Porträt davon zu erstellen, wie Europa funktioniert, wenn man es vom Hafen aus betrachtet – welchen wirtschaftlichen Einfluss dies im aktuellen geopolitischen Kontext hat und wie Portugal in dieses Gefüge eingebettet ist. Der narrative Schwerpunkt ihrer Arbeit wird das Portugiesenviertel sein, ein symbolisches und zugleich reales Viertel dieser portugiesischen Präsenz, direkt am Hafen gelegen, wo sich in Restaurants, Cafés und Vereinen Geschichten alter und neuer Migration kreuzen. Die Portugies*innen hinter den Kulissen eines der größten Häfen der Welt, in Deutschland, können sowohl aktuelle als auch vergangene Geschichten portugiesischer Auswanderung sichtbar machen – und ebenso die Weltsicht, die aus der gemeinsamen Beziehung zwischen Portugal und Deutschland entsteht.

Team

Der Gewerkschaftsbewegung in Portugal und Deutschland: Gilt ‚Gemeinsam sind wir stark‘ noch? | TSF

Fátima Valente schlägt eine journalistische Arbeit über die Gewerkschaftsbewegung und die Herausforderungen vor, denen sich Gewerkschaften heute stellen müssen. Dabei behandelt sie Themen wie Migration, Integration, Diskriminierung und Extremismus.
Da der Arbeitskräftemangel in verschiedenen Sektoren Europa zunehmend betrifft, richtet sich der Blick dieser Arbeit auf das konkrete Beispiel des Bundeslandes Baden-Württemberg, wo Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sich gegen die extreme Rechte zusammengeschlossen haben – weil die Industrie auf Migrant*innen angewiesen ist.
Die Untersuchung soll der Frage nachgehen, ob ein ähnliches Verständnis auch in Portugal möglich wäre. Dazu sind Interviews mit portugiesischen Migrantinnen in Deutschland und Migrantinnen in Portugal geplant, ebenso wie Gespräche mit Gewerkschafterinnen, Wissenschaftlerinnen und Historiker*innen.

Journalistin

Fátima Valente
Sie entdeckte in der ‚Warum‑Phase‘ ihrer Kindheit, dass sie Journalistin werden wollte – als in Radio und Fernsehen über den Fall der Berliner Mauer und den Golfkrieg berichtet wurde. Ihre Laufbahn begann bei einer Zeitung im Alentejo, wo sie geboren wurde. Mehrere Jahre schrieb sie für die Fachpresse, zunächst über Themen rund um Afrika und später über Tourismus. Die Leidenschaft fürs Radio entdeckte sie während eines Praktikums bei der Deutschen Welle in Deutschland. Sie lebte zehn Jahre in Macau, wo sie für die Nachrichtenagentur Lusa und für TDM – Rádio Macau arbeitete. Seit vier Jahren ist sie bei der TSF tätig. Wöchentlich spricht sie im Programm Vamos aos Factos, einer Kooperation zwischen TSF und Polígrafo, über Desinformation.

Portugiesische Auswanderung und Extremismus im heutigen Deutschland | Rádio Renascença

José Pedro Frazão untersucht den Zusammenhang zwischen der portugiesischen Auswanderung nach Deutschland – die im Jahr 2024 zugenommen hat – und dem wachsenden Stimmenanteil portugiesischer Auswanderer für rechtsradikale Parteien, auch wenn sie im Zielland selbst möglicherweise mit einer feindlichen Haltung gegenüber Migrant*innen konfrontiert werden. Der Autor stellt die Frage, wie Portugiesinnen vom anti‑migrantischen Diskurs in Deutschland betroffen sind und ob sie sich im deutschen politischen Umfeld engagieren. Außerdem versucht er zu verstehen, wie sich das Wahlverhalten zugunsten der radikalen Rechten in Portugal und in Deutschland zueinander verhält und warum diese Migrantinnen Parteien unterstützen, die einen ausgeprägt migrationsfeindlichen Diskurs vertreten. Schließlich möchte er herausfinden, ob es langfristig eine Bedrohung für die portugiesische Gemeinschaft in Deutschland geben könnte.

Journalist

José Pedro Frazão
Journalist, leitender Redakteur bei Rádio Renascença, wo er seit 1998 tätig ist. Als Editor hat er in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Sondersendungen und politische Debatten der Renascença geleitet. Als Reporter war er seit 1999 in Konfliktgebieten wie der Ukraine, dem Balkan, Pakistan und dem Iran im Einsatz und berichtete außerdem über die Anschläge in London im Jahr 2005. Für seine Kriegsreportagen wurde er ausgezeichnet – 2001 für seine Arbeit in Pakistan und 2023 für seine Berichterstattung aus der Ukraine. Er verfolgt die Themenbereiche Internationales und Umwelt besonders aufmerksam, diskutiert wöchentlich europäische, politische und gesellschaftliche Fragen und koordiniert sowie moderiert Konferenzen zu diesen Themen. Zudem leitete er mehrere redaktionelle Projekte von Rádio Renascença im nationalen wie internationalen politischen Bereich. Er redigiert und moderiert wöchentlich die Sendungen Casa Comum und Da Capa à Contracapa, letztere in Zusammenarbeit mit der Fundação Francisco Manuel dos Santos.

Route der Schuhe: eine deutsche Rekrutin der Gefängnisarbeit in Portugal | Público, Deutschlandfunk

Ana Patrícia Silva, Bárbara Monteiro und Christina Weise untersuchen eine kaum bekannte Realität, die die Arbeit weiblicher Gefängnisinsassinnen in Portugal und deutsche Unternehmen miteinander verbindet. Sie hinterfragen diese Praxis sowie die Transparenz und die ethische Verantwortung sowohl der Unternehmen als auch der beteiligten Staaten. Ausgehend von der Tatsache, dass mehr als 800 weibliche Gefangene in portugiesischen Haftanstalten für 70 private, nationale und internationale Unternehmen arbeiten – darunter 20 deutsche –, wollen die Autorinnen die Nutzung portugiesischer weiblicher Gefängnisarbeit durch deutsche Firmen charakterisieren. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Art der Verträge, den Arbeitsbedingungen sowie den menschlichen und rechtlichen Auswirkungen dieser Praxis.

Team

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