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19:00 Uhr

FREIHEIT DURCH KULTUR?

Roundtable discussion|Über Rolle der ausländischen Kulturinstitute während der kommunistischen Diktatur

  • Deutschen Kulturzentrum Kronstadt

FREIHEIT DURCH KULTUR @Marius Weber

Unter der Diktatur von Nicolae Ceaușescu, der die Kommunikation und Kontakte zur Welt kappte, wurde Rumänien in eine Art der Isolation gedrängt. In dieser allgemeinen Atmosphäre, geprägt von der Angst der ständigen Überwachung, dem Reiseverbot im Ausland oder der Bestrafung der Auswanderung, gelang es der Kultur dennoch, Ausweichmöglichkeiten zu finden und sich zu einer Form von „Résistance“ gegen Indoktrination und Propaganda zu entwickeln. Dabei spielten nicht nur die Programme von Radio Free Europe eine wichtige Rolle, sondern auch einige westliche Bibliotheken und Kulturinstitute, die - paradoxerweise oder auch nicht – unter diesen Umständen ihre Häuser für das rumänische Publikum öffnen durften. Trotz der strengen und allgegenwärtigen Überwachung durch die Securitate, galten Kultureinrichtungen wie die Französische Bibliothek/Institut français, das Kulturinstitut der BRD/Goethe-Institut, die British Library/British Council, die Amerikanische Bibliothek oder die Italienische Bibliothek als Fenster zur freien Welt und spielten zweifellos die Rolle eines Beschleunigers der kulturellen Integrationsbewegungen.

100 Jahre nach der Eröffnung des Französischen Instituts in Rumänien, 45 Jahre nach der Eröffnung des Goethe-Instituts in Bukarest und 35 Jahre nach der Revolution, laden wir am 17. Februar 2025, um 19.00 Uhr, im Pavillon des Goethe-Instituts (Calea Dorobanților 32) zu einer Diskussion über die Rolle der Kultur und der ausländischen Kulturinstitute während der kommunistischen Diktatur ein.

Mit: Germina Nagâț (Mitglied des Kollegiums des CNSAS), Liviu Tofan (Schriftsteller und Journalist, arbeitete zwischen 1973-1994 in der rumänischen Redaktion von Radio Free Europe, zunächst als Nachrichtenredakteur, dann als Leiter der Nachrichtenabteilung und später als stellvertretender Direktor), Eufrozina Băițan (Leiterin der  Mediathek des Institut français und seit 30 Jahren Mitarbeiterin des IF), Florin Țurcanu (Historiker und Professor an der Fakultät für Politikwissenschaft der Universität Bukarest und schon vor 1990 ein häufiger Besucher der Französischen Bibliothek).

ModeratorInnen: Prof. Joachim Umlauf, Roxana Lăpădat

Die Diskussion findet in rumänischer und englischer Sprache statt.

Organisiert wird die Veranstaltung vom Goethe-Institut Bukarest und dem Institut français in Rumänien, im Rahmen des Horizon Europe Projekts NARDIV - United in Narrative Diversity?, finanziert von der Europäischen Union.

Anlässlich der Finissage der performativen Installation „In the Loop of Cultural Times: 45 Years of Goethe-Institute in Romania”.

Das Institut français in Rumänien wurde am 29. Mai 1924 in Bukarest als Nachfolger des Französischen Instituts für Höhere Studien in Rumänien gegründet. Als integraler Bestandteil des französischen Kulturnetzes im Ausland wurde es später auf Klausenburg/Cluj, Jassy/Iași und Teneswar/Timișoara ausgeweitet. Unter der Koordination des Ministeriums für Europa und Auswärtige Angelegenheiten fördert das Französische Institut in Rumänien die kulturelle, sprachliche, wissenschaftliche und akademische Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Institutionen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft.

Die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen des Institut français in Rumänien zielen darauf ab, die tiefen Verbindungen zwischen Frankreich und Rumänien zu stärken, die den Herausforderungen der Zeit standgehalten haben. Die Gedenkveranstaltungen, die im Laufe eines Jahres (Mai 2024 - Mai 2025) organisiert werden, sollen beiden Ländern neue Impulse geben und einen geeigneten Rahmen schaffen, um die Zukunft mittels der Kultur, Jugend, Frankophonie sowie des gemeinsamen Engagements für Demokratie, Umwelt und Frieden in Europa zu gestalten.

Das Goethe-Institut feierte am 26. November 2024 sein 45-jähriges Bestehen in Rumänien. Das 1979 in Bukarest eröffnete Institut war die erste Kulturinstitution der BRD in einem Mitgliedsstaat des Warschauer Paktes und das Ergebnis langjähriger diplomatischer Bemühungen. Seine Eröffnung wurde durch ein Abkommen ermöglicht, das 1973 anlässlich des Besuchs von Nicolae Ceausescu in Bonn unterzeichnet wurde. Sogar der Name des Instituts war Gegenstand langwieriger Verhandlungen: Erst seit 1990 heißt es offiziell Goethe-Institut, vorher war es als Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland / Casa de Cultură a Republicii Federale Germania bekannt, obwohl es von der Zentrale des Goethe-Instituts in München verwaltet wurde. Seit seiner Eröffnung 1979, ist das Goethe-Institut Bukarest in drei Bereichen tätig: Kulturprogramme, eine Bibliothek und Deutschkurse.