Fabjan Hafner Preis
Übersetzerpreis

Fabjan Hafner Preis Tomato Košir © Goethe-Institut Ljubljana

Das Goethe-Institut Ljubljana präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB) und dem Musil-Institut den „Fabjan Hafner Preis“, der die besten Übersetzerinnen und Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und umgekehrt auszeichnet. Der Preis ist nach dem für Slowenien besonders wichtigen Übersetzer, Dichter und Literaturwissenschaftler Fabjan Hafner (1966–2016) benannt. 2017 wurde der Preis erstmalig für eine herausragende Übersetzung aus dem Deutschen ins Slowenische verliehen. 2018 wurde der Preis für die beste Übersetzung aus dem Slowenischen ins Deutsche verliehen. In diesem Wechsel erfolgen die Preisverleihungen auch in den kommenden Jahren. Der Preis beinhaltet ein Stipendium für einen 1-monatigen Residenzaufenthalt beim Literarischen Colloquium Berlin und einen Geldpreis.

Zwei Jurys wählen jeweils die beste Übersetzung aus. Eine deutschsprachige Jury wählt die Übersetzungen aus dem Slowenischen ins Deutsche aus, die slowenischsprachige Jury die Übersetzungen aus dem Deutschen ins Slowenische.

Der Preis steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Slowenien Borut Pahor, des Präsidenten des Goethe-Instituts e.V. Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, des Landeshauptmanns für Kärnten, Dr. Peter Kaiser, und des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Slowenien Klaus Riedel.

2017 wurde der Preis erstmalig für eine herausragende Übersetzung aus dem Deutschen ins Slowenische an den slowenischen Übersetzer Štefan Vevar für die Übersetzung des Romans „Die Ringe des Saturn“ von Winfried Georg Sebald („Saturnovi prstani“, Verlag Beletrina, 2016) ins Slowenische verliehen. Die lobende Erwähnung ging an Andrej Medved für seine hervorragende Übertragung der ausgewählten Gedichte von Hans Arp („Dada in druge pesmi“, Mladinska knjiga, 2016).

Jury: Dr. Špela Vintar, Dr. Vesna Kondrič Horvat, Alenka Vesenjak.

BEGRÜNDUNG DER JURY
Der Übersetzer Štefan Vevar, der bereits zwei andere Werke von Sebald (Die Ausgewanderten und Austerlitz) ins Slowenische übertragen hat, überzeugte durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Buch Die Ringe des Saturn. Die Vorstellung des Lesers vom Wandern an der englischen Ostküste (nämlich der rote Faden des Buches) lässt ihn so lange entspannen und schwärmen, bis er den Roman Die Ringe des Saturn aufschlägt.
Sebald und sein treuster Reisebegleiter, Štefan Vevar, begleiten den Leser in eine komplexe, vielschichtige Welt, in der alles sprudelt, eine Bedeutung hat und nichts überflüssig ist. Vevar gelingt es, den für Sebald typischen „meditativen Stil“ überzeugend  herauszuarbeiten – dabei verdeutlicht er die Vielschichtigkeit der Assoziationsketten, die Epochen und Menschen darstellen und uns klar machen, dass nichts so ist, wie es erscheint.
Die Ringe des Saturn sind in Vevars Übersetzung alles andere als verträumt; sie halten den Leser stets in voller Bereitschaft auf eine neue Episode dieses eigenartigen, vertieften Reiseberichtes, der an den richtigen Stellen mit sanfter Ironie aufgelockert ist.
Vevars herausragende Übersetzung des Buchs Die Ringe des Saturn von Sebald verzaubert den Leser so sehr, dass er selbst am liebsten an die verödete britische Küste gehen würde und durch das Fenster einer Küstenkneipe betrachten würde, wie der Tag langsam vorbei geht. Ein Tag, der aus dramatischen Jahrhunderten gewachsen ist.

LOBENDE ERWÄHNUNG
Die lobende Erwähnung geht an Andrej Medved für seine Übersetzung der ausgewählten Gedichte von Hans Arp. Mit seiner ausgezeichneten Übertragung der Sammlung Dada und andere Gedichte (Mladinska knjiga, 2016), die Arps Poesie den slowenischen Lesern öffnet, hat Arp mit seiner weitgehend unbekannten Dichtkunst eine angemessene Würdigung erfahren.

ÜBER DEN PREISTRÄGER

Štefan Vevar © Aleksander Lilik Dr. Štefan Vevar, Germanist und Anglist, Übersetzer aus dem Deutschen mit Schwerpunkt auf die Klassiker der deutschen Literatur, Übersetzungswissenschaftler und Theaterhistoriker. 1999 Magisterarbeit Grundaspekte und -prinzipien der Theorie literarischer Übersetzung (2001 erschienen beim Verlag Beletrina) und 2011 Promotion zum Thema Das Phänomen Goethe. Seine Ästhetik und Poetik zwischen dem Original und der slowenischen Übersetzung (2012 erschienen beim Verlag Literatura). Vevars Bibliographie der Übersetzungen beginnt in der deutschen Klassik (Goethe und Schiller), geht über die Romantik (ausgewählte Werke von Novalis und Gedichte von Heine), den biedermeierischen Realismus (Der Nachsommer von Adalbert Stifter), Realismus von Theodor Fontane (Frau Jenny Treibel), bis hin zum Modernismus von Robert Musil (Drei Frauen), Hermann Broch (Die Schlafwandler) und Franz Kafka (gesamte Kurzprosa in 4 Bänden). Außerdem übersetzt er auch die größten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und Gegenwartsliteratur, unter anderem Christoph Ransmayr, Friedrich Dürrenmatt, Heiner Müller, Jurek Becker, Günter Grass, Erich Fried, W. G. Sebald, Sten Nadolny, Arno Geiger, Thomas Bernhard, Maja Haderlap, Peter Handke, Lutz Seiler u.A. Er arbeitet am Slowenischen Theaterinstitut, wo er auch mehrere Artikel und Publikationen zur slowenischen Theatergeschichte veröffentlicht hat. 2013 publizierte er seine Monographie Die Seiltanz-Kunst des Übersetzens. Für seine Übersetzung des Buchs Wilhelm Meisters Lehrjahre von Goethe erhielt er 1999 den Sovre Preis.
2018 wurde der Preis für eine herausragende Übersetzung aus dem Slowenischen ins Deutsche an den Übersetzer Johann Strutz für die Übersetzung des Buchs „Seelenruhig“ von Florjan Lipuš („Mirne duše“, Jung und Jung Verlag, 2017) ins Deutsche verliehen. Die lobende Erwähnung ging an Erwin Köstler für seine hervorragende Übertragung des aufrührenden Romans „Ruhe“ (Drava, 2017) von Andrej E. Skubic. Die Preisverleihung fand am 16.3.2018 auf der Leipziger Buchmesse statt.

Jury: Dr. Andrea Leskovec, Dr. Andreas Leben, Dr. Jörg Plath.

BEGRÜNDUNG DER JURY

„Seelenruhig“ (Jung und Jung Verlag) ist die fünfte Übersetzung eines Prosatextes von Florjan Lipuš durch Johann Strutz. Lipuš versammelt darin noch einmal alle Themen seines Lebens und Schreibens im Gestus einer rhythmisch sich vollziehenden Erinnerung und Vergegenwärtigung. Die Vergangenheit ist mythisch gefärbt, sie ist älter als der sich erinnernde Mensch, und genauso wie die Vorzeit übersteigt ihn die Gegenwart: Scheiterhaufen züngeln im KZ, eine „Tödin“ dengelt auf dem Hofplatz und Blitze fahren dem älteren Erzähler morgens nach dem Erwachen aus den Fingernägeln.
Wie leicht hätte dieses große Prosapoem nach der Übertragung raunend altbacken wirken können! Dank Johann Strutz besitzt es im Deutschen einen poetischen Ton, der höchst persönlich und dringlich alle Zeiten und Wortschichten durchdringt. Strutz lässt die liturgischen Elemente in der Lebensvergewisserung des ehemaligen Internatsschülers und Priesterseminaristen an-, aber nicht katholisch klingen. Mühelos verschmilzt er Archaisches mit Modernem und weiß vom „moosbewachsenen Stein“ ebenso viel wie von körperlichen Beschwerden, von „durchgescheuerter Alltäglichkeit“ ebenso viel wie von der Liebe. Johann Strutz hat für dieses schmale, kräftige und zärtliche Buch einen sanft lyrischen Ton gefunden, der das Deutsche bereichert und die poetische Sprache des Originals spürbar werden lässt.

LOBENDE ERWÄHNUNG
Erwin Köstler für die hervorragende Übertragung des aufrührenden Romans Ruhe (Drava, 2017) von Andrej E. Skubic.

ÜBER DEN PREISTRÄGER

Johann Strutz © Wolf Heider-Sawall Dr. Johann Strutz ist an den Universitäten in Nova Gorica, Koper und Klagenfurt in den Bereichen Kultur- und Erzähltheorie, Literatur und Mehrsprachigkeit, Semiotik, Beziehungen zwischen den italienischen, österreichischen und südslawischen Literaturen und kleinen Literaturen im europäischen Kontext tätig. 1977 promovierte er und arbeitete in verschiedenen Bereichen an den Universitäten in Graz und Klagenfurt. 2005 Habilitation: Regionalität und Interkulturalität. Prolegomena zu einer literarischen Komparatistik der Alpen-Adria-Region. Er übersetzt literarische und wissenschaftliche Texte aus dem Englischen und Walisischen sowie aus den Sprachen des Klagenfurter komparatistischen Regionalschwerpunkts (Italienisch, Kroatisch, Serbisch, Slowenisch). Seine Arbeit wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet: Hermann-Lenz-Preis für literarische Übersetzung 2006, Österreichischer Staatspreis für literarische Übersetzung 2010, Würdigungspreis für Geistes- und Sozialwissenschaften 2016.
Für die hervorragende Übersetzung Kaj se pravi misliti? (Was heißt Denken? von Martin Heidegger), erschienen 2017 beim wissenschaftlichen Verlag der Philosophischen Fakultät Ljubljana (Znanstvena založba Filozofske fakultete), wird der Fabjan-Hafner-Preis für 2019 nach der Beurteilung der Fachjury, in der folgenden Zusammenstellung: Brane ČopProf. Dr. Irena Samide und Prof. Dr. Tanja Žigon dem Übersetzer Dr. Aleš Košar verliehen.

BEGRÜNDUNG DER JURY
Dr. Aleš Košar, der an der Abteilung für Philosophie der Philosophischen Fakultät der Universität Ljubljana im Jahre 2010 mit der Doktorarbeit »Filozofsko-teoretske in kulturno-zgodovinske osnove Heideggrove obravnave izvora umetniškega dela«, (Philosophisch-theoretische und kultur-geschichtliche Grundlagen von Heideggers Behandlung des Ursprungs des Kunstwerks) promovierte, ist ein anerkannter Übersetzer wissenschaftlicher Werke aus den Gebieten der Phänomenologie, der deutschen klassischen Philosophie und Romantik.  

In seiner Übersetzung des Werks »Was heißt Denken?« von Martin Heidegger, das unter dem Titel »Kaj se pravi misliti?« 2017 bei der Znanstvena založba Filozofske fakultete erschienen ist, nimmt sich Košar Heideggers Vorlesungen aus 1951 und 1952 vor, in denen der deutsche Philosoph grundlegende seinsgeschichtliche doppelgleisige Bedenken darzulegen versucht, welche aus dem Gedachten – bei Košar “mislenje“ - hervorgehen – was heißt Denken in der Tat und was erlegt das Gedachte in historischer Sicht dem Menschen auf ?

In seiner Übersetzung, durchwoben von leidenschaftlichem Verdeutlichungsdrang und sprachlichem Mut spielt Košar alle übersetzerische Register, die ihm zur Verfügung stehen, durch, und mehr noch: er lässt sich von alten Quellen inspirieren, wie den Freisinger Denkmälern, bereichert den slowenischen Ausdruck mit sprachlichen und gedanklichen Innovationen und meidet gewandt die Gefahr, der Suche nach grundlegenden Wahrheiten oder einer Philosophie, „die es besser weiß“, zu verfallen. Sein übersetzerisches Meisterwerk stellt terminologische Grundlagen für das Übertragen von Heideggers Werk ins Slowenische auf, und zwar wie von Dean Komel in seinem Begleitwort verdeutlicht: »dass dabei die Bedeutungsmöglichkeiten der deutschen Artikulation hervortreten. Die slowenische „Nach“artikulierung steht hier nicht nur stellvertretend für die Deutsche, sondern tritt selbstständig und parallel als sinnvolle Wortwerdung auf, die eher ausdrückt denn abdruckt, was das Original vermittelt – genau wie die Übersetzung selber.“ 

Auf jeder Seite sticht die Intention des Übertragenden ins Auge, nichtsdestotrotz muss man den Namen des Übersetzers im Buch, dem Umschlag, der Titelseite mit scharfem Auge nachgerade suchen, wenn wir noch die verlegerische Praxis mit einer Randnotiz streifen.

Košars eigenständige Wortwelt strahlt überbordende Kreativität wider, dabei wird aber jedes Syntagma, jeder Gedanke, jede übersetzerische Nuss mit beinahe forensischer Genauigkeit angegangen. Wir haben es hier mit einer Über-Setzung, einzigartiger philosophischer Redeweise zu tun.


ÜBER DEN PREISTRÄGER
Dr. Aleš Košar © Tadej Bernik Aleš Košar wurde 1964 in Celje geboren und besuchte die Grund- und die Mittelschule in Ljubljana. Nach dem Abitur am Gymnasium Vič 1982 und der Absolvierung der Wehrpflicht (1983/84) begann er das Studium der Philosophie und vergleichenden Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät Ljubljana. Während des Studiums vervollkommnete er seine Deutschkenntnisse am Goethe-Institut (1987/88) und studierte an der Universität Wien (1991/92). Er begann für Slovenska matica, Nova revija, Phainomena, revija AB, Apokalipsa, Literatura, Philosophie als Abiturgegenstand, den Verlag Hyperion, ZRC SAZU, ZI FF (Wissenschaftliche Institute der Slow. Akademie für Wissenschaft und Kunst sowie der Philosophischen Fakultät), Traugott-Bautz und Königshausen & Neumann zu übersetzen. Seine Diplomarbeit war dem späten Hölderlin gewidmet (V ljubki modrini, 2002), seine Doktorarbeit Heidegger: Philosophisch-theoretische und kultur-geschichtliche Grundlagen von Heideggers Behandlung des Ursprungs des Kunstwerks (2010). Im darauffolgenden März verlieh ihm das Ministerium für Kultur der R Slowenien den Status eines selbstständigen Übersetzers auf den Gebieten Literatur und Humanistik sowie 2014 eine Erweiterung des Status. Košar widmet sich der Übersetzung wissenschaftlicher Werke aus den Gebieten der Phänomenologie, der deutschen klassischen Philosophie und Romantik.
 
Für die herausragende Übersetzung von „Chronos erntet“ ("Kronosova žetev" von Mojca Kumerdej), erschienen 2019 beim Wallstein Verlag, wird der Fabjan Hafner Preis für das Jahr 2020 nach der Beurteilung der Fachjury – in der folgenden Zusammensetzung: Jürgen Jakob Becker, Dr. Johann Georg Lughofer und Dominik Srienc – dem Übersetzer Dr. Erwin Köstler verliehen.

BEGRÜNDUNG DER JURY
Erwin Köstler übersetzte in mehr als 25 Jahren fast 50 Bücher, darunter bedeutendste Werke aus dem Slowenischen und hat sich dabei unter anderem als Herausgeber der deutschsprachigen kommentierten Werkausgabe Ivan Cankars im Drava Verlag höchstes Lob und Anerkennung verdient.

Nun stellte er sich erneut einer Riesenherausforderung: Das herausragende und preisgekrönte Werk von Mojca Kumerdej „Kronosova žetev“ war aufgrund seiner spannenden vielperspektivischen und vielschichtigen Sicht auf die Zeit der Gegenreformation in damals innerösterreichischen Landen, heute slowenischem Boden, zweifellos ein Muss für eine Übersetzung ins Deutsche. Skurrilerweise scheint es sogar, dass in Zeiten heutiger politischer Präferenzen der Wählenden, der vor Hysterie wegen Migrationsbewegungen und der Ängste vor Viren das in fernen Zeiten angesiedelte Werk nach seinem Erscheinen immer noch an Aktualität und Bedeutung gewinnt. Wir können nur dankbar sein, dass dieses wichtige Buch nun in deutscher Sprache vorliegt.

Doch nicht nur die Romanlänge, sondern auch die literarische Mehrstimmigkeit, die in diesem Text mit extrem verschiedenen sprachlichen Registern einhergeht, machte dieses Unternehmen zu einer äußerst schwierigen Aufgabe – sprachlich sowie inhaltlich. Diese große Herausforderung erledigte Erwin Köstler mit Bravour: die höchst anspruchsvollen Wechsel von umgangssprachlichen und konjunktivträchtigen Gerüchten im Volk zu laienphilosophischen Reflexionen, von kirchengeschichtlichen Berichten und Diskussionen zu Flüchen voller Kraftausdrücke, schafft der Übersetzer ohne jeglichen sprachlichen, inhaltlichen oder literarischen Fehlgriff, obwohl diese Übersetzungsarbeit diesbezüglich wohl ein Minenfeld war. Die vortreffliche Übersetzung zeugt nicht nur von äußerstem sprachlichen und sozialen Feingefühl, sondern auch von großem historischen und kulturellen Wissen.


ÜBER DEN PREISTRÄGER
Erwin Köstler © Rado Likon Erwin Köstler, geboren 1964, ist Übersetzer und freier Literaturwissenschaftler. Er lebt in Wien. Köstler übersetzt aus allen literarischen Gattungen, sowohl „klassische“ (u.a. Vladimir Bartol, Ivan Cankar, Slavko Grum, Srečko Kosovel, Prežihov Voranc) als auch zeitgenössische slowenische Literatur (u.a. Franjo Frančič, Zoran Hočevar, Mojca Kumerdej, Sebastijan Pregelj, Andrej Skubic, Breda Smolnikar), Literatur von Kärntner Slowenen (Jože Blajs, Milka Hartman, Lipej Kolenik) und Graphic novels – zuletzt erschienen: "Alma M. Karlin, Weltbürgerin aus der Provinz" von Marijan Pušavec und Jakob Klemenčic; 2018 erscheint  ferner die fünfbändige Graphic novel „Die Mexikaner“ von Zoran Smiljanić und Marijan Pušavec in seiner Übersetzung (beide: bahoe books, Wien). Er arbeitete mehr als zwei Jahrzehnte intensiv mit dem Klagenfurter Drava Verlag zusammen und startete 1994 dort seine Werkausgabe Ivan Cankar in kommentierten Einzelbänden, die seinen Ruf als literarischer Übersetzer und innovativer Literaturvermittler begründete. Er war Initiator und Herausgeber der Buchreihe "Slowenische Bibliothek", die als Gemeinschaftsprojekt der Verlage Drava, Hermagoras/Mohorjeva und Wieser geplant war und von welcher er 2013 fünf Bände realisieren konnte. Seine umfangreiche Vermittlungstätigkeit schließt Vorträge und Lehrtätigkeit ebenso ein wie publizistische und wissenschaftliche Arbeiten zum Übersetzen und zur slowenischen Literatur. 1999 wurde Köstler mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzer ausgezeichnet, 2010 erhielt er das Lavrin-Diplom des slowenischen Übersetzerverbandes.