Sylvia Cunningham
2026

Sylvia Cunningham gewinnt den jährlich vergebenen Gutekunst Prize of the Friends of Goethe New York für ihre Übersetzung eines Auszugs aus Maren Wursters Hier bleiben können wir auch nicht (Berlin Verlag, 2025).

Sylvia Cunningham

Begründung der Jury

Die Jury, bestehend aus der Buchkritikerin und Übersetzerin Tess Lewis, der Übersetzerin Alta Price und dem Herausgeber bei Coffee House Press, Jeremy Davies, begründet die Entscheidung wie folgt:
 

„Die Jury des Gutekunst-Preises 2026 würdigt Sylvia Cunningham mit großer Begeisterung für ihre kühne, einfallsreiche und äußerst fesselnde Übersetzung einer Passage aus Maren Wursters Roman Hier bleiben können wir auch nicht ("We can’t stay here either"). Cunninghams Beispiel stach durch ihr intuitives Verständnis von Wursters Stil und ihre geschickte Wiedergabe der eindrucksvollen Bildsprache des Romans hervor – "The grass in the back was illuminated by the morning sun, a bright trapezoid streaming down, a smattering of yellow leaves already dotting the lush green.“ Ebenso bemerkenswert ist Cunninghams sicheres Gespür für Dialoge, insbesondere für die Stimme eines jungen Mädchens.
 
"We can’t stay here either" spielt in einer dystopischen Gesellschaft namens Tech Republic. Die Erzählung folgt den Herausforderungen, denen sich eine kürzlich verwitwete Frau und ihre Tochter Marie stellen müssen, während sie versuchen, ein authentisches, unbeobachtetes Leben in einer totalitären Gesellschaft zu führen. Cunninghams geschmeidige Übersetzung fängt die Tonwechsel überzeugend ein, während die Erzählerin zwischen Hoffnung für die Zukunft ihres Kindes und Trauer und Sorge über die schwierigen Bedingungen, die sie bewältigen müssen, schwankt. Cunninghams Sprachgefühl ist in der gesamten Übersetzung spürbar, und ihre geschickten Lösungen für einige der kniffligsten Sätze sind in der Tat beeindruckend.“  
        
Sie können Sylvia Cunninghams preisgekrönte Übersetzung eines Auszugs aus Maren Wursters Hier bleiben können wir auch nicht lesen:

Über Sylvia Cunningham

Sylvia Cunningham ist freiberufliche Journalistin und lebt in Berlin. Nachdem sie 2017 dank eines Fulbright-Stipendiums für Journalismus von New York City in die deutsche Hauptstadt gekommen war, begann sie als Reporterin beim englischsprachigen Radiosender KCRW Berlin zu arbeiten. Sie hat mehrere Podcasts moderiert und produziert, unter anderem für die Schirn Kunsthalle Frankfurt und das Goethe-Institut Washington. Sylvia arbeitet derzeit beim internationalen Sender Deutsche Welle, wo sie Dokumentarfilme produziert, übersetzt und vertont.