Jessie Jeanne Stinnett ist Tänzerin, Choreografin, Climate Reality Leader sowie Gründerin und Co‑künstlerische Leiterin von Boston Dance Theater. Ihre Arbeit übersetzt komplexe sozio‑politische und ökologische Themen in körperlich erfahrbare, gemeinschaftsorientierte Performanceformate. Verwurzelt in kollaborativen Prozessen bringt ihre Praxis Tänzerinnen, Wissenschaftlerinnen, Bildende Künstlerinnen und Aktivistinnen zusammen. Aktuelle Projekte beschäftigen sich insbesondere mit Klimagerechtigkeit und den Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs auf Küstengemeinschaften. Jessie hält einen BFA der Boston Conservatory sowie einen MFA des Trinity Laban Conservatoire. Ihre Arbeiten wurden unter anderem am Metropolitan Opera, in der Tate Britain und bei der Boston Baroque Opera präsentiert und durch bedeutende nationale Stiftungen gefördert. Im Zentrum ihrer Praxis stehen Zugänglichkeit und soziale Gerechtigkeit, etwa durch kostengünstige öffentliche Aufführungen, offene Proben und bezahlte Residenzen für Künstler*innen aus den vom Klimawandel besonders betroffenen Communities.
Jessie Jeanne Stinnett
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Foto: Melissa Blackall
Elisabeth Schilling ist Tänzerin und Choreografin und arbeitet an der Schnittstelle von Bewegung, zeitgenössischer Musik, Design und Bildender Kunst. Ihre transdisziplinären Projekte entstehen in enger internationaler Zusammenarbeit und basieren auf langjähriger Forschung zu Textur, Klang und relationalen Systemen. Ihre Arbeiten reichen von Bühnenproduktionen für Blackbox-Theater über choreografische Partituren für den urbanen Raum bis hin zu experimentellen Formaten für Ausstellungs- und Kunstkontexte, mit einem starken Fokus auf Publikumsbegegnung und ortsspezifische Auseinandersetzung.
Ihr 2016 in Luxemburg gegründetes Ensemble tourt international und hat bislang fast 230 Aufführungen in 19 Ländern gezeigt, sowohl in europäischen Metropolen als auch in ländlichen Regionen. Elisabeths künstlerische Praxis stellt Zugänglichkeit, Verantwortung und Interdependenz in den Mittelpunkt und nutzt choreografische Strukturen, um gesellschaftliche Dynamiken zu reflektieren. Langfristige künstlerische Partnerschaften verbindet sie mit dem TRIFOLION Echternach, den Théâtres de la Ville de Luxembourg sowie der Philharmonie Luxembourg, wo sie regelmäßig community‑ und jugendorientierte Projekte entwickelt.
Elisabeth Schilling
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Foto: Luxembourger Wort
Listen – the dance
Listen – the dance
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Foto: Stinnett
„Listen – the dance“ ist ein Vorschlag, ein Labor, eine Erforschung. Nach Jahren des verbalen Austauschs und gemeinsamen Träumens haben sich die beiden international tätigen Choreografinnen Jessie Jeanne Stinnett (USA) und Elisabeth Schilling (Deutschland/Luxemburg) zusammengefunden, um einer gemeinsamen Neugier nachzugehen – der Beziehung zwischen Musik und Tanz. In Zusammenarbeit mit einer noch zu bestimmenden zeitgenössischen deutschen Komponistin (aus dem Netzwerk von Elisabeth Schilling) entwickeln Jessie und Elisabeth ein neues Tanzwerk. Die Komponistin wird Werke von Hildegard von Bingen elektronisch bearbeiten und in einen zeitgenössischen musikalischen Kontext überführen. Eine Kreationsresidenz, teilweise unterstützt vom Goethe-Institut Boston, Studio 170, findet 2025 in Deutschland statt und dient der Entwicklung des konzeptionellen und künstlerischen Rahmens für das neue Werk. Die Premiere ist für 2026 geplant, wenn Jessie Jeanne Stinnett mit ihrer Compagnie Boston Dance Theater erstmals in vollständiger Besetzung nach Deutschland zurückkehrt.
Leeza Negelev
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Foto: Negelev
To Mom, I Want to… ist ein kollaboratives Theaterprojekt, initiiert von der in China und den USA tätigen Dramatikerin Jiayun Zhuang und dem in Berlin ansässigen Kollektiv Nomadic Minutes (CAO Kefei, ZHANG Deng, ZHOU Niannian und LIU Shiyu – Künstlerinnen, die in China in vier verschiedenen Jahrzehnten geboren wurden und heute in Deutschland leben und arbeiten).
Mit Fokus auf die Beziehungen zu ihren Müttern untersucht das Projekt die Wechselwirkung zwischen den Diaspora-Erfahrungen dieser Protagonistinnen in Deutschland und ihren unausweichlichen Gefühlen gegenüber ihrem Heimatland. Es erforscht, wie Individuen kontinuierlich zeitliche und physische Grenzen, Informationsasymmetrien sowie soziokulturelle Unterschiede zwischen ihrem Heimat- und Gastland überwinden. Im postpandemischen Kontext erkundet das Projekt auch die Ängste, die mit unsicherer Mobilität, erhöhter Sensibilität gegenüber ihren Identitäten und einer Tendenz zur kulturellen Deglobalisierung verbunden sind. Die Produktion wird von Theatre YOUNG Shanghai und Ballhaus Ost Berlin unterstützt und 2025 in den beiden Städten uraufgeführt.
The Making of “To Mom, I Want to...”
Performance Documentation: Rene Staebler (Berlin)
ZOU Xueping (Shanghai)
Video Editor: Wenhua Shi
Subtitle Editor: ZHANG Deng
Coproduction partners: Jiayun Zhuang (China/US) and Nomadic Minutes — CAO Kefei, ZHANG Deng, ZHOU Niannian, & LIU Shiyu (Germany)
HEATHER KAPPLOW aus Allston wird im November/Dezember einen Künstleraufenthalt am ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik (Berlin) absolvieren und anschließend nach Hamburg weiterreisen, um gemeinsam mit der darstellenden Künstlerin, Kulturarbeiterin und Forscherin Danja Burchardt ein Projekt zu entwickeln, das die künstlerische Forschungsgrundlage für ein zukunftsorientiertes Projekt bildet, das sich mit ephemeren künstlerischen Interventionen befasst, die unsere subtilen Arten der Kulturschaffung in unserem täglichen Leben würdigen.
Heather über die Studio 170 | Deutschland Erfahrungen:
CHAIA (KAIA BERMAN PETERS) aus Cambridge arbeitet zusammen mit dem Visual Jockey Dan Tombs an einer dreiteiligen immersiven audiovisuellen Installation und führt diese auch durch. Die Installation „Hofn Stantsye“ reflektiert über jüdischen Nationalismus und Heimat: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Jeder Teil der Installation besteht aus elektronischer Live-Musik, die auf einem SP-404-Sampler gespielt wird, aus Bildern, die an die Decke und die Wände projiziert werden, und aus der Beteiligung des Publikums. Die Installation wird auf dem Shtetl Berlin Festival im Dezember uraufgeführt.