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19:00 Uhr
Die Augen meines Vaters, die Sprache meiner Mutter – Bilder und Sprache jenseits von Zugehörigkeit
Literaturgespräch|Lesung und Gespräch mit Deniz Utlu
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Goethe-Institut Boston, Boston, MA
- Sprache Englisch
- Preis Eintritt frei, bitte anmelden
Ein Vater verliert seine Sprache. Seine Augen werden zu seiner Zunge. Ein Sohn sucht lange nach dem Tod seines Vaters nach Erinnerungen. Eine Mutter, die in einem ihr fremden Land für ihre Familie kämpft. In seinem Roman „My Father’s Sea“ (erscheint demnächst in Großbritannien, Übersetzung: Katy Derbyshire) findet Deniz Utlu eine literarische Form für eine Geografie der Erinnerung, in der das Zugehörigkeitsgefühl in der Sprache liegt.
Der Abend gibt Einblick in Utlus literarische Arbeit zwischen Essay, Roman und poetischer Reflexion. Im Zentrum stehen Fragen nach Sichtbarkeit, Verwurzelung und der Möglichkeit eines offenen, vielstimmigen „Dazwischen“. Im Gespräch mit Meryem Deniz eröffnet sich ein Dialog über Literatur als Ort kultureller Begegnung – und darüber, wie Sprache und Bilder Brücken schlagen können, gerade dort, wo eindeutige Identitäten fehlen.
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Deniz Utlu
Deniz Utlu ist Autor von Romanen, Essays und Gedichten sowie literarischer Übersetzer. 2003 gründete er das Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext, das er bis 2013 herausgab. Er ist Autor der Romane Die Ungehaltenen. (2014), Gegen Morgen (2019) und Vaters Meer (2023). Utlu kuratierte verschiedene Literaturreihen, darunter Prosa der Verhältnisse, und unterrichtete literarisches Schreiben. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, für seine Roman Vaters Meer erhielt er den Alfred Döblin Preis, den Bayerischen Buchpreis, den Literaturpreis der Literatour Nord sowie den Sonderpreis des Europäischen Literaturpreises.
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Meryem Deniz
Meryem Deniz ist Assistant Professor am Institut für Germanistik am Dartmouth College. Sie promovierte in Germanistik und Klassischer Philologie an der Stanford University. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der deutschen Literatur und Poetik des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, der zeitgenössischen transnationalen Literatur sowie den Migrationsstudien im Schnittpunkt mit den Umweltwissenschaften und den (neuen) Materialismen.
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Ort
170 Beacon Street
Boston, MA 02116
USA