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19:00 Uhr

Transatlantic Feedback: Thomas Meinecke im Gespräch mit Alexander Regier

Lesung und Gespräch|Lesung aus Meineckes Roman "Odenwald" gefolgt von einem Gespräch mit Alexander Regier, William Faulkner Professor of English bei Rice University

Thomas Meinecke Transatlantic Feedback square © Goethe Institut Houston

Thomas Meinecke Transatlantic Feedback © Goethe-Institut

Thomas Meinecke liest aus seinem neusten Roman „Odenwald“ (2024), gefolgt von einem Gespräch mit Alexander Regier, William Faulkner Professor of English and Chair of the Department of English and Creative Writing bei Rice University. Im Anschluss folgt ein kleiner Empfang. Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Inprint statt.

 

Über das Buch

Amorbach im hinteren Odenwald, vor dem Hotel zur Post, in dem Theodor W. Adorno die Sommerfrische zu verbringen pflegte: Hier findet sich der Romancier Thomas Meinecke mit seinen Romanfiguren zu Forschungszwecken ein. Amorbach, so wird schnell klar, ist auch Adornobach, des exilierten Philosophen Traumort (an den hin er sich selbst von der Küste des Pazifiks häufig träumte). Der Odenwald bleibt nicht ohne Einfluss auf die Recherchen der Romanfiguren, er ist ein Oden- und ein Märchenwald, ein dunkler deutscher Forst, in dem neben Märchenfiguren auch als Räuber umherschweifende, vom regierenden Fürsten enteignete Waldbauern auftreten. Einige von ihnen wurden schon im 19. Jahrhundert nach Texas verfrachtet, so dass der Wilde Westen auch Thomas Meineckes neuem Roman seine Motive einschreibt.

In Odenwald flechten der Schriftsteller-Darsteller Meinecke und seine Hauptfiguren die roten Fäden einer ausgedehnten Recherche zum dekonstruktivistisch-feministischen Diskurszopf: Paul Preciados Rede vor Psychoanalytiker:innen in Paris geht mit gendersprachlich aufregenden mittelalterlichen Texten eine Verbindung ein. Die viel diskutierte Rückkehr der Körper, des Materiellen, des Materialismus wird verhandelt – auch im Privatleben der handelnden Personen. Und über allem liegt die Konzertmusik des 20. Jahrhunderts – das ist dieser Roman Adorno schuldig. (Von Suhrkamp Verlag)

Diese Veranstaltung ist Teil von „Transatlantic Feedback“ die monat-lange, USA-weite musikalische und literarische Reise von Thomas Meinecke organisiert durch das Goethe-Institut USA.

Zu den Sprechern

  • Thomas Meinecke

    Thomas Meinecke wurde 1955 in Hamburg geboren und lebt heute bei München und in Marseille. Er ist Schriftsteller (zahlreiche Romane und Erzählungen seit 1986 im Suhrkamp Verlag, aktuell "Odenwald", 2024), Musiker (mit seiner 1980 gegründeten Band F.S.K., deren Alben seit 2008 auf Daniel Richters Buback Label erscheinen (aktuell „Topsy Turvy“, 2023); seit 1998 viele gemeinsame elektronische Projekte mit Move D.), Radio-DJ (eigene Sendung im Bayerischen Rundfunk 1985-2021) und auch DJ in urbanen nächtlichen Clubs (Berghain, Robert Johnson, Pudel Club, Rote Sonne, etc.). Im Berliner Theater Hebbel am Ufer betrieb er von 2007 bis zum ersten Lockdown 2020 die dialogische Veranstaltungsreihe "Plattenspieler", seit Herbst 2022 wird die Reihe an der Berliner Volksbühne fortgesetzt. Im Wintersemester 2011/12 hatte er an der Goethe-Universität, Frankfurt am Main die Poetikdozentur inne ("Ich als Text", edition suhrkamp, 2012). Aufenthalte an Universitäten in Europa und den USA. Zuletzt: Writer in Residence an der University of St. Andrews, Schottland, Poetik-Dozentur Gender an der TU Braunschweig. Zahlreiche Auszeichnungen, 2020 der Berliner Literaturpreis (mit Gast-Professur an der FU im Sommersemester 2022). 2021 erschien ein „Text + Kritik“ Band über Thomas Meinecke, 2022 der poetologische Reader „Ozeanisch Schreiben“ (im Verbrecher Verlag).

  • Alexander Regier

    Alexander Regier ist William-Faulkner-Professor für Anglistik und Leiter des Fachbereichs für Anglistik und Kreatives Schreiben an der Rice University. Darüber hinaus ist er Professor für moderne und klassische Literatur, Sprachen und Kulturen.
    Regier ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Artikel zu Literatur, Kunst und Kultur. Seine Veröffentlichungen decken ein breites Spektrum an Themen ab, von der Philosophie des 18. Jahrhunderts und der romantischen Literatur bis hin zu Gender, Unbeholfenheit, Fragmentierung, Ruinen, Weltraum und Sport. In den letzten Jahren erhielt Regier ein Alexander-von-Humboldt-Stipendium für erfahrene Forscher sowie Stipendien am National Humanities Center, dem Centre for Research in the Arts, Social Sciences, and Humanities der University of Cambridge, und ein Gaststipendium an der University of Exeter. Er wurde zudem mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem vom National Endowment for the Humanities.
    Als in München geborener Latino-Deutscher promovierte Regier und war Fellow am King’s College in Cambridge, bevor er 2009 nach Houston zog. Aufgrund seiner interdisziplinären Arbeit und seines mehrsprachigen Hintergrunds beschäftigt sich Regier intensiv mit Fragen der Andersartigkeit.