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19:30 Uhr

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

Filmvorführung|Rosa von Praunheims 1971 Ikone des queeren Kinos in Westdeutschland

  • POST Houston, Houston, TX

  • Sprache Deutsch mit englischen Untertiteln
  • Preis Kostenlos

Nackte Männer sitzen auf einem lila Sofa © missingFILMs GmbH

Nackte Männer sitzen auf einem lila Sofa © missingFILMs GmbH

Gemeinsam mit unseren Freund:innen von Big Queer Picture Show an einer Retrospektivreihe mit drei der ikonischsten Filme von Rosa von Praunheim teil. Am 29. April zeigen wir Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) im Skylawn Room auf dem Dach von POST.

Rosa von Praunheim (1942–2025), geboren als Holger Mischwitzky, war Filmregisseur, Autor und einer der wichtigsten Wegbereiter der Schwulen- und Lesbenbewegung im deutschsprachigen Raum. Sein Künstlername Rosa bezieht sich auf den rosa Winkel welches Homosexualle in Nazi Konzentrationslager tragen mussten. Mit mehr als 150 Filmen prägte er über fünf Jahrzehnte das queere Kino und verband Kunst konsequent mit politischem Aktivismus. 

Seinen entscheidenden Durchbruch erzielte er 1971 mit dem Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Der Film, der beim Berlinale-Forum Premiere hatte und später im Fernsehen gezeigt wurde, löste heftige Kontroversen aus. Praunheim kritisierte darin nicht nur gesellschaftliche Diskriminierung, sondern auch die Anpassung und Unsichtbarkeit schwuler Lebensweisen und forderte öffentliches Bekenntnis sowie politischen Widerstand. Die Wirkung war historisch: Nach der Ausstrahlung entstanden in zahlreichen Städten neue Schwulengruppen, und der Film gilt bis heute als Initialzündung der modernen deutschen Schwulenbewegung. Kaum ein anderes Werk der Filmgeschichte hat eine vergleichbar direkte gesellschaftspolitische Wirkung entfaltet. 

Auch später blieb Praunheim eine polarisierende, aber zentrale Stimme des queeren Aktivismus. Seine Arbeiten zu AIDS, Erinnerungspolitik und Sichtbarkeit machten ihn zu einer Schlüsselfigur kultureller Emanzipation in Deutschland. 

Über den Film

Ein harter, aber einfühlsamer soziologischer Essayfilm über schwules Leben im Berlin der Unterdrückung, ohne Originalton und mit durchgehender Erzählstimme, der Daniels unbefriedigende Erfahrungen in der Schwulenszene verfolgt. Als junger Mann zieht Daneil aus der Provinz nach Berlin und bewegt sich durch Beziehungen, Szenen und Alltagsrealitäten schwulen Lebens in einer feindlichen Gesellschaft. In der Verbindung von Spielszenen und kommentierendem Off-Text untersucht der Film Anpassung, Ausgrenzung und internalisierte Scham. Entstanden 1971, zeichnet er ein schonungslos zeitgenössisches Bild schwuler Existenz in der Bundesrepublik.

Laufzeit: 1 Std. 7 Min.
Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln
FSK: ab 12 Jahren