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19:00 Uhr

Repertory at Goethe: Welt am Draht

Filmvorführung|Teil der Ausstellung „ERASE / REWIND“

  • Goethe-Institut New York, New York, NY

  • Sprache Deutsch mit englischen Untertiteln
  • Preis Kostenloser Eintritt

Filmstill: World on a wire © Janus Films

Filmstill: World on a wire © Janus Films

Das German Film Office und das Goethe-Institut New York freuen sich, eine Vorführung von Welt am Draht (1973) im Rahmen der Ausstellung ERASE / REWIND des Künstlers Jonathan Joosten zu präsentieren. Joosten wird gemeinsam mit der Kuratorin Emily Pretzsch über den Film sprechen. Basierend auf dem Science-Fiction-Roman Simulacron-3 (1964) von Daniel F. Galouye folgt der zweiteilige Film dem Kybernetik-Ingenieur Fred Stiller, der nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers ein rätselhaftes Forschungsprojekt übernimmt. In einer Gesellschaft der nahen Zukunft angesiedelt, simuliert dieses Projekt eine virtuelle Welt, die von bewussten „Identitätseinheiten“ bevölkert ist, und wirft Fragen über Realität und Kontrolle auf. Während Stiller ermittelt, beginnen Menschen in seinem Umfeld zu verschwinden – ein Hinweis darauf, dass seine eigene Wirklichkeit womöglich selbst nur eine Simulation ist. Der Film verbindet eine Film-noir-Atmosphäre mit frühen Cyberpunk-Motiven wie künstlichen Welten, Überwachung und instabilen Identitäten.
Der Roman diente später auch als Vorlage für den Hollywoodfilm The Thirteenth Floor (Josef Rusnak, 1999), der die Ideen für ein Publikum des späten 20. Jahrhunderts neu interpretiert und zugleich als Neuverfilmung von Fassbinders früherer Adaption fungiert. Joosten, dessen künstlerische Praxis darauf abzielt, die lineare Strukturierung der Zeit zu untergraben, untersucht in seiner Ausstellung die verschiedenen Interpretationsebenen beider Filme und geht dabei der Frage nach, wie Kategorien von Zeit und Wissen über wechselnde Realitätsebenen hinweg ins Wanken gebracht werden können.

ERASE / REWIND ist noch bis zum 25. Juni im Goethe-Institut New York zu sehen.

Welt am Draht
Regie: Rainer Werner Fassbinder
BRD 1973
204 Min. (99 + 105 Min.)
Mit Klaus Löwitsch, Barbara Valentin, Mascha Rabben, Karl-Heinz Vosgerau, Wolfgang Schenck, Günter Lamprecht, Ulli Lommel, Ingrid Caven, Margit Carstensen


Jonathan Joosten ist ein deutsch-niederländischer Künstler, der zwischen Berlin und New York lebt und arbeitet. Seine künstlerische Praxis lässt sich als Widerstand gegen die Chrononormativität lesen – also gegen die lineare Strukturierung von Zeit, wie sie mit kapitalistischer Produktivität und historischer Kontinuität verknüpft ist. Joosten arbeitet mit residualen oder fragmentierten Materialien: industriellen Prototypen, ausrangierten architektonischen Elementen und anderen Formen, die obsolet geworden sind. Anstatt diesen Objekten eine Logik des Fortschritts oder der Vollendung aufzuzwingen, betont er Unabgeschlossenheit, Verzögerung und Wiederholung. Joostens Arbeiten verweisen auf ein fortwährendes Werden, auf eine Weigerung, sich im Vergangenen oder Zukünftigen, in Erinnerung oder Vision festzulegen. Zu seinen jüngsten Einzel- und Duoausstellungen zählen We are all the weakest link. Goodbye!, Neuworkshop, München (Duoausstellung, 2025); Buck up – never say die. We’ll get along, GlogauAir, Berlin (Duoausstellung, 2025); sowie TRADING POSTmodernity, Kunstraum Potsdamer Straße, Berlin (Einzelausstellung, 2024).