Rabih Mroué & Lina Majdalanie: Four Walls and a Roof

Theater | Nordamerikanische Erstaufführung

  • NYU Skirball Center, New York, NY

  • Sprache In englischer Sprache mit deutschsprachigen Liedern und englischen Übertiteln.
  • Preis $52-92

Four walls and a Roof, Rabih Mroué, Lina Majdalanie © Christophe Berlet Four walls and a Roof, Rabih Mroué, Lina Majdalanie © Christophe Berlet

Four walls and a Roof, Rabih Mroué, Lina Majdalanie © Christophe Berlet Four walls and a Roof, Rabih Mroué, Lina Majdalanie © Christophe Berlet

1947 saß Bertolt Brecht vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe (House Un-American Activities Committee) und führte es gekonnt hinters Licht: Er stellte sich unwissend, zerlegte Übersetzungen in ihre Einzelteile und bestritt, geschrieben zu haben, was er tatsächlich geschrieben hatte, bis ihm der Vorsitzende schließlich für seine Kooperation dankte. Rabih Mroué und Lina Majdalanie nehmen diese Anhörung, die selbst bereits eine theatralische Begegnung war, und machen daraus ein Theaterstück. Das Ergebnis ist auf düstere Weise komisch und zugleich ernsthaft zugespitzt: ein Blick darauf, wie sich ein Künstler aus einer ausweglosen Situation herausredet und welchen Preis er dafür zahlen muss.

Mroué und Majdalanie sind libanesische Künstler:innen, die viele Jahre Theater in Beirut machten, bevor die Bedingungen dort sie dazu veranlassten, nach Berlin zu gehen. Diese Erfahrung der Abreise stellen sie Brechts eigener gegenüber. Sein Abend in Washington spiegelt plötzlich ihr eigenes Exil wider: Zwei Generationen von Künstler:innen wägen ab, was sie sagen können und welchen Preis sie dafür zahlen müssen. Was sagt ein Mensch dem Staat, wenn dieser eine Antwort verlangt? Und worauf verzichtet er, um weiter sprechen zu können?

Dauer: 1 Stunde 40 Minuten.

Künstlerische Mitwirkende:
Text und Regie: Lina Majdalanie und Rabih Mroué
Mit: Henrik Kairies, Lina Majdalanie und Rabih Mroué
Dramaturgie: Sandra Noeth
Technische Leitung: Thomas Köppel
Koproduktion:
Festival d’Automne à Paris; CENTQUATRE-PARIS; Berliner Festspiele im Rahmen des Festivals „Performing Exiles“ (Berlin); HAU Hebbel am Ufer (Berlin); Künstler*innenhaus Mousonturm (Frankfurt am Main); Residenz-Schauspiel Leipzig; Kampnagel Internationale Kulturfabrik (Hamburg); Kunstenfestivaldesarts (Brüssel); Forum Freies Theater (Düsseldorf).
Gefördert im Rahmen des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Alle Lieder komponiert von: Hans Eisler
Texte: Bertolt Brecht
Zusätzliche Musik: Henrik Kairies
Bildnachweis:
Foto: Elisabeth Hauptmann
Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv, Fotoarchiv 1/86

Dank an:
Brecht-Archiv, Julia Hartung, Yvonne Büdenhölzer,
CENTQUATRE-PARIS, Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt,
Joana Hadjithomas, Khalil Joreige, Urs Koerner, Nikolaus Müller-Scholl, Ludmila Pogodina, Walid Raad, Ivan Txaparro, Anna Wagner, Maximilian Zahn und Andrei Zavalei.

NYU Skirballs Programme werden teilweise ermöglicht durch die Unterstützung des New York State Council on the Arts mit Unterstützung des Büros der Gouverneurin und der Legislative des Bundesstaates New York; der Howard Gilman Foundation; Dance Reflections by Van Cleef & Arpels; Culture Ireland; der Shubert Foundation; Collins Building Services; der Generaldelegation der Regierung Flanderns in den USA; des Goethe-Instituts New York mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland; des norwegischen Außenministeriums; der Gladys Krieble Delmas Foundation; der Fan Fox & Leslie R. Samuels Foundation; der New England Foundation for the Arts; der Harkness Foundation for Dance; der Marta Heflin Foundation sowie unserer geschätzten Förderinnen und Förderer durch Mitgliedschaften, Auftragsproduktionen und Beiträge zum Allies for Arts Access Fund.

Dieses Projekt wird teilweise ermöglicht durch die Unterstützung des Goethe-Instituts New York, ergänzt durch die Förderung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland.

Künstler

  • Rabih Mroué

    Rabih Mroué, geboren in Beirut, lebt in Berlin und arbeitet als Theaterregisseur, Schauspieler, bildender Künstler und Dramatiker.

    Er hat ein vielschichtiges Werk geschaffen, das sich über verschiedene Disziplinen und Formate zwischen Theater, Performance und Bildender Kunst erstreckt. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Aspekten der unmittelbaren Realität auseinander, die im gegenwärtigen politischen Klima des Libanon und der Region oft verdrängt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die bis heute spürbaren Folgen des Libanesischen Bürgerkriegs sowie jüngere politische Entwicklungen in seiner Heimatregion. Von 2013 bis 2014 war er Fellow am International Research Center: Interweaving Performance der Freien Universität Berlin.

    Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem Four Walls and a Roof (2024), Hartakāt (2023), Sunny Sunday (2020), Borborygmus (2019), So Little Time (2016), Ode to Joy (2015), Riding on a Cloud (2013), 33 RPM and A Few Seconds (2012), The Inhabitants of Images (2008), Who’s Afraid of Representation (2005), Looking for a Missing Employee (2003) sowie zahlreiche weitere Werke.

    Seine Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem auf der dOCUMENTA (13) in Kassel, im CA2M Centro de Arte Dos de Mayo in Madrid, bei der ICP Triennial und im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, im Centre Pompidou in Paris, bei SALT in Istanbul sowie im Museo Reina Sofía in Madrid.

  • Lina Majdalanie

    Lina Majdalanie, geboren in Beirut, lebt in Berlin und arbeitet als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin. Sie hat zahlreiche Produktionen konzipiert, darunter Biokhraphia (2002), Photoromance (2009) sowie den Film I Had a Dream, Mom (2006). Ihr Lina Saneh Body-P-Arts Project ist sowohl ein digitales Projekt als auch eine Installation.

    Majdalanie war Mitglied des Curriculum-Komitees des Home Workspace Program von Ashkal Alwan. Sie lehrte an der Haute École d’Art et de Design (HEAD) in Genf, bei DasArts in Amsterdam sowie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Im Jahr 2009 erhielt sie ein Stipendium des International Research Center „Interweaving Performance Cultures“ an der Freien Universität Berlin. In ihren Arbeiten untersucht Majdalanie die unterschiedlichen Ausprägungen politischer Sprache im Zeitalter von Globalisierung und digitaler Technologie. 2016 kuratierte sie das Programm Beyond Beirut am Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main. Darüber hinaus lehrte sie an der HEAD (Genf), DasArts (Amsterdam), der Goethe-Universität Frankfurt, der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, der Universität Leipzig, der Ruhr-Universität Bochum sowie an weiteren Hochschulen.

    Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem Four Walls and a Roof (2024), Hartaqāt (2023), Second Look (Videoreihe, 2020), Sunny Sunday (2020), Borborygmus (2019), Do I Know You? (2017), 33 rpm and a Few Seconds (2012), Photo Romance (2009), Appendice (2007), I Had a Dream, Mom (Video, 2006), Biokhraphia (2002) sowie zahlreiche weitere Werke.

  • Skirball