09.-13.12.16
Fr-Di, 18-21.00 Uhr

Leah Dixon—A Pirate’s Meal

Ausstellung|

  • Ludlow 38, New York, NY 10002

  • Preis Kostenfreier Eintritt

Leah Dixon—A Pirate's Meal


Für das letzte Kapitel der MINI/Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38 im Jahr 2016 verwandelt Leah Dixon den Ausstellungsraum in eine Versammlungsstätte. Ihre handgemachten Skulpturen zitieren gängige US-amerikanische Freiluft- und Trinkspiele und laden zu aktiver Teilnahme ein. Zugleich unterwandern sie die herkömmliche Spielkonfiguration, indem sie Dimensionen von Schmerz, Angst und Ambivalenz in die Feierzone einführen: ein nationales Symbol, das für Stolz und Trauma steht, wird Teil eines Spielsettings, ein anderes bezieht die Darstellung der Künstlerin in demütiger Geste ein, die Spieler/innen durchbohren müssen, um zu gewinnen.
 
Im Verlauf der Ausstellung werden Feierroutinen aufgegriffen und wiederholt, ihr eskapistischer Charakter erfährt jedoch Widerstand. An welchen Stellen verschränken sich unsere eigenen Geschichten mit der kulturellen Schnittmenge von Feiern, Eskapismus und Extremismus?
 
Dixons Selbstreflexion erfährt vor dem Hintergrund der kürzlich stattgefundenen Präsidentschaftswahl in den USA eine neue Dringlichkeit: wie reagieren wir als Künstler/innen, Kurator/innen, Denker/innen und Kulturproduzent/innen auf die bedrohliche Situation? Wir aus den unterschiedlichen vereinigten Staaten und aus dem Ausland stammenden New Yorker sind dazu aufgerufen, uns auszutauschen und über unsere eigene Verantwortung nachzudenken. Vom partizipativen und interaktiven Moment der Spiele ausgehend wird die Community um das Ludlow 38 provoziert, ihre Fragen zu stellen und zu diskutieren.
 
Der Titel A Pirate’s Meal bezieht sich auf die Gewohnheit mittelalterlicher Piraten, den sogennanten Schiffszwieback, der häufig sehr hart, ungenießbar und wurmbefallen war, gemeinsam und im Dunkeln zu verzehren. In Dixons Ausstellung werden wir uns im Dunkeln versammeln, nicht um die faule Wirklichkeit zu konsumieren, sondern um ihre Zutaten zu hinterfragen.
 
Kuratiert von Nina Tabassomi