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18:30–20:00 Uhr

Through Science to Justice: On the Legacy of Magnus Hirschfeld

Buchprämiere & Podiumsdiskussion|Autoren Daniel Brook & Brandy Schillace im Gespräch mit Noah Isenberg

  • Goethe-Institut New York, New York, NY

  • Sprache Auf Englisch
  • Preis Kostenlos

Hirschfeld book launches square

Hirschfeld book launches

In diesem Mai jährt sich der Todestag des bahnbrechenden deutschen Arztes, Sexualwissenschaftlers und LGBTQ-Aktivisten Magnus Hirschfeld (1868–1935) zum 90. Mal. Nehmen Sie an unserer doppelten Buchvorstellung und einem von Noah Isenberg moderierten Gespräch über Hirschfelds Vermächtnis und dessen Relevanz mit den Autoren Daniel Brook und Brandy Schillace teil.

1919 eröffnete Magnus Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft, das weltweit erste sexualwissenschaftliche Forschungszentrum. Das Institut war führend in der Erforschung und Behandlung verschiedener Aspekte von Geschlecht und Sexualität, darunter auch Themen im Zusammenhang mit Homosexuellen, Transgendern und Intersexuellen. Darüber hinaus setzte sich das Institut für Sexualerziehung, Verhütung, die Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten und Frauenrechte ein. 1933 wurde das Institut endgültig geschlossen, nachdem es von den Nationalsozialisten geplündert und seine Bibliothek und Archive niedergebrannt worden waren. Hirschfeld war 1930 aus Deutschland geflohen und hatte sich auf eine weltweite Forschungsreise begeben, die ihn in die Vereinigten Staaten, nach Asien, Afrika und in den Nahen Osten führte. Er ließ sich schließlich in Frankreich nieder, wo er an seinem 67. Geburtstag an einem Herzinfarkt starb.

In seiner neuen historischen Biografie The Einstein of Sex: Dr. Magnus Hirschfeld, Visionary of Weimar Berlin (W.W. Norton, 2025) zeichnet der Journalist Daniel Brook Hirschfelds Leben und Vermächtnis nach. Hirschfeld setzte sich öffentlich für die Rechte Homosexueller ein und beriet privat Patienten in Richtung Selbstakzeptanz und trug so dazu bei, Weimar-Berlin zur Welthauptstadt der Queer-Bewegung zu machen. The Einstein of Sex vereint die Arbeit dieser unbekannten Ikone zu Sexualität, Geschlecht und Rasse und lässt den Visionär wieder aufleben, der als Erster über das binäre Denken hinausblickte.

In The Intermediaries: A Weimar Story (W.W. Norton, 2025) erzählt die Historikerin Brandy Schillace die Geschichte des Instituts für Sexualwissenschaft aus der Sicht von Dora Richter, einer Patientin des Instituts, der wir auf ihrem Weg zur Geschlechtsumwandlung und einem Leben als Frau folgen. The Intermediaries untersucht die Zusammenhänge zwischen der beginnenden Sexualwissenschaft, den queeren Bürgerrechten und dem Kampf gegen Faschismus. Es erzählt fesselnde Geschichten von LGBTQ-Pionieren – eine überraschende, lange unterdrückte Geschichte – und bietet eine Warnung angesichts der heutigen repressiven Anti-Trans-Gesetzgebung.

Exemplare beider Bücher können gekauft und signiert werden.
 

Panelisten

Daniel Brook ist Journalist, dessen Artikel in Harper’s Magazine, Nation und dem New York Times Magazine erschienen sind, und Autor mehrerer Bücher, darunter A History of Future Cities und The Accident of Color: A Story of Race in Reconstruction. Der gebürtige New Yorker und Yale-Absolvent lebt in New Orleans. Im Rahmen eines Robert and Ina Caro Forschungs-/Reisestipendiums recherchierte er in Berlin zum Thema The Einstein of Sex.
 

Brandy Schillace ist Historikerin, ehemalige Professorin und Museumsexpertin sowie Herausgeberin von Medical Humanities, einer Zeitschrift für soziale Gerechtigkeit. Sie schreibt über Gender, Medizingeschichte und Neurodiversität für Medien wie Scientific American, Wired, CrimeReads und Undark. Sie lebt in Ohio.

Noah Isenberg ist Charles Sapp Centennial Professor für Radio-Fernsehen-Film an der University of Texas in Austin und geschäftsführender Direktor der beiden "Study Away" Programme der Universität, UTLA (Los Angeles) und UTNY (New York City), an denen er tätig ist. Er ist Autor des Los Angeles Times-Bestsellers We’ll Always Have ‘Casablanca’: The Life, Legend, and Afterlife of Hollywood’s Most Beloved Movie (W.W. Norton, 2017). Seine jüngste Anthologie Billy Wilder on Assignment (Princeton, 2021) wurde von Tom Stoppard zum TLS-Buch des Jahres 2021 gekürt. Derzeit schreibt er eine Kulturgeschichte von Some Like It Hot für Norton und eine kurze interpretierende Biografie Wilders für die Reihe Yale Jewish Lives.