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19:00 Uhr
The Camera as a Tool of Intervention
Talk and Video Screenings|Präsentiert und kuratiert von den Künstlern Nomeda und Gediminas Urbonas, mit einer Auswahl von Filmen aus dem „The Disobedience Archive“
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Goethe-Institut Boston, Boston, MA
- Teil der Reihe: Goethe-Institut Boston x Boston Public Art Triennial
Im Rahmen der ersten Bostoner Triennale für öffentliche Kunst „The Exchange“ präsentiert das Goethe-Institut Boston ein spezielles Filmprogramm, kuratiert von den Künstlern Nomeda und Gediminas Urbonas. Gezeigt wird eine Auswahl von Filmen aus „The Disobedience Archive“, einem wegweisenden, fortlaufenden Videoprojekt, das sich mit der sich wandelnden Beziehung zwischen zeitgenössischer Kunst und politischem Aktivismus auseinandersetzt.
Initiated by curator Marco Scotini the Disobedience Archive explores a shared space where artistic practice and civic engagement come together. Rather than drawing boundaries between art and activism, the project highlights a zone of collective struggle and symbolic imagination - a fluid commons shaped through media, affect, and social movement. Urbonas collaborated with Scotini to develop the Disobedience: Boston chapter in 2011, which focused on civil rights movements and acts of disobedience at MIT and Harvard. The archive brings attention to moments where gestures, images, and occupations reshape both political structures and the language of art.
Im Dialog mit dem Aufruf der Triennale, „Kunst dort zu begegnen, wo wir sind: gemeinsam, draußen, in der Öffentlichkeit“, betrachtet diese Filmvorführung die Kamera als Instrument der Intervention, das globale Konflikte aufzeigt und in umkämpften Umgebungen Sichtbarkeit zurückgewinnt. Die ausgewählten Filme von Künstlern wie Hito Steyerl, Park Fiction, Etcètera, Critical Art Ensemble, Harun Farocki und Andrei Ujica bieten mehr als nur Dokumentation. Sie eröffnen Handlungsräume und geben Formen des Sehens und des Zusammenseins in umkämpften Umgebungen Gestalt. Eine Diskussion im Anschluss an die Vorführung lädt das Publikum dazu ein, über die gesellschaftliche Rolle der Kunst in einem sich wandelnden politischen Umfeld nachzudenken, zuzuhören und sie neu zu denken. Das Programm lädt Studierende, Kulturschaffende und die breite Öffentlichkeit dazu ein, sich vorzustellen, wie Ungehorsam als Praxis der Aufmerksamkeit, der Beziehung und der kollektiven Handlungsfähigkeit erscheinen könnte – als eine neue Ästhetik des Realen.
Nomeda & Gediminas Urbonas sind Künstler, Pädagogen und Mitbegründer des Urbonas Studio, einer interdisziplinären Forschungseinrichtung, die den Austausch zwischen verschiedenen Knotenpunkten der Wissensproduktion und künstlerischen Praxis fördert, um Projekte zu realisieren, die den öffentlichen Raum und kollektive Vorstellungswelten verändern. Urbonas haben international ausgestellt, darunter auf den Biennalen von São Paulo (zweimal), Berlin, Moskau (zweimal), Lyon, Gwangju, Busan, Taipeh, Kaunas und Helsinki, der Folkestone Triennale sowie den Ausstellungen Manifesta und Documenta – neben zahlreichen anderen internationalen Ausstellungen, darunter eine Einzelausstellung auf der Biennale von Venedig, im MACBA in Barcelona und in der Nationalgalerie in Vilnius. Ihre Schriften über künstlerische Forschung als Form der Intervention in soziale und politische Krisen wurden in den Büchern Devices for Action (2008) von MACBA Press, Barcelona, und Villa Lituania (2008) von Sternberg Press veröffentlicht. Urbonas war Mitherausgeber von Public Space? Lost and Found (MIT Press, 2017), in dem Künstler, Planer, Theoretiker und Kunsthistoriker die komplexen Wechselbeziehungen zwischen der Schaffung und Nutzung öffentlicher Räume und der Rolle, die öffentliche Kunst dabei spielt, untersuchen.
In Kooperation mit Boston Public Art Triennial
Ort
Goethe-Institut Boston
170 Beacon Street
Boston, MA 02116
USA
170 Beacon Street
Boston, MA 02116
USA