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18:30 Uhr, ET

Nach Chemnitz und wieder zurück

Lesung & Gespräch|Kathryn Scanlan & Kate Zambreno über die Kulturhauptstadt Europas

  • Goethe-Institut New York, New York, NY

  • Sprache Englisch
  • Preis Kostenlos

Blick über den Sonnenberg square © Ernesto Uhlmann

Blick über den Sonnenberg © Ernesto Uhlmann

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025, des „international literature festival berlin“ und des Goethe-Instituts New York wurde die amerikanische Autorin Kathryn Scanlan eingeladen, diesen Herbst an der zweimonatigen „EXI(S)T – Literature Residency“ in Chemnitz teilzunehmen. Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten Anfang November wird Kathryn gemeinsam mit der Schriftstellerin und Kritikerin Kate Zambreno über ihre Erfahrungen in Deutschland reflektieren und der Frage nachgehen, wie Chemnitz aus transatlantischer Perspektive neu interpretiert werden kann.

Kathryn Scanlan gilt als eine der unabhängigsten Stimmen der zeitgenössischen US-Literatur. In ihrem Werk Kick the Latch (New Directions, 2022) erzählt sie vom Leben eines Pferdetrainers aus dem Mittleren Westen und der rauen Welt der Rennbahnen und Pferdewetten. Ihre Texte zeichnen sich durch einen dokumentarischen Erzählstil und eine große Nähe zum Leben der amerikanischen Arbeiterklasse aus. Sie spielen oft in den Städten des Mittleren Westens, industriellen Orten, die seit mehreren Jahrzehnten mit den Herausforderungen der Deindustrialisierung konfrontiert sind. Chemnitz, seit jeher eine Industrie- und Arbeiterstadt, teilt diese Geschichte und Gegenwart des Wandels.

Die Einladung nach Chemnitz ist eine Hommage an Stefan Heym, einen der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller und Sohn der Stadt Chemnitz. Nach Unterdrückung und Verfolgung unter dem Nationalsozialismus floh er über die Tschechoslowakei in die USA, um dort zu studieren. Später kehrte er aus den Vereinigten Staaten in das vom Krieg zerstörte Deutschland zurück und wurde zu einem der kritischen öffentlichen Intellektuellen der späten DDR. Der Aufenthalt ist nicht nur eine Reflexion über die transatlantischen Beziehungen, sondern schlägt auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, da sich beide Autoren mit der Lebensrealität der Arbeiter vor dem Hintergrund sozialer Umbrüche auseinandersetzen.

Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und dem Internationalen Literaturfestival Berlin.

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Kommen Sie am 4. November in die Syndicated Bar & Theater in Bushwick, wo unser Partner 1014 den Dokumentarfilm Go, Clara, Go aus dem Jahr 2025 vorführt. Der Film zeichnet die Entwicklung einer unabhängigen Kunstszene in Ostdeutschland in den 1970er- und 1980er-Jahren nach und konzentriert sich dabei auf das Künstlerkollektiv Clara Mosch und die Galerie Oben in Chemnitz (ehemals Karl-Marx-Stadt). Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter Go Clara Go: Challenges for Art & Independent Expression in former East Germany.

Panelisten

Kathryn Scanlan

Kathryn Scanlan ist Autorin von Aug 9—Fog, The Dominant Animal und Kick the Latch. Sie ist Preisträgerin des Pushcart Prize, des Iowa Review Award, des Gordon Burn Prize, des Windham-Campbell Prize for Fiction und eines Literaturpreises der American Academy of Arts and Letters sowie Stipendiatin von MacDowell und der Jan Michalski Foundation. Ihre Arbeiten sind kürzlich in Ausstellungskatalogen für Künstler wie Ed Atkins, Robert Therrien, Sam Contis und Mary Ellen Carrol erschienen oder werden dort demnächst veröffentlicht. Außerdem schreibt sie regelmäßig Beiträge für die Literaturzeitschrift NOON, die von Diane Williams herausgegeben wird.
 

Kate Zambreno

Kate Zambreno ist Autorin zahlreicher Bücher, darunter zuletzt Animal Stories, Teil der „Undelivered Lecture Series“ von Transit, und Tone, ein gemeinsames kritisches Werk mit Sofia Samatar (Columbia University Press). Ihre Bücher wurden ins Deutsche übersetzt und vom AKI Verlag veröffentlicht, zuletzt The Light Room (Der helle Raum), übersetzt von Eva Bonne, und Drifts (Drift), übersetzt von Dorothee Elmiger. Zwei Romane, Foam und Performance Art, erscheinen in Kürze bei Semiotext(e). Sie ist Doktorandin im Fach Performance Studies an der NYU.

  • Chemnitz European Capital of Culture 2025
  • internationales literaturfestival berlin 2025